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Die Auszüge des neuen Buches vom ehemaligen DFB-Präsidenten schlagen hohe Wellen. Er kritisiert Hoeneß und bezeichnet Sammer als „nervig“.

Frankfurt. Die Bild-Zeitung veröffentlichte in ihrer Freitagsausgabe Auszüge aus Theo Zwanzigers Autobiographie „Die Zwanziger Jahre“. Vor allem Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß wird im Buch des ehemaligen DFB-Präsidenten massiv kritisiert und die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ihm und dem neuen Sportdirektor Matthias Sammer angezweifelt.

Das Amt des DFB-Präsidenten hat Theo Zwanziger vor einiger Zeit an Wolfgang Niersbach abgegeben. In seiner Autobiographie blickt er nun auf seine Amtszeit zurück - und attackiert dabei auch Uli Hoeneß.

„Freunde waren wir nie“, erklärt Zwanziger und bezeichnet den Bayern-Präsident als „Macho“, weil Hoeneß zum Thema Frauenfußball einst gesagt hatte: „Ich dachte, wir reden jetzt über Fußball.“ Zwanziger dazu: „Bei all seinen Verdiensten um den deutschen Männerfußball, dieser Mann kennt einfach keinen Respekt.“

„Das kann nicht gut gehen“

Auch zur Konstellation beim FC Bayern mit Sportvorstand Matthias Sammer hat Zwanziger seine eigene Meinung: „Bei den Bayern herrschen ja bekanntlich andere Gesetze. Da gibt es ein großes Hindernis, das einer erfolgreichen Tätigkeit des neuen Sportdirektors im Wege steht, und das heißt Uli Hoeneß.“

„Wenn zwei so starke, man könnte auch sagen dickköpfige, Persönlichkeiten aufeinanderprallen, kann das nicht gut gehen“, so Zwanziger.

Hoeneß habe „seine Philosophie des Provozierens mit ins Präsidentenamt genommen“ und sei immer noch viel zu sehr in das Tagesgeschäft involviert, um nicht mit Sammer aneinander zu geraten: „Er muss sich nun mal in alles einmischen, was beim FC Bayern auf der operativen Ebene geschieht.“

Bezogen auf Sammer meint Zwanziger: „Ob Sammers Verpflichtung für den FC Bayern ein Gewinn ist, wird sich herausstellen. Ich habe da so meine Zweifel. Weniger wegen Sammer, auch wenn ich erfahren habe, dass er in seiner Fußball-Leidenschaft manchmal nervig sein kann. [...] Er steckt immer noch ganz tief in dieser Trainerdenke drin. Wenn er von einer Idee besessen ist, dann lässt er nicht locker.“

Die andere Seite

Trotz dieser massiven Kritik an Hoeneß findet der ehemalige DFB-Präsident auch lobende Worte. Die Freundschaftsspiele, wie gegen St. Pauli, für Vereine in wirtschaftlicher Not oder die finanzielle Hilfe bei Schäden durch Hochwasser an Donau und Oder schätze er sehr.

Auch dass sich Hoeneß „wie kaum ein anderer Macher im Profifußball“ um aktuelle oder ehemalige Spieler in schwierigen Situationen kümmert, sei die andere Seite. „Dass Bayern München zu einem umfassenden sozialen Netzwerk geworden ist, darf sich Uli Hoeneß als sein Verdienst anrechnen.“

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