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Nach den heftigen Ausschreitungen beim Ruhrderby am vergangenen Samstag sind die Verantwortlichen gefordert. Dortmunds Polizeipräsident denkt sogar an Geisterspiele.

Dortmund. Borussia Dortmund - FC Schalke 04 1:2. Das sind die sportlichen Zahlen des 141. Ruhrderbys. Doch die Bundesliga-Partie vom vergangenen Samstag wird vor allem wegen der Hooligan-Ausschreitungen und der knapp 180 Festnahmen noch ein wenig länger für Gesprächsstoff sorgen. Wieder einmal werden von den Vereinen, der Polizei und der Politik Maßnahmen gegen die Gewalt diskutiert, von der Anzeige einzelner Straftäter bis hin zur Aussperrung der Zuschauer.

Derbys künftig nur noch Geisterspiele?

Auslöser ist das Verhalten der Hooligans und Ultras beider Lager beim Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. Einsatzkräfte vor Ort sprachen von gezielten Angriffen auf die Fans des Gegners. Auch zu massiven Sachbeschädigungen sei es gekommen.

Gegenüber Bild erklärte Dortmunds Polizeipräsident Norbert Wesseler, dass Ausschlüsse von Fans womöglich bald alternativlos sind, wenn man die Gewalt nicht anderweitig in den Griff bekommt: „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir überlegen müssen, ob zukünftig Spiele ohne Gästefans stattfinden oder verschoben werden müssen. Und als letzte Möglichkeit drohen Geisterspiele, wenn Vereine und Fans nicht endlich handeln.“

Watzke für Sanktionen, aber gegen Vorverurteilung

Borussia Dortmund und Schalke 04 gaben nach dem Derby eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie die Gewalt verurteilten. Dennoch müsse man mit Pauschalisierungen aufpassen, warnt Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Grundsätzlich darf man nicht den Fehler machen, alle Ultras über einen Kamm zu scheren. Aber wir werden massiv gegen Ultras vorgehen, die nicht bereit sind, auf Pyrotechnik zu verzichten oder gewalttätig sind. Ihnen droht nicht nur ein Stadionverbot, sondern auch eine zivilrechtliche Klage.“

Politik ist abermals alarmiert

Die Ausschreitungen lassen auch die Politik nicht kalt, die sich mit dem Gewaltproblem im deutschen Fußball schon seit Längerem intensiv beschäftigt. So sagte Lorenz Caffier, der Vorsitzende der Innenminister-Konferenz: „Die Ausschreitungen zeigen eindrucksvoll, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist. Trotz der ausführlichen Gespräche im Sommer ist es offensichtlich nicht gelungen, die Gewalt in den Fußballstadien einzudämmen.“ Das Horror-Szenario eines Geister-Derbys wird scheinbar immer wahrscheinlicher.

EURE MEINUNG: Sind Geisterspiele oder eine Aussperrung der Gästefans eine Lösung im Kampf gegen die Gewalt in der Bundesliga?
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