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Lothar Matthäus stellte auf der Frankfurter Buchmesse seine Autobiographie „Ganz oder gar nicht“ vor und äußerte sich dabei unter anderem zum aktuellen Fußballgeschehen.

Frankfurt. Lothar Matthäus hat als Fußballer quasi alles erreicht - er war Europameister, Weltmeister und Weltfußballer. Auch im Privatleben agierte er recht erfolgreich und kann nun sogar eine Autobiografie in seine Vita mit aufnehmen. Anlässlich der Vorstellung seines Werkes sprach er über Trainingsmethoden, Veränderungen im Fußball und sein Privatleben.

„Ich bin kein Felix Magath“

„Ich bin authentisch, ich habe Respekt vor allen Spielern - auch wenn er erst 18 Jahre alt ist. Ich will Spieler formen, sie weiterbringen, damit ich irgendwann einmal sagen kann: Zu dessen Entwicklung habe ich auch meinen Teil beigetragen“, so Matthäus gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Als Beispiel nennt er dabei einen aktuell sehr erfolgreichen Spieler - Szabolcs Huszti. „Den habe ich als 18-jährigen bei einem Dorfverein in Ungarn gefunden. Das ist mein Fachgebiet, da kenne ich mich aus.“

Wenn Lothar Matthäus als Trainer in Erscheinung tritt, möchte er von seinen Spielern nicht nur als solcher betrachtet werden. „Ich versuche, mit jedem Spieler einen Kontakt herzustellen. Die sollen mich nicht nur als Trainer sehen, sondern auch als Freund oder Vater. Der kann auch mit persönlichen Problemen zu mir kommen. Das war in Belgrad der Fall: Da wusste ich mehr von den Spielern als die eigene Ehefrau.“ Deswegen kann er sich auch keinen harten Umgang mit seinen Schützlingen vorstellen und meint: „Ich bin kein Felix Magath“.

„Heute muss ein Sportler Angst haben“

Dass sich mit der Zeit so Einiges ändert, gilt natürlich auch für den Fußball. So moniert der Rekordnationalspieler, dass es Fußballer heutzutage außerhalb des Platzes nicht mehr krachen lassen dürfen, ohne gleich eine öffentliche Schelte dafür zu kassieren. „Heute muss ein Sportler Angst haben, weil immer eine Kamera dabei ist. Heute ist eine Frau schon schwanger, da habe ich sie noch nicht einmal kennengelernt. Natürlich spricht heutzutage keiner darüber. Aber Bayern-Spieler gehen auch heute noch ins P1! Früher konnten wir uns freier bewegen. Das ist ja meine Meinung als Trainer: Lasst einen wie Jerome Boateng doch leben - so lange er seine Leistung bringt.“

„Wenn du gut bist, dann wirst du belohnt“

Trotz seines enormen Talents hatte es Lothar Matthäus nicht immer leicht. So erinnert er sich in seinem Buch, dass seine Eltern aufgrund ihrer Berufe nur wenig Zeit für ihn hatten und ihn deshalb in der Jugendzeit selten auf dem Platz sahen. „Mein Talent war ja früh zu sehen - und es wäre natürlich schön gewesen, wenn Mutter und Vater mal am Spielfeld gestanden hätten. Aber ich habe gemerkt, dass sie diese Zeit für sich nutzen mussten.“

So war er auch bei seinem Wechsel nach Gladbach auf sich alleine gestellt und erinnert sich an seine Unterkunft: „Im Bahnhofsviertel, wo morgens um vier die Besoffenen ans Fenster geklopft haben, dass Du aus dem Bett gefallen bist. Da konnte mein Vater nicht mit, der musste ja arbeiten. Aber ich habe mich durchgesetzt.“

Für seine Reise durch die Fußballwelt hatten ihm die Eltern dennoch eine wichtige Lektion mitgeben können: „Das haben mir meine Eltern zu verstehen gegeben: Wenn du gut bist, dann wirst du belohnt.“ Belohnt wurde Lothar Matthäus bekanntermaßen reichlich.

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