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Der Oranje-Star offenbarte, dass er während seiner Zeit in der spanischen Hauptstadt stets Hamburg im Hinterkopf hatte. Der Finanzier des Supertransfers, Kühne, begrüßt den Deal.

Hamburg. In einem ausführlichen Interview bekannte sich Rafael van der Vaart zu seiner alten, neuen Liebe dem Hamburger SV, den er nie, nicht mal bei Real Madrid, vergessen konnte.

Van der Vaart will Transferlast des HSV auf dem Feld zurückzahlen

Der niederländische Nationalspieler wurde auf die hohe Transfersumme angesprochen, die die Norddeutschen aufwenden mussten, um den Fanliebling zurück zu den Hanseaten zu holen.

„Das ist mir schon bewusst, ganz klar. Und natürlich will ich so gut wie möglich sein, damit die Fans irgendwann wissen, dass sich das ganze Geld auch bezahlt gemacht hat“, sagte der Holländer dem Hamburger Abendblatt.

Heimweh ständiger Begleiter

„Sylvie und ich haben uns nirgendwo so heimisch wie in Hamburg gefühlt. Mein Sohn ist hier geboren, ich kenne mich hier aus und fühle mich hier wohl. Ich habe auch in Madrid und in London noch viel Kontakt nach Hamburg gehabt. Und wenn man sich so richtig heimisch fühlt, erkennt man das dann auch an der Leistung.“



Lieber Eppendorf statt Madrid, denn der HSV ist etwas Besonderes

„Ich kann das nur schwer in Worte fassen, aber der HSV ist etwas ganz Besonderes. Das Stadion, die Fans und die Stadt - das alles ist einmalig, nicht nur in Deutschland. Sie müssen sich mal vorstellen: Da bin ich vor vier Jahren gerade vom HSV zu Real Madrid gewechselt, also zum größten Fußballverein der Welt. Und das erste halbe Jahr in Madrid haben Sylvie und ich jeden Tag nur an Eppendorf gedacht“, so der Mittelfeldregisseur weiter.

Sponsor Kühne sieht Verpflichtung von van der Vaart als richtigen Schritt

Klaus-Michael Kühne, der wohlhabende Privatmann, der mit seiner Finanzspritze den Wechsel von van der Vaart ermöglichte, sieht den hochkarätigen Zugang als Schritt in die richtige Richtung. Kritisiert jedoch die HSV-Vereinsführung und spricht über weitere mögliche wirtschaftliche Engagements bei den Hamburgern.

„Man kann von einem einzelnen Spieler nicht erwarten, dass er Wunder bewirkt. Ich bin mir sicher, dass er als neuer Kopf der Mannschaft einen großen Unterschied ausmacht. Aber damit der HSV eine echte Spitzenmannschaft wird, braucht er bestimmt noch ein bis zwei weitere Klassespieler“, so Kühne der die Situation beim HSV realistisch und nüchtern betrachtet.

Weitere Investitionen?

„Man soll niemals nie sagen. Die Entwicklung des Vereins werde ich natürlich ganz genau verfolgen. Aber aktuell habe ich keine weiteren Absichten, da ich mit der Rückholaktion van der Vaarts ein sehr großes finanzielles Engagement eingegangen bin. Fürs Erste reicht das. Ich kann Ihnen versichern, dass ich mit meinem Engagement keinen großen Gewinn machen werde. Es ist ein Modell, das mir damals vorgeschlagen wurde, ich habe mir das nicht ausgedacht. Aktuell gibt es Absprachen, dass ich beteiligt werde, wenn der HSV tatsächlich mal Meister wird oder in die Champions League einzieht. Aber auch dann könnte ich mir gut vorstellen, das Geld gleich wieder zu investieren, so wie ich es bei meinen Anteilen beim Transfer von Paolo Guerrero getan hab. Meine kommerziellen Interessen stehen deutlich hinten an. Was die Rückzahlung betrifft, will und kann ich mich da aber nicht festlegen“, fügte Kühne hinzu.



Kühne wenig begeistert von Entscheidungen des Vorstands

Und der Investor weiter: „Die Strukturen beim HSV halte ich jedenfalls für wenig erfolgversprechend. Ein kleinerer Aufsichtsrat, der an einem Strang ziehen würde, dürfte dem Verein sehr viel besser zu Gesicht stehen. Denn der Aufsichtsrat hat eine sehr wichtige Funktion: Er muss das Management ernennen. Und da ist beim HSV in der Vergangenheit auch nicht immer alles richtig gelaufen. Ich will hier gar keine einzelnen Personen kritisieren. Aber ein gutes und professionelles Management ist nun mal das Wichtigste in einem Verein. Ich will da über niemanden den Stab zu früh brechen. Aber klar ist auch, dass die Entscheidungen der Sportdirektion im vergangenen Jahr nicht alle glücklich waren. Jetzt muss man mal abwarten, wie die neu verpflichteten Spieler einschlagen.“

Van der Vaart glaubt an Mannschaft und will lange bleiben

„Ich bin da sehr optimistisch. Unsere Mannschaft hat viel Talent, das meine ich ganz ernst. In Ansätzen hat man das auch schon in Frankfurt gesehen. Aber diese Talente brauchen nun mal Zeit, sich zu entwickeln. Ich bin jedenfalls fest entschlossen, diese Jungs zu führen. Solange mich die Leute hier gerne haben, möchte ich bleiben. Ich würde auch gerne eine wichtige Rolle beim HSV nach meiner Karriere spielen“, so der 29-jährige Heimkehrer gegenüber dem Hamburger Abendblatt abschließend, der sich auch über seine aktive Zeit hinaus ein Engagement beim HSV vorstellen kann und sich ähnliche langfristige Klub-Projekte und Pläne wünschen würde, wie in England, wo er Arsene Wenger und Alex Ferguson und ihre lange zielgerichtete Arbeit bei ihren Vereinen als Maßstab angab, den es nachzueifern gelte.

EURE MEINUNG: Kommt mit van der Vaart über kurz oder lang der Aufschwung beim HSV?
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