thumbnail Hallo,

Im kleinen Rhein-Derby schlägt Bayer Leverkusen Fortuna Düsseldorf verdient mit 3:2. Während die Werkself auf Champions-League-Kurs liegt, muss der Aufsteiger sich langsam sorgen.

Leverkusen. Andreas Lambertz ist niemand, der sich nach Misserfolgen aus dem Staub macht. Und so war er auch am späten Sonntagnachmittag der erste Gästespieler, der sich in die Mixed Zone zu den Journalisten begab, um über die vorangegangen 90 Minuten zu sprechen.

Das Spiel bei Bayer Leverkusen, diese bittere 2:3-Niederlage, hatte den Kapitän von Fortuna Düsseldorf sichtlich mitgenommen, und so wischte er sich vor der ersten Antwort mit seinen Händen langsam von oben nach unten über das Gesicht. Dann sagte er: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hätten nicht verlieren müssen. Aber wie wir manchmal die Tore kriegen – diese Fehler müssen wir dringend abstellen.“

Es war eine treffende Analyse. Aufsteiger Fortuna zeigte im Rhein-Derby eine ordentliche Leistung, musste sich dem Champions-League-Anwärter aufgrund von unsäglichen Schnitzern aber zurecht geschlagen haben. Vor dem 0:1 durch Sidney Sam (16.) hatte Axel Bellinghausen den Ball in der Vorwärtsbewegung völlig unnötig verloren, und beim 1:2 schafften es ein halbes Dutzend Düsseldorfer nicht, den Ball aus dem Strafraum zu bekommen, ehe André Schürrle traf (41.).

Noch überflüssiger war das dritte Gegentor, das wenige Augenblicke nach der Roten Karte für Simon Rolfes fiel. Der Bayer-Kapitän hatte nur 71 Sekunden nach seiner Einwechslung Adam Bodzek umgetreten, beim anschließenden Freistoß vertändelten die Düsseldorfer den Ball in der gegnerischen Hälfte. Der Konter mündete im Treffer von Gonzalo Castro (66.). 

„Wir haben Leverkusen die Treffer auf dem Tablett serviert“, moserte Torhüter Fabian Giefer, der mit starken Paraden weitere Gegentore verhindern konnte. Trainer Norbert Meier sagte: „Wir haben Fehler gemacht wie eine Schülermannschaft.“ Er kritisierte vor allem Lambertz, der mit seinem überhasteten Torschuss im Mittelfeld das 1:3 eingeleitet hatte: „Wir spielen gerade mit elf gegen zehn Mann und fangen an, aus 45 Metern aufs Tor zu schießen. Das wird in dieser Liga bestraft. Das hat vielleicht gereicht, als du in der Oberliga gespielt hast - jetzt nicht mehr.“

Auf der anderen Seite reichten die Tore von Nando Rafael (40.) und Bodzek (86.) nicht, um zumindest einen Punkt mitzunehmen.



Bayer ist die Mannschaft der Stunde

Während Düsseldorf damit die vierte Bundesliga-Niederlage in Serie kassierte und der Abstiegsregion immer näher kommt, avanciert Bayer zur Mannschaft der Stunde. Nach dem sensationellen 2:1 vor acht Tagen in München und dem 3:2 nach Verlängerung im Pokal in Bielefeld gelang der dritte Sieg innerhalb einer Woche. Der Werksklub rückte damit auf den vierten Tabellenplatz vor, die Beteiligten freuten sich ob der aktuellen Situation.

„Wir haben viel mehr Dampf und viel mehr System als in der vergangenen Saison“, sagte Rolfes: „Egal, wie schwer eine Situation ist – wir hängen uns immer rein und zeigen eine Reaktion.“ Die erste Rote Karte seiner Karriere empfand er als ungerecht. „Ich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Es war maximal ein Foul, dass es mal einen Kontakt gibt, gehört eben dazu“, so Rolfes.

Angesichts der Gesamtsituation konnten sie Rolfes' Platzverweis in Leverkusen gut verkraften. In der Bundesliga ist die Mannschaft auf dem Weg zurück in die Champions League, in der Europa League ist der Einzug in die K.o.-Runde wohl nur noch Formsache, und auch im DFB-Pokal ist noch alles drin. „

Etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Entlassung von Robin Dutt scheint Bayer Leverkusen wieder auf dem richtigen Weg zu sein.

EURE MEINUNG: Schafft Fortuna den Klassenerhalt?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig