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Mit dem Wechsel zu Schalke 04 hat Neustädter den nächsten Schritt seiner Karriere gestartet. Dass dies ohne harte Arbeit nicht möglich gewesen wäre, weiß der 24-Jährige heute

Gelsenkirchen. Er gehörte zu den Relegationshelden und dem Überraschungsteam der letzten Saison von Borussia Mönchengladbach. Im Sommer entschied sich Roman Neustädter jedoch für einen neuen Weg und will auf Schalke seinen erfolgreicher Weg weiter gehen.

„Habe die Chance einfach nicht wahrgenommen“

Ein Wechsel zu einem neuen Verein hat nicht immer einen sofortigen Stammplatz zur Folge. Roman Neustädter schaffte es jedoch sich gleich in das System von Trainer Huub Stevens einzugliedern und ist bereits fester Bestandteil seines Teams.

Dass der Weg zum Erfolg jedoch nicht immer so leicht verlief, verriet der ehemalige Gladbacher jetzt gegenüber dem Kicker: „Damals habe ich einfach nicht richtig wahrgenommen, welche Chance ich im Leben habe. Trainiert habe ich mal besser und mal schlechter, aber ich war damit immer zufrieden. Und ich war auch nicht ehrlich zu mir selbst. Ich habe mir immer eingeredet, dass ich doch ganz gut trainiert hätte, obwohl es nicht so war. Ich habe ein Jahr gebraucht, um darauf zu kommen“.

Mit dem Jahr meint Neustädter wohl die Zeit nach seinem Wechsel von Mainz nach Gladbach. Denn erst nach gut anderthalb Jahren machte sich der Mittelfeldspieler einen Namen bei seinem damaligen neuen Arbeitgeber. „Meine Eltern und meine Freundin haben mir eiskalt die Wahrheit gesagt: Dass ich mein Leben und meine Einstellung zum Profifußball ändern müsse. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich nicht professionell genug gewesen bin. Auf dem Platz und auch außerhalb, das gebe ich offen zu“, so Neustädter weiter.

„Entscheidungen, die mich auf neue Entwicklungsstufen bringen“

Dabei hatte er mit seinem Vater, der einst selbst für die Mainzer spielte, ein Vorbild direkt vor der Nase. „Papa war als Spieler sicher ein anderer Typ als ich. Er war von seiner langen Zeit als Profi in Russland geprägt. Da gab es keine Laktattests oder Pulsuhren. Da wurde alles im Vollsprint gemacht, und wer nicht mitzog, wurde rausgeschmissen. Dagegen habe ich mich anfangs zu sehr alleine auf mein Talent verlassen.“

Damit ihn diese Einstellung nicht irgendwann wieder einholt, erinnert sich der 24-Jährige nun täglich mit seinem Tattoo „Sterben muss jeder, aber nicht jeder lebt“ an seine Ziele im Leben: „Ich versuche viel zu erleben, in der kurzen Zeit, in der ich lebe. Und in der noch kürzeren Zeit, in der ich Fußballprofi sein darf. Ich versuche Entscheidungen zu treffen, die mich auf neue Entwicklungsstufen bringen. Wie zum Beispiel der Wechsel zu Schalke. In Gladbach kannte ich alles, und da wäre wohl auch alles für mich so weitergelaufen wie bisher.“



„Ich habe Gladbach die Daumen gedrückt“

Dass sein alter Trainer Lucien Fave immer noch in den höchsten Tönen von ihm spricht, freut den Neu-Schalker umso mehr: „So Aussagen schmeicheln mir natürlich“, so Neustädter der dann aber noch hinzufügte: „Aber ich achte gar nicht so sehr darauf was die Leute über mich sagen oder schreiben. Wichtig ist mir nur, was meine Trainer und Kollegen von mir halten – und dass sie offen und ehrlich mit mir umgehen.“

Offen und ehrlich gesteht Neustädter zumindest auch, dass sein Wechsel mit höheren Zielen zu tun hatte, besonders mit Hinblick auf die Champions League, die die Fohlenelf am Ende doch knapp verpasst hat: „Ich habe Gladbach die Daumen gedrückt, war beim Hinspiel sogar im Stadion. Aber auch wenn die Borussia es geschafft hätte: Schalke hat nun mal einen international höheren Stellenwert, ist bei den letzten Champions-League-Teilnahmen sehr weit gekommen. Diesen Status muss sich Gladbach erst noch erarbeiten.“

„Bayern und der BVB spielen in einer anderen Liga“

Ob das Schalker Team in diesem Jahr auch im Bezug auf die Meisterschaft sehr weit kommt, dazu wollte Neustädter aber nicht so richtig sagen: „Bayern und der BVB spielen im Moment in einer anderen Liga, das muss man so sagen. Das ändert aber nichts an unserem Ehrgeiz, jedes Spiel zu gewinnen.“

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