thumbnail Hallo,

Michael Zorc: „Es ist eine spektakuläre Gruppe für die Zuschauer – für uns ein hartes Brot!“

Kann sich der BVB in der Champions League durchbeißen oder gibt es wieder ein frühes Aus? Hilft Reus dem BVB beim Weiterkommen - und was machen die Bayern? Zorc weiß und sagt es.

Dortmund. Es kommen harte Wochen auf den BVB zu. In der Bundesliga will man oben dran bleiben, in der Champions League hat man eine Mördergruppe erwischt und dann kommen noch die Störfeuer aus München, von wo aus der Boss des FC Bayern München, Uli Hoeneß, dem Wettbewerber Borussia Dortmundnur „regionale Bedeutung“ zumisst. Ist die Borussia der Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Champions League gewachsen? BVB-Sportdirektor Michael Zorc gibt Antworten auf drängende Fragen.

Zwiespältige Gefühle bei Verkündung der Todesgruppe

Michael Zorc, Sportdirektor von Borussia Dortmund, hat sich gegenüber der Welt sehr ausführlich dazu eingelassen, wie er die Wettbewerbe Champions League und die Bundesliga sieht: „Ich hatte während der Auslosung zwiespältige Gefühle. Zum einen habe ich mich über die Aussicht auf echt starke Spiele gegen große Gegner gefreut. Aber ich habe natürlich auch gedacht: Das wird ein hartes Brot. Für die Fans ist die Gruppe sicherlich spektakulär. Ich weiß nicht, ob es das schon mal gegeben hat: Vier Meister aus vier großen Fußballnationen und drei Vereine, die die Champions League schon gewonnen haben. Viel mehr Qualität geht ja nicht.“

Unzufrieden mit dem letzten Jahr in der Champions League

Michael Zorc übte sich aber auch der Disziplin der Selbstkritik: „Wir wollen es jedenfalls besser als vergangenes Jahr machen, ganz klar. Wir waren selbst unzufrieden. Wir haben es nicht geschafft, die hervorragende Leistung, die wir national über zwei Jahre hinweg – vor allem auch gegen Spitzenmannschaften abgerufen haben – in der Champions League zu bestätigen. Das hat uns geärgert. Seit Einführung der Champions League haben relativ häufig Mannschaften gewonnen, die eher am Ende ihrer Entwicklung waren. Das traf auf uns selbst 1997 zu, 2001 auf den FC Bayern, vor zwei Jahren auf Inter Mailand und nun gilt es für den aktuellen Gewinner, den FC Chelsea. Wir waren in der vergangenen Saison in manchen Spielen teilweise beeindruckt, dann wollten wir es manchmal besonders gut machen und haben vermeidbare Fehler gemacht, anstatt einfach den Fußball zu spielen. Wir stellen keinen Kader ausschließlich für die Champions League zusammen. Insgesamt wollen wir unseren Weg, zu dem es keine Alternative gibt, weitergehen. Natürlich ist es ein Reifeprozess für alle Beteiligten. Aber nur weil es im vergangenen Jahr nicht gut gelaufen ist, heißt das keineswegs, dass es in diesem Jahr wieder so sein wird.“

Kann Reus in der Champions League für Dortmund auftrumpfen?

Michael Zorc hält große Stücke auf Marco Reus und sieht in ihm auch eine Schlüsselposition, wenn es um den Verbleib in der Champions League geht. „Er bringt alles mit, um sich auch in diesem Wettbewerb durchzusetzen. Er hat ja schon bei der EM international auf sich aufmerksam gemacht. Aber es geht nicht um einzelne Spieler. Wir müssen uns als Mannschaft schon sehr stark präsentieren, um eine Chance zu haben, diese Gruppe zu überstehen. Die Champions League war für die meisten von uns ein neuer Wettbewerb. Jürgen war übrigens in der vergangenen Woche in Nyon beim „Elite-Vereinstrainer-Forum“, einem Erfahrungsaustausch vieler großer internationaler Trainer. Das war für uns sehr aufschlussreich. Wir haben dort gespürt, dass sehr wohl auch im Ausland wahrgenommen worden ist, mit welcher Art Fußball wir Deutscher Meister geworden sind und die Bundesliga dominiert haben. Das ist registriert worden – nicht nur unser Abschneiden in der Champions League.“

Aussagen aus München interessieren den BVB nicht

Auch den Aussagen, die Deutsche Meisterschaft wäre nur deshalb möglich gewesen, weil der BVB keine Dreifachbelastung hatte, gab Zorc eine deutliche Abfuhr. „Unsinn! Als wir in der vergangenen Saison zum ersten Mal sieben Punkte Vorsprung hatten, hatten die Bayern ein einziges Pflichtspiel mehr absolviert als wir. Wir haben also genau in der Zeitspanne, in der wir eine ähnlich hohe Belastung wie die Bayern hatten, acht Punkte Rückstand in sieben Punkte Vorsprung verwandelt. So viel zu dieser These. Diese ganzen Aussagen (der Bayern, Anmerk. d. Red.) interessieren uns nicht wirklich. Aber anscheinend sitzt der Stachel bei einigen doch sehr tief. Dabei haben doch gerade wir immer gesagt, dass die Bayern der absolut uneinholbare Branchenführer sind, dass sie uns Jahre voraus sind. Das belegen ja schließlich sämtliche Umsatzzahlen. Es ist nur eigenartig, dass uns, wenn wir es selbst formulieren, das als Understatement vorgehalten wird.“

EURE MEINUNG: Wird Reus wirklich in der CL einschlagen?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig