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Es war ein hartes Stück Arbeit, doch am Ende setzten sich der FCB auch im Weserstadion durch. Vor allem die erste Halbzeit schmeckte Sportchef Matthias Sammer allerdings gar nicht.

Bremen. Eitel Sonnenschein und Friede, Freude, Eierkuchen? Nichts für Matthias Sammer. Der sportliche Leiter des FC Bayern ist bekannt dafür, den Finger in die Wunde zu legen – und sei sie noch so klein. So auch nach dem 2:0-Erfolg der „Roten“ bei Werder Bremen am Samstagnachmittag. Der Sieg bedeutete einen neuen Startrekord für die Münchener, die bislang alle Pflichtspiele in dieser Saison gewonnen haben. Sammer kritisierte anschließend jedoch die Leistung der Gäste in Durchgang eins.

„Wehret den Anfängen“

Der 45-Jährige bemängelte, die Spieler des Rekordmeisters seien „zu lätschern“ aufgetreten. In der Tat waren die ersten 45 Minuten zerfahren, ohne großen Spielfluss, dafür mit vielen Fouls und wenig Torchancen. Sammer kündigte an, er wolle „in Gesprächen“ herausfinden, ob es eines dieser Spiele war, „die immer mal passieren können“, oder ob es an mangelnder Einstellung gelegen habe: „Ist das der Fall, werden wir dazwischenfunken. Wehret den Anfängen, auch wenn es nur kleine Anfänge sind!“

MATCH-STATISTIK | Werder - FCB 0:2

Torschüsse

Ballbesitz
Zweikämpfe
Ecken
Abseits
Fouls
WERDER
8
39%
  50%
2
1
14
BAYERN
19
61%
  50%
6
5
16
Ruhig, aber deutlich, erklärte er den Journalisten in der Mixed Zone: „Wir waren zwar wach, aber so richtig hellwach waren wir nicht. Wir waren nicht richtig gallig. Wir waren zu lätschern. Wir reden getrennt vom Ergebnis und der eigentlichen Leistung. Das Ergebnis hätte auch 0:0 sein können. Aber die Kritik über die Leistung wäre die gleiche gewesen. Wenn Spiel oder Training ist, muss die Laterne an sein. Aber richtig! Heute hat sie nur leicht geglimmt.“

Nach der Pause hatten die Bayern gegen sich tapfer wehrende Bremer deutlich mehr Zug in ihren Aktionen. Den Ausschlag gaben schließlich die Auswechslungen von Jupp Heynckes: Er brachte Xherdan Shaqiri, Mario Mandzukic und Javi Martinez. Das neue FCB-Trio sorgte für zusätzlichen Schwung. „Das war heute nicht unsere Gewichtsklasse“, konstatierte Bremen Geschäftsführer Klaus Allofs anschließend die überlegenen personellen Möglichkeiten der Gäste.

Matthias Sammer war viele Lob dennoch nicht recht. Er legte nach: „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht irgendwann alle mit hängenden Schultern laufen, weil so viele darauf geklopft haben. Irgendwann glauben wir das alle noch.“ Schließlich sei in diesem Moment, trotz komfortabler Tabellenführung, nichts erreicht: „Du kannst heute mal versuchen, irgendwo in München auf einen Balkon zu rennen – da wird dir keiner was überreichen.“ Auf die Frage, was ihm der beste Start aller Zeiten bedeute, meinte er kurz: „Nichts!“

Trainer Jupp Heynckes („Ich habe in der Pause deutliche Worte gefunden“) bemängelte vor allem den fehlenden Esprit seiner Schützlinge und Kapitän Philipp Lahm meinte: „Es gibt Spiele, in die man nur schwer hineinfindet. Das war heute so ein Fall. Wichtig war es, dass wir immer versucht haben dranzubleiben und schnell nach vorne zu spielen. Sicher, der Gegner hatte auch Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Da müssen wir besser aufpassen.“


„Du kannst heute mal versuchen, irgendwo in München auf einen Balkon zu rennen – da wird dir keiner was überreichen.“


- Matthias Sammer

Die Torschützen für den Rekordmeister hießen schließlich Luiz Gustavo und Mario Mandzukic. Der Brasilianer netzte per sehenswertem Kunstschuss ein, Mandzukic war nach einem Konter und der Vorabei Shaqiris erfolgreich. „Man sieht absolut die Qualität, die wir von der Bank und im Spiel nach vorne haben“, lobte Phillip Lahm. Ein wesentlicher Faktor im Spiel der Bayern ist für ihn die Unberechenbarkeit: „Es tut der Mannschaft gut, dass wir so wenig ausrechenbar sind.“ In Heynckes Haut möchte er angesichts des breiten Kaders nicht unbedingt stecken: „Der Trainer hat ein paar richtig schwierige Entscheidungen zu treffen.“

EURE MEINUNG: Seht Ihr bei den Bayern einen Anflug von Überheblichkeit? Hat Matthias Sammer Recht?

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