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Werders Clemens Fritz: „Wenn man zurückschaut, muss man sich schon ärgern“

Die Norddeutschen begeistern bislang mit attraktivem Offensivfußball. Doch ein Blick auf die Tabelle macht deutlich: Punktemäßig läuft es nicht so prächtig.

Bremen. Wieder einmal war es mehr als ansehnlich, was Werder Bremen am Wochenende gegen den VfB Stuttgart den Zuschauern bot. Und wieder einmal stand man zum Schluss mit nahezu leeren Händen da. Die Spiele davor – gegen Borussia Dortmund, gegen Hannover 96 – ein Déjà Vu. Mit ein wenig mehr Stabilität und Abgeklärtheit hätte man jetzt den dritten Tabellenrang inne haben können. Stattdessen steht man vor dem Spiel gegen den SC Freiburg bereits unter Zugzwang, will man doch mit den Abstiegsrängen nichts zu tun haben.

„Zu wenig hängengeblieben“

Es ist schon bitter, wenn man eine 2:0-Führung doch noch aus der Hand gibt. Oder wenn man in der allerletzten Minute eines Spiels noch um ein Unentschieden beraubt wird. Oder wenn man dem amtierenden Meister alles abverlangt, um am Ende mit hängenden Köpfen und einer knappen Niederlage nach Hause zu fahren. Die neue Saison der Bundesliga ist gerade mal vier Spieltage jung und doch hat es Werder Bremen geschafft, all diese drei Kunststücke zu schaffen.

„Wenn man zurückschaut, was wir schon liegengelassen haben, muss man sich schon ärgern“, gibt Defensivmann Clemens Fritz gegenüber der Kreiszeitung Syke offen und ehrlich zu. „Es war zwar keine Mannschaft dabei, die uns an die Wand gespielt hat. Aber unterm Strich ist zu wenig hängengeblieben“ – der 31-Jährige bringt es auf den Punkt.

„Lieber ein Scheißspiel“

Die neugebastelte Bremer-Mannschaft hat eindeutig Potenzial, doch die bisherigen Ergebnisse waren im Vergleich zu den dargebotenen Auftritten einfach nur bedingt zufriedenstellend – und das nagt auch an der Mentalität der Spieler. Frust macht sich bemerkbar. „So ein Spiel muss man auch mal nach Hause bringen“, ärgert Fritz sich über das Unentschieden gegen die Schwaben. „Mir wäre es lieber, mal ein Scheißspiel zu gewinnen, als für Spiele gelobt zu werden, bei denen nichts rumkommt.“

„Es gibt keine leichten Spiele“

Obwohl das Trainerteam um Thomas Schaaf sich schützend vor seine Mannschaft stellt, sind die Spieler sich der eigenen Fähigkeiten aber auch des Ernsts der Lage bewusst. „Jeder ist ungeduldig, dabei sollten alle die Geduld aufbringen, der Mannschaft die Zeit zu geben, um Sicherheit und Stabilität zu entwickeln“, appelliert Coach Thomas Schaaf. Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic dagegen fordert nun die ersten Erfolgserlebnisse: „Wenn wir nicht unten reingeraten wollen, müssen wir uns jetzt absetzen.“

Das Spiel gegen den SC Freiburg am Mittwoch bietet eine scheinbar ideale Gelegenheit dazu, denn statistisch gesehen sind die Breisgauer eine Art Lieblingsgegner für Bremen – 18 Mal verließ man bisher in direkten Duellen das Feld als der Sieger, nur 5 Mal ging man leer aus. Und dennoch ist man gewarnt: „Es wird kein leichtes Spiel, denn für uns gibt es in dieser Saison keine leichten Spiele. Wir können gegen jeden Gegner gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren“, so der Österreicher weiter.

Auch Stürmer Nils Petersen gibt sich vor der Partie kämpferisch: „Füße stillhalten, Ruhe bewahren, Arschbacken zusammenkneifen und weitermachen!“ – so die Ansage des 23-Jährigen.

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