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Gegen den BVB war der Japaner noch unzufrieden mit der eigenen Leistung. Nach dem Sieg in Gladbach wird das wohl kaum der Fall sein: Kiyotake war an allen drei Toren beteiligt.

Mönchengladbach. Der kleine Japaner Hiroshi Kiyotake im Nürnberger Trikot war auf dem Feld beim 3:2-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ein ganz Großer. Nach dem Abpfiff blieb der Held des Tages aber dem asiatischen Naturell entsprechend ganz bescheiden. "Ich freue mich, dass ich ein Tor gemacht habe. Die Stimmung in der Mannschaft ist jetzt natürlich gut, denn wir haben drei Spiele nicht verloren - zwei Mal davon gewonnen", sagte der 22-Jährige.

Seine Leistung stellte der Eine-Million-Euro-Mann aus Osaka damit ziemlich unter den Scheffel. Er bereitete mit seinen Standards nämlich auch die ersten beiden Treffer zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung vor. Das Siegtor in der 55. Minute erzielte er selbst - in ganz großem Stil. Kiyotake umkurvte gleich drei Gegenspieler und setzte einen Flachschuss aus 16 Metern überlegt ins Eck.

Club-Trainer Dieter Hecking sagte: "Er hat in diesem Spiel gezeigt, warum wir uns so um ihn bemüht haben. Wir konnten nicht erwarten, dass er gleich so einschlägt - wir sollten jetzt aber den Ball flach halten." Dank Kiyotakes Glanzvorstellung sangen und gröllten die Gladbacher Spieler in der Kabine bei "Viva la Vida" von Coldplay, klatschten mit den Händen gegen die Wände.

Für Mönchengladbach war die erste Heimpleite gegen Nürnberg seit Dezember 2005 fünf Tage vor dem ersten Gruppenspiel der Europa League am Donnerstag bei AEL Limassol ein Dämpfer. Die Borussia kassierte mit der ersten Saison-Niederlage am dritten Bundesliga-Spieltag trotz der Treffer von Luuk de Jong (45.) und Granit Xhaka (53.) zugleich die erste Schlappe vor heimischem Publikum seit dem 24. März. Zudem bekam das Team nach Toren von Timm Klose (17.), Timmy Simons (25.) und Hiroshi Kiyotake erstmals unter Trainer Lucien Favre mehr als zwei Gegentreffer.

"Wir haben zwei Tore nach Standards gekriegt, unnötige Fouls gemacht. Wir hatten viele Situationen Eins gegen Eins, das ist extrem gefährlich", sagte Favre: "Nach dem Rückstand haben wir eine sehr gute Reaktion gezeigt, den Ausgleich geschafft. Aber eben sofort wieder ein Tor bekommen."

Vor 52.500 Zuschauern im Borussia-Park entwickelte sich zunächst ein Geduldsspiel. Zwei starke Defensiv-Abteilungen ließen wie erwartet nur wenig zu. Die erste gute Chance der Partie resultierte dann auch aus einer Standardsituation - und führte gleich zur Führung. Einen scharf in den Strafraum getretenen Freistoß von Kiyotake lenkte Klose minimal am verdutzten Gladbacher Hüter Marc-Andre ter Stegen ins Tor ab. Nach einer Kiyotake-Ecke sprang Simons höher als Martin Stranzl und Alvaro Dominguez und köpfte zum 2:0 ein.

Die größte Chance der Borussia vergab der bis dahin wieder glücklose de Jong. Nach einem erneuten Angriff über außen kam bei dem 12-Millionen-Einkauf auch noch das Pech hinzu. Eine Herrmann-Flanke nahm der 22-Jährige volley, doch Keeper Raphael Schäfer lenkte den Ball an den Pfosten (37.). Gladbach erhöhte nun den Druck und praktisch mit dem Halbzeit-Pfiff hatte der Niederländer dann endlich sein Erfolgserlebnis. Eine flache Hereingabe von Herrmann musste er aus wenigen Metern nur noch einschieben.

Wer nun einen Sturmlauf der Borussia erwartet hatte, sah sich zunächst getäuscht. Stattdessen lenkte ter Stegen einen Kiyotake-Freistoß nur mit Mühe am Pfosten vorbei (48.). Doch mit dem ersten Angriff glich Gladbach aus. Erneut bereitete Herrmann vor und Xhaka traf per Flachschuss zum 2:2. Praktisch im Gegenzug erfolgte die Antwort der Franken durch Kiyotake. Favre wechselte Mike Hanke ein, sein Team kämpfte und de Jong hatte die größte Chance zum Ausgleich. Er traf in der 88. Minute aber nur den Pfosten.


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