thumbnail Hallo,

Vor fast drei Jahren nahm sich Nationaltorhüter Robert Enke das Leben. In Gedenken an seinen Kollegen entdeckt der Torwart des Hamburger SV Parallelen zum eigenen Leben.

Hamburg. Während seiner langen Verletzungspausen in den vergangenen Jahren fürchtete Nationaltorwart René Adler vom Hamburger SV, ein ähnliches Schicksal zu erleiden wie Robert Enke, der an Depression litt und sich vor drei Jahren das Leben nahm. 

Angst vor Depression

Er selbst habe aufpassen müssen, „dass ich nicht in eine Depression verfalle. Ich hatte mir viel zu viel Druck gemacht, der Körper sucht sich dann ein Ventil, bei mir waren das die vielen Verletzungen“, offenbarte Adler in einem Interview mit dem Magazin Stern.

Adler sieht Parallelen zwischen sich und Enke

„Wir haben gefühlt, dass wir ähnlich sind. Deshalb hat es mir ja Angst gemacht, dass ich einen ähnlichen Weg einschlagen könnte“ sagte Adler. „Wir sind beide sehr sensibel und hatten keinen Bock, noch mehr Druck gegeneinander zu machen. Der Druck bei der Nationalmannschaft ist auch so groß genug“, so der Torwart.

Er habe sich schon „in der Nähe des Stadions, wo ich mich sonst am besten fühlte, total unwohl gefühlt“, gestand der 27-Jährige. „Ich bekam auf einmal Beklemmungen. Ich war froh wenn ich wieder zu Hause war, hatte keine Lust, mit Leuten zu reden“.

Gedenken an einen erfolgreichen Fußballer

Enke war einst Adlers Rivale im Kampf um den Stammplatz im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Nach Enkes Tod stieg Adler zur Nummer 1 und zum Kapitän der Nationalelf auf, verlor den Platz aber verletzungsbedingt an Manuel Neuer (FC Bayern München). Nach zwei Jahren Abwesenheit steht Adler beim Länderspiel in Amsterdam am Mittwoch gegen die Niederlande wieder im Aufgebot von Nationaltrainer Joachim Löw. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Adler am 9. November, einen Tag vor Enkes Todestag: „Morgen vor 3 Jahren ging ein guter Mensch und Kollege von uns. Helft zusammen mit gegen die Krankheit Depression.“

Veränderte Lebenseinstellung als Grund für gelungenes Comeback

„Mein Leben war früher sehr auf den Fußball fokussiert. Ich habe gemerkt, dass das nicht gut und sogar kontraproduktiv für mich ist. Ich habe gelernt, Distanz zu bewahren“, sagte der Keeper. Früher wäre diese Einstellung undenkbar gewesen: „Mit dem Fußball aufzuhören, das wäre für mich damals genauso schlimm gewesen, wie wenn einer aus meiner Familie gestorben wäre“.

Bestechende Form

Mit seinem Wechsel zum Hamburger SV im Sommer endete für Adler eine lange Leidenszeit. In letzter Zeit überzeugte er mit starken Leistungen und ist ein Hauptgrund für den Aufschwung beim HSV.

EURE MEINUNG: Wie könnte man einen besseren Umgang mit solch schlimmen Diagnosen erreichen?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig