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96 ist traditionell auswärtsschwach, zudem schenkte man zuletzt immer wieder Führungen her. Viel wichtiger aber: Hannover steht in allen drei Wettbewerben gut da.

Hannover. Das Problem ist nicht neu. Bereits in der letzten Saison war Hannover 96 in der Bundesliga erschreckend auswärtsschwach. Zusammen mit Absteiger 1. FC Köln holten die „Roten“ auf fremdem Platz die wenigsten Punkte aller Teams, und auch in der laufenden Spielzeit setzt sich dieses Phänomen fort - lässt man das 4:0 beim VfL Wolfsburg vom zweiten Spieltag mal außen vor.

Nach dem Kantersieg beim niedersächsischen Konkurrenten nämlich setzte es auf gegnerischem Rasen drei Niederlagen in Serie - in der Auswärtstabelle rangiert man auf einem Abstiegsplatz. So können die 96-Oberen froh sein, dass ihr Team derart heimstark ist. Zu Hause nämlich hat Hannover in der Liga seit dem 22. Januar 2011 lediglich die Spiele gegen Borussia Mönchengladbach verloren, kein anderes Team konnte in der AWD-Arena in den vergangenen 22 Monaten einen Dreier einfahren.

„Wir fahren dahin, um zu Gewinnen“

Nicht auszumalen, was für 96 drin wäre, wenn man die leidige Auswärtsschwäche ablegen könnte. Der nächsten Versuch in der Fremde steht am Sonntag an, der Bundesliga-Sechstplatzierte gastiert beim VfB Stuttgart. „In der Bundesliga waren unsere Auftritte in der letzten Zeit auswärts nicht so gut“, gab 96-Kapitän Steven Cherundolo im Vorfeld des Spiels gegenüber Goal.com zu, stellte aber auch klar: „Wir fahren dahin, um zu gewinnen.“

Erneut eine Führung verspielt

Damit das gelingt, müssen Leistungseinbrüche, wie sie in den letzten Partien gerne mal vorkamen, vermieden werden. Zuletzt verspielte man am Donnerstag in der Europa League gegen Helsingborgs IF eine scheinbar ungefährdete 2:0-Führung, gewann am Ende nur dank einer glücklichen Schiedsrichterentscheidung noch mit 3:2. Ohnehin schaffte man es in den letzten Spielen häufig nicht, einen Vorsprung souverän über die Zeit zu bringen.

„Das hat schon in Helsingborg angefangen“, so Cherundolo. In Schweden ging man vor gut zwei Wochen früh in Führung und war das klar spielbestimmende Team, musste in der Nachspielzeit aber den Ausgleich hinnehmen - konnte in letzter Sekunde aber doch noch zum Sieg treffen.

Die Suche nach der Konterstärke

„Ein 1:0 auswärts ist für unsere Mannschaft eigentlich das Beste, was geht“, erklärte Cherundolo weiter, „da kann man sich zurückfallen lassen und mit unseren schnellen Spielern auf Konter spielen. Das rufen wir zurzeit nicht ab, das müssen wir besser machen. Das hatten wir zuletzt auch angesprochen.“ In den Griff bekam man das Problem dennoch nicht.

Für den Rechtsverteidiger liegt das auch daran, dass das Team auch nach einer Führung zu offensiv agiert: „Wir müssen lernen, uns als kollektiv ein bisschen weiter zurückfallen zu lassen, wenn die gegnerische Mannschaft besser ins Spiel kommt.“ Auch in der Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen gebe es Verbesserungsbedarf: „Wir dürfen das Spielfeld nicht 70 Meter lang werden lassen. Die Stürmer bleiben stehen, unsere Viererkette lässt sich unnötig fallen. So machen wir kollektiv alles falsch.“

Jammern auf hohem Niveau

Stattdessen müsse man „cleverer sein, den Ball laufen lassen und wirklich als Block nach vorne oder nach hinten schieben. Dann ist es sehr, sehr schwer, sich gegen uns Torchancen herauszuspielen.“

Ohnehin ist das alles Jammern auf hohem Niveau. Schließlich ist 96 im DFB-Pokal noch mit von der Partie, steht in der Bundesliga auf einem Europa-League-Platz und im internationalen Wettbewerb schon frühzeitig in der nächsten Runde.

„Es ist ein Traum, dass wir in der Europa League nach vier Spieltagen schon weiter sind“, freute sich Cherundolo. Die nächsten zwei Spiele auf internationalem Terrain kann Hannover somit ruhig angehen und die Kräfte für andere Aufgaben schonen. Für den US-Amerikaner ein wichtiger Pluspunkt: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, uns ganz auf die Bundesliga zu konzentrieren - auch kräftemäßig. Das spielt eine ganz große Rolle für uns, schließlich haben wir viele Spieler, die in jeder Partie dabei sind.“

Ya Konan warnt vor Stuttgart

Dazu gehörte zuletzt auch Didier Ya Konan, der sich in die Stammelf zurückgespielt hat. Der Ivorer warnte vor dem kommenden Gegner: „Das wird wirklich schwer. Stuttgart wird 100 Prozent geben.“ Der VfB tritt mit den Selbstvertrauen des ersten Sieges in der Euro League an, die Schwaben siegten zuletzt beim FC Kopenhagen mit 2:0. Auch in der Liga geht es nach dem Katastrophenstart wieder aufwärts.

Deshalb forderte Ya Konan: „Wir müssen vom Kopf her stark sein und 90 Minuten gemeinsam kämpfen.“ Die Betonung lag dabei auf den 90 Minuten - denn einen Einbruch im hannoverschen Spiel will man sich nicht noch einmal leisten. Vielleicht klappt es dann ja auch mal wieder mit einem Auswärtssieg.

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