thumbnail Hallo,

Der 71-Jährige sprach im Interview über die Situation in Bremen nach dem Abgang von Klaus Allofs.

Bremen. 13 Jahre lang prägte Klaus Allofs als Sportdirektor bei Werder Bremen eine Ära, dann wechselte er für viele überraschend zum VfL Wolfsburg. In einem Interview meldete sich jetzt Klaus-Dieter Fischer, Präsident der Bremer, zu Wort und erläutert die Lage bei den Grün-Weißen: Es sei ruhig bei Werder.

„Ich bin enttäuscht“

„Ich habe Werder selten so ruhig erlebt wie jetzt. Was da in den Zeitungen steht – von Chaos und von Krise – ich weiß nicht woher das kommt“, verdeutlichte der Präsident in der Kreiszeitung Syke. Man sehe die Trennung von Allofs als Chance für einen Neuanfang, „Aufbruch statt Einbruch“ heiße die Devise in Bremen. „Geschäftsführung und Aufsichtsrat haben in dieser kurzen Zeitspanne unheimlich viele gute und konstruktive Gespräche geführt. Wir sind alle vom Willen durchdrungen, dass es hier nicht zum Einbruch, sondern zum Aufbruch kommt“, erklärte Fischer.  

Doch als die Gerüchte aufkamen, schien es um die Kommunikation nicht zum Besten bestellt zu sein, schließlich waren nicht nur Außenstehende von dem Allofs-Wechsel überrascht, der bis zum Ende dementiert worden war. „Dass wir es von Klaus erst erfahren haben, nachdem eine Zeitung darüber berichtet hatte, hat uns getroffen. Wir haben uns dann im Gespräch mit Klaus Allofs gefragt: Wie gehen wir damit um, was machen wir bei Anfragen von Journalisten?“, beschrieb der 71-Jährige die Situation unmittelbar nach dem Aufkommen der Gerüchte.

„Klaus Filbry und ich haben zu Klaus gesagt, es gibt nur eine Antwort: Ich habe einen Vertrag bis 2016, ich stehe nicht zur Verfügung. Dann wäre das Thema durch gewesen. Aber Klaus hat gesagt: Nein, ich möchte mir das anhören“, so Fischer weiter.

Ende der Ära Allofs und Schaaf

Letzten Endes bestätigten sich die Befürchtungen der Werder-Führung. Mit sofortiger Wirkung wechselte Klaus Allofs, der über ein Jahrzehnt lang ein erfolgreiches Gespann mit Trainer Thomas Schaaf gebildet hatte, vergangene Woche nach Wolfsburg. Ernüchterung herrschte nicht nur bei den Anhängern der Bremer. „Ich bin enttäuscht von Allofs, das habe ich ihm auch gesagt. Wir haben ihm auch die Frage gestellt: Wie sollen wir künftig damit umgehen, wenn du bleibst? Wie ist das mit dem Vertrauensverhältnis, das wir gehabt haben? Das war bis dahin sehr gut“, erklärte der Werder-Präsident.

Noch vor kurzem hatte der Sportdirektor einen neuen Vertrag unterzeichnet, dem ein „monatelanger Kampf“ vorausgegangen war. Fischer hatte gehofft, Allofs wäre „ein Familienmitglied mit längerer Bindung“. Jetzt hofft man, dass man nicht auch noch Spieler an Wolfsburg verliert. „Man muss das ganz realistisch sehen. Klaus Allofs ist seit Mittwoch ein Konkurrent. Ich schließe das nicht aus, das ist das Geschäft. Rein finanziell sitzt er sicher am längeren Hebel. Aber es würde dem moralischen Ansehen des Fußballs sicher nicht schaden, wenn es eine Schamfrist gibt, bevor man sich beim Ex-Klub bedient“, urteilte Fischer und appellierte an den „Anstand“ des Ex-Managers.

Baumann - „Ein kompetenter und wunderbarer Mensch“

Kaum Stand der Abgang von Allofs fest, kamen Spekulationen über die Nachfolge des Mannes an Schaafs Seite auf. Neben vereinsinternen Lösungen wie Ex-Spieler Frank Baumann sei auch Dietmar Beiersdorfer, der in Russland bei Zenit St. Petersburg unter Vertrag steht, im Gespräch gewesen. Der 49-Jährige, an dem auch Wolfsburg Interesse gehabt haben soll, bestritt aber vor kurzem den Kontakt und wies auf seinen bestehenden Kontrakt hin. „Beiersdorfer hätte sicherlich die einstimmige Zustimmung des Aufsichtsrates bekommen. Es wäre eine sichere Lösung gewesen, weil man weiß, wie er tickt, was er kann, was er macht“, erklärte Fischer, nachdem er zuvor ein Interesse bestätigt hatte: „Dietmar Beiersdorfer war ein Kandidat.“

Nun will man offenbar, zumindest vorerst, auf Baumann setzen. „Wir wünschen uns alle, dass Frank beim Neuaufbau eine wesentliche Rolle spielt. Er ist ein fantastischer Mitarbeiter mit großen Perspektiven und ein wunderbarer Mensch“, sagte der Werder-Präsident und ergänzte: „Experimente lässt die Bundesliga nicht zu. Aber es wird auch kein Experiment geben, weil wir mit den Bausteinen Schaaf und Baumann absolut gesetzte Fußball-Kompetenz haben.“


EURE MEINUNG: Wird Werder auch ohne Allofs Erfolg haben?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Umfrage des Tages

Wer erzielte das Tor der Woche?

Dazugehörig