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Ob Stuttgart, Bremen, die englische Premier League oder Clemens Fritz als Linksverteidiger – der Pole versteht die Welt nicht mehr. Die Vereinssuche gestaltet sich schwierig.

Bremen. Linksfuß Sebastian Boenisch macht aktuell eine schwere Phase durch: bei der EM 2012 noch als Nationalspieler für Polen im Einsatz, steht der Abwehrmann nur wenige Monate später ohne Verein da. Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung bei seinem Ex-Arbeitsgeber Werder Bremen scheiterten genauso wie ein mögliches Engagement beim Konkurrenten VfB Stuttgart. Die Reise nach England zum Probetraining bei Stoke City entpuppte sich als ein totaler Reinfall, während Angebote aus Russland und der Ukraine nicht reizvoll genug sind.

Verletzungspech sorgt für Talfahrt

Nach dem Erleiden eines Knorpelschadens im August 2010 erwies sich die Reha als äußerst lästig und langwierig. Erst anderthalb Jahre später hatte Boenisch die Verletzung vollständig auskuriert. Zum Saisonende erhielt der damalige Werder-Profi einen neuen, stark leistungsbezogenen Zweijahresvertrag angeboten – er lehnte enttäuscht ab und hielt sich Alternativen offen: „Ich hatte ein Angebot aus Stuttgart in der Hinterhand“, erinnert sich der 25-Jährige gegenüber der Kreiszeitung Syke.

Danach reiste Boenisch zur EM im eigenen Land – und die Schwaben zogen ihr Angebot zurück: „Warum, das weiß ich bis heute nicht“, erzählt er.

„England einfach nur komisch“

Es dauerte nicht lange und Boenisch hatte eine Einladung zum Probetraining vom Premier-League-Vertreter Stoke City vorliegen. Die Reise wurde zu einem Flop: „So etwas mache ich nie wieder. Ich habe sogar zwei Testspiele gemacht, und der Trainer hat gesagt, ich sei einer der Besten. Aber er könne mich nicht verpflichten, weil er erst noch zwei andere Abwehrspieler verkaufen müsse. Da habe ich ihn nur gefragt, ob er mich auf den Arm nehmen will. England ist einfach nur komisch“, so Boenisch weiter.

Angebote aus dem Osten abgelehnt

Dennoch ist der Linksverteidiger zuversichtlich, dass er schon bald einen neuen Verein findet. Demnach liegen ihm bereits Anfragen vor, „aber nach Russland oder in die Ukraine möchte ich eigentlich nicht“, erklärt er. „Italien oder Spanien“ seien die Wunschziele.

„Habe es mir ganz anders vorgestellt“

Es gäbe jedoch auch Situationen, in denen Boenisch einfach die Welt nicht mehr verstehe: „Manchmal frage ich mich schon: Vor ein paar Wochen hast du noch EM gespielt, und jetzt hast du keinen Club – wie kann das sein? Das habe ich mir ganz anders vorgestellt.“ So auch als er im Spiel der Werderaner gegen den HSV Ex-Kollegen und Rechtsfuß Clemens Fritz hinten links in der Viererkette sah: „Clemens Fritz hinten links – das wundert mich schon. Er hat das gut gemacht. Aber natürlich habe ich gedacht: Da könnte ich doch spielen.“

Obwohl Bremen-Manager Klaus Allofs erst kürzlich verkündete, eine Rückkehr Boenischs sei „kein Thema mehr“, hofft der Defensivmann dennoch, eines Tages wieder im Weserstadion aufzulaufen: „Bremen ist so etwas wie Heimat geworden. Vielleicht kann ich ja in ein paar Jahren wieder für Werder spielen.“

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