Schalke 04: Spieler und Trainer kritisieren Pfiffe der Fans

Bei den Königsblauen scheint die Welt in Ordnung zu sein. Man steht auf dem dritten Tabellenplatz, holte Siege im Pokal und in der „Königsklasse“. Doch der Schein trügt.
Gelsenkirchen. Am Dienstagabend feierte Schalke 04 gegen Mainz 05 den dritten Sieg in dieser Saison und sicherte sich damit den dritten Tabellenplatz in der Bundesliga. Die „Königsblauen“ sind gut in die Saison gestartet. Doch die Fans pfiffen die Spieler aus, da sie abermals eine spielerisch recht dürftige Vorstellung ihrer Mannschaft zu sehen bekamen. Huub Stevens ist über das Verhalten der Anhänger mehr als nur erbost.

„Keine Ahnung von Fußball“

Besonders der Holländer konnte seinen Ärger nach dem 3:0-Sieg nicht herunterschlucken und machte sich Luft. „Kompliment an die Nordkurve, die haben nicht gepfiffen. Aber die anderen, die haben scheinbar keine Ahnung von Fußball“, so der Trainer gegenüber der Bild.

Der 58-Jährige ist sich der mäßigen Leistung bewusst, doch am Ende des Tages wird man an den Resultaten gemessen, die bei den Königsblauen zurzeit stimmen. „Wie heißt es doch so schön: Drei Punkte geholt, Mund abputzen und weitermachen.“



Team schließt sich dem Trainer an

S04-Kapitän Benedikt Höwedes lobt ebenfalls die Nordkurve. „Die Nordkurve hat Fingerspitzengefühl. Leider ist das nicht bei allen so.“ Auch Klaas-Jan Huntelaar bedankt sich für die Unterstützung der Stehplatztribüne. „Ich denke, die Nordkurve hat uns während den gesamten 90 Minuten sehr gut unterstützt. Das ist für unsere junge Mannschaft wichtig“, so der Niederländer auf der Homepage der Schalker.

Zugleich kritisiert der Stürmer die unnötigen Pfiffe der anderen Anhänger: „Wir haben nach der Führung immer wieder versucht, das zweite Tor zu schießen. Da helfen uns die Pfiffe von den Rängen nicht weiter. Vor allem, wenn man sieht, dass nicht alles klappt. Das verunsichert eine Mannschaft nur, und dadurch wird das Spiel nicht besser.“

Gestiegene Ansprüche kontra junge Spieler

Manager Horst Heldt versucht, die Pfiffe in einen größeren Kontext einzuordnen. „Es ist legitim, dass die Ansprüche und Erwartungen hoch sind. Wir haben Verständnis für latente Unzufriedenheit, wenn etwas nicht läuft“, sagte der 42-Jährige in der Bild.

Dabei nimmt er die jungen Spieler in Schutz, die ihre Zeit brauchen, um zu gestandenen Profis zu reifen. „Auf der anderen Seite wollen die Schalker, dass wir mit jungen Spielern arbeiten. Die sind nicht immer so stabil, die brauchen die Unterstützung.“

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