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Auf Schalke könnte eigentlich alles im Reinen sein. S04 hat einen der besten Saisonstarts in der Klubgeschichte hingelegt, doch trotzdem brodelt es hinter den Kulissen.

Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 steht auf Platz zwei der Bundesligatabelle, in der Champions League führt „Königsblau“ die Gruppe B an und im DFB-Pokal hat die Mannschaft das Achtelfinale erreicht. Sportlich gesehen gibt es also keinen Grund zur Unzufriedenheit. Und doch haben sich einige Gräben aufgetan.

Redebedarf nach Leverkusen

Dank einer desolaten Mannschaftsleistung verlor Schalke am Samstagabend mit 0:2 bei Bayer Leverkusen. Huub Stevens wechselte während des Spiels die Stars Lewis Holtby und Jefferson Farfan aus. Zwischen dem Trainer und dem Peruaner kam es aufgrund dessen an der Reservebank zu einem lautstarken Disput. Bei den „Knappen“ ist es üblich, dass Spieler nach ihrer Auswechslung in die Kabine trotten, um ein „cooling down“ (Regenerationseinheit auf dem Spinning-Rad, Anm. d. Redaktion) zu absolvieren. Das dies erst mit Nachdruck passierte, war bezeichnend für eine Stimmungslage, die auf Schalke schon seit Längerem herrscht.

Auslaufender Vertrag

Hauptverantwortlicher für den zweifellos vorhandenen sportlichen Erfolg ist Trainer Huub Stevens. Der Vertrag des 58-Jährigen läuft allerdings im Sommer 2013 aus. Eine dem Klub nahestehende Quelle berichtete Goal.com, dass sich der Niederlander im Sommer bereit erklärte, konkrete Gespräche zu führen und sein Arbeitspapier zu verlängern. Doch Differenzen mit Teilen der Mannschaft lassen die Verantwortlichen zögern.

Vor allem die taktische Ausrichtung und der Umgang mit gewissen Spielern stößt auf interne Kritik. Bereits nach dem 2:2 in Düsseldorf bestand Redebedarf: Manager Horst Heldt hielt eine Kabinenpredigt, in der jeder „seine Meinung“ sagen durfte.

Ist der Verein von seinem Übungsleiter vollends überzeugt? Es gibt Gründe, warum Schalke 04 den Vertrag mit dem im niederländischen Sittard geborenen Stevens noch nicht verlängert hat. Anscheinend ist auch das Verhältnis zwischen Horst Heldt und dem 58-Jährigen angeknackst. Gerüchte über potenzielle Nachfolger halten sich rund um die Veltins-Arena hartnäckig. Zu den Namen gehören unter anderem Markus Babbel, der Heldt nahe steht und erst zuletzt im Goal.com-Interview sagte, er könne sich „viele Sachen vorstellen, auch wenn er derzeit glücklich in Hoffenheim sei.

Stevens sollte Rangnicks Arbeit fortführen

Rückblende: Huub Stevens beerbte Ende September 2011 Ralf Rangnick, der ein Erschöpfungssyndrom (Burn-Out) erlitt und aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Trainer auf Schalke niederlegte. Der UEFA-Cup-Sieger von 1997 sprang in die Bresche und sagte dem Hamburger SV ab. Medienwirksam verkündete er, dass er die Philosophie des Vorgängers fortführen wolle. Doch während der jetzige Red-Bull-Sportdirektor in seiner Zeit auf Schalke modernen, schnellen und taktisch ausgeklügelten Fußball spielen ließ, ecken die veralteten Methoden des Holländers innerhalb der Mannschaft immer mehr an. Quellen berichten, dass die sportlichen Erfolge über die tatsächlich disharmonische Athmosphäre im Team hinwegtäuschen. Dass Teile der Mannschaft mit Stevens Probleme haben, sei auf Schalke „ein offenes Geheimnis“. Über die Meisterschaft spricht in Gelsenkirchen niemand mehr. 

 

Stevens als entscheidender Faktor im Vertragspoker?

Der mitunter kauzige Niederländer hat sich in der Vergangenheit auf Schalke ein Denkmal gesetzt. Er lebt den Verein und kennt seine sensible Struktur. Die Fans und Mitglieder wählten ihn gar zum Jahrhunderttrainer. Stevens übernahm Schalke 04 ein zweites Mal, als der Verein dringend einen Chefcoach brauchte. Zu dieser Zeit war Stevens der richtige Mann. Er führte „Königsblau“ in der Saison 2011/2012 auf Platz drei der Liga und damit sicher in die finanziell wichtige Champions League. Doch hat Stevens eine Zukunft im Revier?

Das Thema Vertragsverlängerungen beschäftigt den ganzen Verein. Nach Goal.com-Informationen machen einige Spieler ihre Entscheidung auch von der Frage abhängig, ob Stevens die „Knappen“ auch kommende Saison coachen wird. Horst Heldt muss in Kürze die Weichen für die Zukunft stellen und es sieht nicht danach aus, als wird der routinierte Niederländer ein Teil davon sein.

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