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Sportdirektor Rudi Völler hatte eine Reaktion gefordert, und die Mannschaft enttäuschte ihn nicht: Bayer Leverkusen besiegte Schalke 04 am Samstagabend verdient mit 2:0.

Leverkusen. Möglicherweise waren es die Worte von Uli Hoeneß, an die sich Rudi Völler unter der Woche erinnerte. Der Präsident des FC Bayern München hatte jüngst Bundestrainer Joachim Löw aufgefordert, mehr Druck auf seine Nationalspieler auszuüben. Diese Aussage verwundert nicht, handelt Hoeneß doch nach dem Credo „Mehr Druck gleich mehr Leistung“.

Und auch Bayer Leverkusens Sportdirektor Völler versuchte vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Schalke 04, die Mannschaft mit deutlichen Ansagen zu Höchstleistungen zu treiben. Ein „leidenschaftliches, kampfbetontes Spiel, in dem die Fußballfans auf ihre Kosten kommen werden“, erwarte er, sagte der ehemalige Stürmer. Und: „Wir wollen die ärgerliche Niederlage in Wolfsburg vergessen machen, wir wollen etwas gerade rücken.“

Dieser fromme Wunsch wurde eindrucksvoll erfüllt. Mit 2:0 gewann Bayer Leverkusen und hätte das Ergebnis bei ordentlicher Chancenverwertung auch weitaus deutlicher gestalten können. Andre Schürrle (45.) und Stefan Kießling (67.) schossen die Tore für die Gastgeber, die den Abstand auf die zweitplatzierten Schalker auf zwei Punkte verkürzten und bewiesen, dass sie das Potenzial haben, die Qualifikation für die Champions League zu schaffen.

Schürrles Treffer war ein Traumtor, nach einem Sololauf schoss er aus fast 30 Metern den Ball in die Maschen. „Der ist ganz gut geflogen“, sagte der Nationalspieler hinterher mit einem breiten Grinsen.

Zwischenzeitlich agierte Leverkusen wie im Rausch und kombinierte ansehnlich bis in den Schalker Strafraum. Vor allem die Torschützen sowie Gonzalo Castro trieben das Offensivspiel immer wieder an und stellten die Schalker Abwehrspieler vor große Probleme. Auf der anderen Seite stand die Bayer-Defensive sicher, Gäste-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar war bei Philipp Wollscheid abgemeldet, auf der rechten Außenbahn war für Jefferson Farfan kein Durchkommen.

„Wir haben um die Niederlage gebettelt“

„Ich hätte heute am liebsten neun Spieler ausgewechselt“, polterte Schalke-Trainer Huub Stevens nach dem Abpfiff, ohne die Leistung des Gegners besonders zu würdigen: „Wir haben um die Niederlage gebettelt.“ Zu allem Überfluss muss der Coach der Königsblauen im nächsten Spiel auf Kyriakos Papadopoulos verzichten, der wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah (82.).

Beim Gang in die Kabine trat er gegen eine Trinkflasche, ein Mitarbeiter einer TV-Produktion wurde nass. Bayer-Trainer Sami Hyypiä beschwerte sich lautstark über das Verhalten des Schalker Abwehrspielers. Nach dem Spiel herrschte aber wieder Ruhe. Papadopoulos entschuldigte sich, Stevens sagte: „Die Sache ist vorbei.“

Für Leverkusen war der Platzverweis genauso eine Randerscheinung wie der verschossene Elfmeter von Kießling in der 81. Minute. Zu groß war die Freude über die starke Performance. „Das war eine Top-Leistung, das 2:0 ist mehr als verdient. Wenn wir etwas gieriger und kaltblütiger gespielt hätten, hätten wir höher gewinnen können“, sagte Völler.

Kießling erklärte: „Wir haben von Anfang an Gas gegeben und eine sehr gute Reaktion gezeigt nach der Niederlage in Wolfsburg. Heute sind wir gerannt wie die Ochsen.“ Auch Kapitän Simon Rolfes jubelte: „Wir haben Schalke kommen lassen und dann verdammt gut gekontert. Das war richtig gut.“

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