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Wolfsburg und Allofs: Die Sehnsucht nach Sympathie

Allofs soll den VfL nicht nur sportlich nach vorne bringen, sondern dem Klub auch ein Gesicht geben und das Image des Vereins aufpolieren. Ob das gelingt, ist fraglich.

Wolfsburg. „Wir wollen, dass aus unserem VfL Wolfsburg ein sympathischer Klub wird“, hatte Aufsichtsrats-Chef Francisco Garcia Sanz bei der Vorstellung von Klaus Allofs verkündet. Unisono stimmten Akteure und Umfeld des VW-Teams mit ein, Naldo etwa war sich sicher: „Natürlich wird er seinen Teil dazu beitragen, den VfL noch sympathischer zu machen.“ Auch die Wolfsburger Allgemeine Zeitung forderte: „Machen Sie den VfL sympathisch!“

Die Message ist klar: Allofs, der sich in den 13 Jahren bei Werder Bremen einen Ruf als „Mr. Understatement“ aufgebaut hat, soll das Image der grauen Maus Wolfsburg aufpolieren. Ein hehres Ziel. Nicht mal eine Deutsche Meisterschaft und die damit verbundene Champions-League-Teilnahme konnten nachhaltig dafür sorgen, dass Wolfsburg außerhalb der eigenen Stadttore von großen Teilen der Fans und Medien als mehr als nur ein künstlich hochgezogener Klub wahrgenommen wird.

Wolfsburgs Image-Problem

Der Mangel an Tradition kann auch mit Verpflichtungen wie der von Ausnahmefußballer Diego nur schwer übertüncht werden. Von den Anhängern der Teams aus der Nachbarschaft, Eintracht Braunschweig und Hannover 96, wird der Verein trotz der sportlichen Erfolge häufig nur müde belächelt. Das Niedersachsenduell zwischen Wolfsburg und 96 kann sich nur schwer als echtes Derby etablieren.

Felix Magath tat mit seiner Transferpolitik zuletzt sein Übriges und schädigte das Image des Klubs weiter. Dem Meistermacher von 2009 wurde freie Hand gelassen, nach Belieben durfte Trainer und Manager Magath auf Einkaufstour gehen - und das tat er. Wirklich Produktives kam dabei nicht rum, Wolfsburg wurde zum Millionengrab. Trotz der großen finanziellen Möglichkeit hatte es der Verein im Jahr 2012 noch immer nicht geschafft, sich in der Bundesliga-Spitzengruppe zu etablieren.

Ein verzweifelter Schrei nach Liebe?

Schließlich zog man die Reißleine und entließ Magath. Allofs soll nun nicht nur dessen Aufgaben als Sportdirektor übernehmen, sondern dem Klub auch ein Gesicht geben. Während der Ex-Bremer sportlich durchaus ein Gewinn für den VfL werden könnte, wird er es schwer haben, das Ansehen des Klubs tatsächlich zu verbessern. Wenn Sanz hofft, Allofs könne dafür sorgen, dass sein Klub sympathischer wird, klingt das fast wie ein verzweifelter Schrei nach Liebe.

Sympathie ist im Fußballgeschäft etwas, dass man sich erarbeiten muss, für einen Verein ist dies in der Regel ein langer Prozess, Dietmar Hopp kann ein Lied davon singen. Zweifelsohne ist Sympathie aber nichts, dass man sich erkaufen kann - schon gar nicht, wenn man sich mitten in der Saison bei der Bundesliga-Konkurrenz bedient und den dortigen Sportdirektor abwirbt.

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