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Wutreden wie zuletzt von Bruno Labbadia seien „menschlich“ und sollten „nicht überbewertet werden“, findet Rudi Völler und plädiert für mehr „Rückendeckung“ für die Fussballlehrer.

Leverkusen. Bruno Labbadia platzte der Kragen, Uli Hoeneß kritisierte Joachim Löw und Michael Ballack wollte entgegen früherer Behauptungen nun doch noch sein Abschiedsspiel. Die Fußballwelt bot in jüngster Zeit mal wieder mächtig Diskussionsstoff. Nun äußert sich auch Rudi Völler zu den Themen der letzten Tage.

„Dann kochen schon mal die Emotionen über“

„Schwaben“-Coach Labbadia sorgte kürzlich mit seinem Gefühlsausbruch für Aufsehen. Medien, Fans sowie Kritiker – keiner war vor den verbalen Geschossen des 46-Jährigen sicher. Doch wie kommt es dazu? Bayer-04-Manager Völler kommentierte das Geschehene gegenüber Bild am Sonntag: „Das geschieht aus unterschiedlichen Gründen. Mal spontan aus der Emotion heraus. Mal kalkuliert, weil man Gegenwind bekommt“, so „Tante Käthe“.

„Der Druck wird größer“

Der 52-Jährige, der für sein Temperament ebenfalls bestens bekannt ist, stellt sich jedoch schützend vor seinen Bundesliga-Kollegen. Demnach spiele die psychische Belastung heutzutage eine große Rolle. „Den Druck gab es immer. Allerdings steht man durch die Medien heute unter Dauerbeobachtung. Da wird der Druck noch größer und dann kochen schon mal die Emotionen über. Das ist menschlich und sollte man nicht überbewerten“, so Völler, der sich mehr Unterstützung für die Männer an der Seitenlinie erhofft: „Wichtig ist für alle Trainer die Rückendeckung.“

Hoeneß geht es „immer um die Sache“

Abgesehen von Labbadia schaffte es zuletzt auch Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß abermals in die Schlagzeilen. Ziel seiner Kritik war Bundestrainer Joachim Löw, von dem er eine härtere Gangart im Umgang mit den Nationalspielern forderte. Geht es nach Völler, solle man auch hier die Nachsicht walten lassen. „Uli ist ein erfahrener, guter, erstklassiger Mann, der eine sehr gute Meinung zu vielen Dingen hat. Er sagt stets, was er denkt. Damit muss nicht jeder einverstanden sein. Doch jeder muss wissen, dass Uli das nie persönlich meint – ihm geht es immer um die Sache.“

Ballack künftig als Trainer?

Respekt zeigt der Bayer-Manager auch vor dem Werdegang von Michael Ballack, der kürzlich seine Fußballschuhe an den Nagel hängte: „Unabhängig von seinen letzten beiden unglücklichen Jahren hier bei Bayer hat Michael eine überragende Karriere hingelegt. Ich hatte ihm geraten, bald den Trainerschein zu machen, was er jetzt auch angehen will“, stellt Völler dem „Capitano“ eine Laufbahn als Coach in Aussicht.

Bezüglich eines Abschiedsspiels für den 36-Jährigen sieht Völler eine vernünftige Diskussionsrunde als die beste Lösung für diesen Streitpunkt: „Alle sind ja erst einmal davon ausgegangen, dass Michael noch weiterspielt. Nun muss man sehen, auf welche Art und Weise man ein Abschiedsspiel organisieren könnte. Es sollten sich alle zusammensetzen – der DFB, Ballack und auch wir von Bayer“, so der Sportdirektor abschließend.

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