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Es stand zu erwarten, dass nach den schweren Krawallen vor der Revierderby am Samstag der Ruf nach Maßnahmen laut werden würde. Nun meldet sich die Gewerkschaft der Polizei zu Wort

Dortmund/Köln. Nach den schweren Ausschreitungen am Rande des Revierderbys zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 fordert die Polizei die Politik zum Eingreifen auf. „Wenn die Politik nicht handelt, wird es genau so weitergehen", warnte der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in NRW, Arnold Plickert, am Montag im Radiosender WDR 2.

Politik mit im Boot nach den schweren Krawallen

Auch für Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist die Zeit zum Handeln gekommen. „Die am Samstag gezeigte Form der Gewalt gegen Fans gegnerischer Mannschaften sowie auch gegen Polizeibeamte dürfen die Vereine und die Politik nicht länger hinnehmen. Geredet ist nun genug. Jetzt müssen Taten folgen", sagte Caffier bei Sport Bild Plus. Das gelte auch für die Fußballverbände.

Acht verletzte Polizisten und 200 Festnahmen

Bei den Ausschreitungen rund um das Fußballspiel waren am Samstag acht Polizisten verletzt worden, etwa 200 Randalierer wurden festgenommen. Weil bereits im Vorhinein mit Auseinandersetzungen gerechnet worden war, waren mehr als 1.000 Beamte zum Einsatz gekommen, etwa viermal so viele wie bei normalen Bundesliga-Spielen in Dortmund.

Plickert fordert Fußball-Staatsanwälte

Für Gewaltbereite müsse die Zeit der Runden Tische vorbei sein, sagte Plickert. Es gebe etwa 4.000 Hooligans und Ultras, die nicht mit der Polizei sprechen wollten. Gegen sie müssten nun andere Maßnahmen ergriffen werden. „Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen, damit wir Bereichsbetretungsverbote und Meldeauflagen verhängen können", sagte Plickert.

Zugleich forderte er gezielte Stadionverbote für erkannte Rechtsbrecher und Gewalttäter sowie spezielle Staatsanwälte. „Wir brauchen Fußball-Staatsanwälte, die das Geschäft tagtäglich und die gruppendynamischen Prozesse kennen."

Randalierer waren professionell ausgerüstet und vorbereitet

Bei zahlreichen Festgenommenen hatten die Einsatzkräfte am Samstag ein ganzes Arsenal an Pyrotechnik wie Bengalos, Handfackeln und Rauchpulver sowie Pfefferspray, Quarzhandschuhe, Sturmhauben und Beißschienen gefunden. Für ihn sehe das so aus, „dass hier gezielt die Gewalt gesucht wurde", sagte Plickert.

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