Borussia Mönchengladbach: Ein Punkt gegen Hamburg und keiner weiß wieso

Die Fohlen blieben gegen den HSV im fünften Pflichtspiel in Folge ohne Sieg. Nur der Fahrlässigkeit des HSV war es zu verdanken, dass keine Krise heraufbeschwört wird.
Mönchengladbach. Es deutet sich schon jetzt an, dass es für Borussia Mönchengladbach eine sehr schwierige und zähe Saison werden wird. Die ersten Auftritte versprühten alles andere als Zuversicht und auch der Hamburger SVhätte am Mittwoch an einem normalen Tag die vielen Fehler der Fohlen ausnutzen müssen. Mit Dusel und Kampf kam die Borussia noch zu einem Punkt, über den sie sich wie schon in Leverkusen freuen dürfen.

Es läuft einfach nicht

„Wir hatten wieder richtig viel Glück“, sagte Stürmer Mike Hanke nach dem Spiel treffend gegenüber Goal.com und der Presse. Auch Hanke blieb gegen den HSV blass und verzweifelte an den vielen Fehlern im Aufbauspiel. „Man muss sagen, dass wir vielleicht ein bisschen überrascht waren, wie Hamburg gespielt hat.“ Ob überrascht oder einfach nur unkonzentriert, die Borussia spielt in der neuen Saison noch weit unterhalb ihrer spielerischen Möglichkeiten: „Es ist nun einmal so, dass es Phasen gibt in der Karriere oder in einer Mannschaft, wo es nicht so läuft. Das müssen wir einfach akzeptieren und realistisch betrachten, dass wir viel Arbeit vor uns haben.“

Fußballerisch Rückschritte gemacht

Rund eine halbe Stunde lang spielten die Hausherren in Unterzahl. Während der HSV eine Überzahlsituation nach der nächsten verspielte, sorgte ein weiterer Standard für den glücklichen Punktgewinn in der Nachspielzeit. „Nein, ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet“, so Kapitän Filip Daems. „Aber man muss immer bis zur letzten Sekunde daran glauben, dass man es schaffen kann“. Der Belgier war noch am nächsten an seiner Normalform dran und beklagte „viel zu viele einfache Ballverluste. In der Vorwärtsbewegung haben wir den Ball verloren und laufen dann immer hinterher“. Die ersten zehn, fünfzehn Minuten haben die Borussen gut angefangen, doch „danach war kaum eine Linie bei uns im Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir uns wieder reingekämpft, aber fußballerisch war es schlecht.“

Kaum eine Kombination will derzeit gelingen und der Angriff existiert nur auf dem Papier. Hinzu kamen gegen den HSV einige zumindest sehr fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen von Deniz Aytekin. „Nein, ich habe ihn nicht berührt, und deswegen habe ich mich auch darüber aufgeregt“, kommentierte Martin Stranzl sein angebliches Foulspiel an Ivo Ilicevic, in dessen Folge der Österreicher vom Platz gestellt wurde. „Ich habe den Schiedsrichter noch einmal gefragt, er solle den Spieler fragen, ob ich ihn getroffen habe. Das hat er nicht gemacht.“

Max Eberl warnt vor der Entwicklung

Mit Luuk de Jong, Granit Xhaka und Alvaro Dominguez standen die drei millionenschweren Neuzugänge in der Startelf. Der Niederländer mühte sich im Angriff ab, machte aber eine extrem unglückliche Figur. Das Publikum scheint bereits die Geduld zu verlieren, doch Sportdirektor Max Eberl beschwichtigte nach dem Spiel, dass niemand Zauberfußball erwarten dürfe: „Marco Reus, Marco Reus, Marco Reus… das ist jetzt ad acta. Der ist nicht mehr hier. Man hat eine neue Mannschaft, ein neues Gesicht. Da muss aber jeder Spieler, jeder Einzelne, daran anknüpfen, was sie letztes Jahr gezeigt haben. Und da knüpfen einige nicht an“, so Eberl.

„Jetzt hast du sowohl in Leverkusen, als auch heute einen Punkt mitgenommen. Aber das sollte auch keinem den Sand in die Augen streuen: ‚Ja, das läuft ja‘. Nein, es ist schon eine gefährliche Entwicklung, die in den beiden letzten Spielen zu sehen war. Da muss sich auch jeder an die eigene Nase fassen und sich nicht hinter irgendwas verstecken“. Ausgerechnet jetzt geht es am Samstag gegen den deutschen Meister aus Dortmund.

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