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Jefferson Farfan: Von der Skandalnudel zum Musterprofi

Schalke hat den Peruaner lieben gelernt, aber auch Farfan selbst ist stolz, im Revier zu spielen. Der Nationalspieler ist auf dem Berger Feld erwachsen geworden.

Gelsenkirchen. Dick verpackt trabt Jefferson Farfan aus dem Kabinentrakt und läuft auf den Trainingsplatz. Selbst im Gehen ist der Außenstürmer des FC Schalke 04 einer der Schnellsten.

Vom Kind zum Teenie

Viele hat es überrascht, als Jefferson Farfan zu Schalke 04 wechselte. Jefferson wer? Der einhellige Tenor war: „Viel zu teuer!“ Mit zehn Millionen Euro Ablösesumme war der Peruaner lange Zeit der teuerste Spieler, den sich S04 leistete.

In seiner ersten Saison 2008/2009 wurde er noch als Flop-Transfer bezeichnet. Doch der 28-Jährige biss sich auf Schalke durch und wurde immer wichtiger. Angesichts dessen, was die Anhänger des Klubs schon mit ihm zusammen erlebt haben, kann man sagen, dass es eine besondere Beziehung ist. Man liebt diesen Jungen im Revier, er hat in der Vergangenheit Dinge gemacht, die andere Fans nicht so leicht verzeihen. Aber auf Schalke regiert noch die Menschlichkeit. Zumindest in großen Teilen.

Urlaub, Unterhalt und ein bisschen Erotik

Eine Schlagzeile mit oder zu Jefferson Farfan war in den mittlerweile fünf Jahren recht einfach zu stricken. Der ehemalige Spieler der PSV Eindhoven bot zu viel Angriffsfläche und leistete sich einige Ausrutscher abseits des heiligen Grüns. So verlängerte Farfan auch immer gerne seinen Urlaub. Manchmal machte man sich daraus einen Spaß und wettete, an welchem Tag der pfeilschnelle Spieler im Revier aufschlägt.

Hier und da hatte Farfan einige Nebenkriegsschauplätze. In Peru nahm man ihn mal in Gewahrsam. Direkt aus dem Flieger rein ins Verhör. Grund: Fehlende Unterhaltszahlungen für seinen Sohn. Mit einer Erotikdarstellerin soll er zu der Zeit ebenfalls angebandelt haben.

Die Ruhe selbst

Jefferson Farfan wird zu dem gemacht, was er eigentlich nicht ist. Er ist schüchtern und meidet die Medien. Er redet nicht gerne öffentlich. Obwohl er inzwischen deutsch spricht. Auf dem Platz ist der in Gladbeck lebende Farfan allerdings ein anderer. Er kämpft offensiv und auch defensiv. Zusammen mit Atsuto Uchida bildet sich auf dem rechten Flügel ein kongeniales Tandem.

„La Foquita“ (kleine Robbe) wie Farfan in seiner Heimat Peru genannt wird, ist ein Vorbereiter. Unzählige Flanken, Ecken oder Pässe hat er schon zu Schalker Toren beigesteuert, vor allem auf internationalem Parkett.

Der Henker 

Nun spielt Schalke 04 am Mittwochabend erneut in der Champions League. Spiele, die Jefferson Farfan gefallen. Er gilt als begnadeter Vorbereiter, doch Farfan kann auch den Henker spielen. Seine internationale Erfahrung ist immens wichtig für die junge Schalker Mannschaft. Beim Champions-League-Achtelfinale 2011 schoss er den FC Valencia fast im Alleingang ab. Er machte den wichtigen Ausgleich zum 1:1 per genialem Freistoß kurz vor dem Pausentee und markierte in der Nachspielzeit den erlösenden 3:1-Treffer. Schalke lag ihm zu Füßen.

Auch in diesem wichtigen Spiel gegen Olympiakos Piräus wird Jefferson Farfan ein wichtiger Teil des möglichen Erfolgs sein. Mit einem Sieg ist „Königsblau“ sicher im Achtelfinale. Ob Farfan sich dabei wieder die dicken Daumen in den Mund steckt?

EURE MEINUNG: Wird Jefferson Farfan ewig auf Schalke bleiben?
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