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Frankfurts Vorstandsvorsitzender sieht Investoren kritisch und erläutert die ganz eigene Strategie der Eintracht: Erfolg durch Kontinuität.

Frankfurt. Aufsteiger Eintracht Frankfurt ist mit drei Siegen aus drei Spielen perfekt in die Bundesliga-Saison gestartet. Vom Europapokal möchte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen aber nichts wissen, wie er im Interview mit Eurosport verriet. Auch den Einsatz von Investoren sieht er nicht nur im Hinblick auf das Financial Fairplay kritisch. Für seinen Trainer Armin Veh findet er dagegen nur lobende Worte.

Financial Fairplay wird ad absurdum geführt

Der 3:2-Sieg der Frankfurter Eintracht gegen den Hamburger SV am 3. Bundesliga-Spieltag muss für Heribert Bruchhagen eine besondere Genugtuung gewesen sein, kritisierte er doch wenige Tage zuvor die 13 Millionen Euro teure HSV-Verpflichtung Rafael van der Vaart, dessen Ablöse komplett von Investor Klaus-Michael Kühne gestemmt wurde. Zusammen mit den je rund vier Millionen Euro teuren Milan Badelj und Petr Jiracek hat der Hamburger SV allein in den letzten Tagen der Transferperiode 21 Millionen Euro ausgegeben. Nun erläuterte der 64-jährige Bruchhagen seine Bedenken.

„Wenn überall von Financial Fairplay gesprochen wird, ist es für uns nicht so schön, wenn ein Verein in drei Tagen so viel Geld in die Hand nimmt, wie wir in einem ganzen Jahr. Das macht uns in unseren Planungen mutlos. Denn dadurch wissen wir, dass es schwer wird, diesen Klub in der Tabelle zu überholen.“

Kein wirtschaftliches Risiko unter Bruchhagen

Ferner erteilte Bruchhagen einem hypothetischen Einstieg eines Investors bei der Eintracht ebenso eine klare Absage wie einer riskanteren Einkaufspolitik: „Es ist einer unserer wesentlichen Grundsätze, dass wir uns nicht verschulden. Ich weiß, dass man in Deutschland zum Außenseiter gerät, wenn man nicht bereit ist, sich zu verschulden. Wir leben in einem Land, wo Kreativität und Gestaltung auch immer mit Schulden verbunden werden.“

Aktueller Höhenflug dank Glück und richtigen Entscheidungen

Dem momentanen Erfolg tut die defensive Einkaufsstrategie keinen Abbruch. Heribert Bruchhagen weiß die guten Ergebnisse aber realistisch einzuschätzen. So wie die Mannschaft in der Abstiegssaison 2010/11 in eine Abwärtsspirale geraten sei, besitze man aktuell schlicht und einfach das nötige Spielglück.

Vor allem Trainer Armin Veh und Manager Bruno Hübner, die die aktuelle Mannschaft bewusst aus sehr guten und bezahlbaren Zweitligaspielern zusammengestellt haben, seien für den guten Start verantwortlich. Da er jedoch aus leidvoller Erfahrung um die „Dynamik des Misserfolgs“ wisse, gibt es für Bruchhagen derzeit keinen Anlass zu übertriebener Euphorie.

Erfolgsfaktor Armin Veh

Einzig wenn es um die Arbeit des Trainers geht, gerät Bruchhagen ins Schwärmen: „Wir haben ihn geholt, weil wir wussten, dass er gestanden ist. Er ist ein ,Elder Statesman‘, hat eine natürliche Autorität. Das wirkt sich auf die Mannschaft aus. Die Spieler spüren einfach seine Erfahrung und Kompetenz. Er sieht, dass in Frankfurt viele junge Spieler sind, die er besser gemacht hat. Diesen Weg sieht er noch nicht als abgeschlossen an, das kann auch ein Kriterium für eine Verlängerung sein.“

Diese steht aktuell noch nicht zur Disposition. Zwar läuft Vehs Vertrag zum Ende der Saison aus, doch zur Eile bestehe momentan noch kein Anlass. „Noch ist eine Verlängerung kein Thema. Das wird sich automatisch ergeben, wenn es weiter gut läuft und Armin Veh auch will.“ Der Trainer hatte bereits nach dem Aufstieg im Frühling mit der Vertragsverlängerung gezögert, weil er nur mit einer schlagkräftigen Truppe weitermachen wollte.

EURE MEINUNG: Hat Frankfurt das Zeug, zur Überraschungsmannschaft der Liga zu werden? Setzt die Eintracht bei ihrer Einkaufspolitik auf die richtige Strategie?
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