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Klaus Allofs wird Werder Bremen wohl verlassen und zum VfL Wolfsburg wechseln. Es ist eine folgenschwere Entscheidung - aber verübeln kann man sie dem 55-Jährigen nicht.

Düsseldorf. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, ehe der Wechsel von Klaus Allofs zum VfL Wolfsburg bekanntgegeben wird. Dem Vernehmen nach wird der 55-Jährige Werder Bremen in der Winterpause verlassen und umgehend seinen neuen Job als Manager des Werksklubs antreten.

Es ist ein spektakulärer Transfer, und neben vielen Werder-Fans wird er vor allem der Fraktion der Fußball-Romantiker nicht gefallen. Seit 13 Jahren ist Allofs Werder-Geschäftsführer und hat in der Stadt einen ähnlichen Status wie die Bremer Stadtmusikanten. Ob der Klub Champions League spielte oder gegen den Abstieg kämpfte – stets hat sich der Sympathieträger zu Werder bekannt, und stets konnte er sich der Unterstützung der Anhänger sicher sein.

Dass er nun ausgerechnet nach Wolfsburg, zu diesem liquiden, aber blassen Verein wechselt, können viele nicht verstehen. Dabei gibt es gute Gründe für diesen Schritt. Zum einen liegen die bei Werder selbst, wo Allofs angesichts der verpassten Champions-League-Teilnahme der Geldhahn sehr weit zugedreht wurde, wo er mit dem mächtigen Aufsichtsratsboss Willi Lemke stritt, wo er zuletzt Schulden machen musste, um den Umbruch zu finanzieren.

Wen interessiert schon ein Transfer-Flop?

Auf der anderen Seite winkt der Volkswagen-Konzern Berichten zufolge mit einer Gehaltsverdopplung auf drei Millionen Euro pro Jahr und einem Arbeitsplatz im Schlaraffenland, in dem Allofs mit etlichen Millionen Euro so jonglieren darf, wie er will. Wenn mal etwas schief geht – kein Problem. In Bremen gingen sie schon auf die Barrikaden, als 7,5-Millionen-Mann Carlos Alberto floppte. Versagt ein Spieler dieser Preisklasse in Wolfsburg, dann ist das eben so.

Es dürften Arbeitsbedingungen wie im Paradies sein, die Allofs in Wolfsburg erwarten. Dazu hängt die Mannschaft nach der Magath-Ära im Tabellenkeller fest, es kann also auch sportlich nur besser werden. Außerdem wird Allofs bei der Suche nach einem neuen Trainer mitentscheiden dürfen. Würde bei diesen Aussichten wirklich jemand absagen?

Auch für Werder ist die Veränderung eine Chance, unabhängig von der Ablöse, die bei etwa fünf Millionen Euro liegen soll. 13 Jahre arbeitete das Duo Allofs und Trainer Thomas Schaaf Hand in Hand, in den letzten Jahren befand sich der Klub aber auf dem absteigenden Ast. Für die Entwicklung könnte es nützlich sein, wenn Werder Bremen nicht länger nur im eigenen Saft schmort.

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