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Zwecks geeigneter Angebote hat Hinkel seine Karriere beendet. Letztlich war ihm auch seine Familie deutlich wichtiger. Nun kritisiert er ein neues Gesellschaftsphänomen scharf.

Stuttgart. Wenn ein Fußball-Profi, der zudem noch ein ehemaliger deutscher Nationalspieler ist, mit 30 Jahren seine Karriere beendet, dann kommen automatisch viele Fragen auf. Bei Andreas Hinkel, der sich nun zu diesem gewagten Schritt entschieden hat, werden ebenso viele Antworten gegeben, die Verständnis für seine Situation aufbringen lassen.

„Nach Karriere-Aus spüre ich Erleichterung“


Trauer oder andere negative Anzeichen sind beim zuletzt in Freiburg aktiven Hinkel nicht erkennbar. Vielmehr zeigt er sich auch ein wenig erleichtert nach einer Karriere, die auch von diversen Verletzungen behindert worden ist. Gegenüber der Bild gibt er über seine Gemütslage an: „Sehr gut. Jetzt, wo die Entscheidung raus ist, spüre ich Erleichterung. Ich war zwölf Jahre Profi, habe Titel gewonnen, Champions League und Nationalmannschaft gespielt. Man muss den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören finden. Ich bin mit mir im Reinen.“

„Es wird Potential vergeudet“


Hinkel hat keinen neuen Verein mehr finden können, der ihm umfassend gefallen hätte. Doch er hat auch eine neue Entwicklung erkannt, die er mit Sorge beurteilt: „Ja, das war früher so. Heute gehört man zum alten Eisen, wenn die drei vorne steht. In Deutschland noch mehr als in anderen Ländern. Es wird Potenzial vergeudet. Man ist immer darauf hinaus, zu verjüngen. Diese Entwicklung ist extrem. Aber ich glaube, dass sich das auch wieder in eine gesunde Mischung einpendeln wird. Oder muss. Man kann ja nicht noch jüngere Spieler einsetzen als es derzeit der Fall ist.“

Jugendwahn als gesellschaftliches Problem


Der smarte Hinkel versucht, einen Bogen zur Gesellschaft zu schlagen, wo er ähnliche Tendenzen erkannt haben mag: „Vielleicht ist der Jugendwahn in Deutschland auch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen: Als Fußballer ist man mit 30 zu alt, in der normalen Arbeitswelt wird man mit Mitte 50 abgeschoben. Den alten Arbeitskräften werden dann Klischees vorgeworfen, sie seien nicht flexibel, nicht kreativ. Dabei ist ihr Know How so wichtig. Da sehe ich zum Fußball eine Parallele.“

Zukunft im Fußball ist wahrscheinlich


Trotz dieser negativen Erfahrungen, die er zuletzt durchleben musste, ist Hinkel auch weiterhin strebsam und ambitioniert und nennt in der Bild Ziele, die er zukünftig verfolgen möchte: „Fußball zu spielen, hat mich von klein auf beglückt. Ich möchte etwas finden, was mich genauso erfüllt. Ich mache derzeit die Fußball-Trainer-B-Lizenz. Ich will aber auch Sportmanagement und die Beraterschiene kennen lernen. Ich werde in kein Loch fallen. Ich stecke voller Energie.“

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