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Der Ungar ging, um nach Jahren wieder zukommen. Er spielt sich wieder in die Herzen der Anhänger. Zudem versteht er nicht, warum Lothar Matthäus nicht Trainer in Deutschland ist.

Hannover. Der verlorene Sohn, Szabolcs Huszti, kehrte im Sommer nach über drei Jahren bei Zenit St. Petersburg zurück zu Hannover 96. Im Interview sprach er über seine große Liebe und die Zeit in Russland, die teilweise eine Qual für ihn war. Die Entwicklung bei den Niedersachsen merkt er spürbar und freut sich wieder in der Bundesliga und auch in der Europa League zu spielen.

„Meine große Liebe“

Der Rückkehrer ist nach seiner Topleistung gegen den VfL Wolfsburg beflügelt und er ist mit der aktuellen Situation mehr als nur zufrieden. „Ich habe das Vertrauen vom Trainer, fühle mich frisch. Ich bin sehr glücklich darüber“, so der 29-Jährige gegenüber der Bild.

Dies liegt nicht zuletzt an der Umgebung, in der der Ungar aufblühen zu scheint. „Die Jungs sind alle klasse, viele sind Freunde geworden. Die Fans sind klasse, haben mich wieder gut aufgenommen. In keinem anderen Verein habe ich mich so wohl gefühlt wie bei 96. Ich liebe 96, und das ist ein tolles Gefühl.“

Vergleich damals und heute

Bereits zwischen 2006 und 2009 kickte der Mittelfeldmann für die Niedersachsen. Doch es hat sich einiges getan, wie er feststellen musste. „Die Mannschaft hat sich unwahrscheinlich entwickelt. Wir haben jetzt viel mehr Konkurrenzkampf, das ist gut. Wenn in meiner ersten Zeit bei 96 einer verletzt war, wurde es schwierig für den Trainer.“

Nun sind die „Roten“ auch in der Breite besser aufgestellt als früher. Dabei ist besonders eins für Huszti augenscheinlich: „Auch früher konnten wir gegen Bayern, Dortmund oder gegen Schalke gewinnen - und haben dann gegen Bochum verloren. 96 ist viel konstanter geworden.“



„Keine schlechte Zeit“

Wenn er an seinen vergangenen Arbeitgeber denkt, so sieht er mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. „Es war eine schwierige, aber keine schlechte Zeit. Ich bin zweimal Meister und einmal Pokalsieger geworden, habe Champions League gespielt. Finanziell war es lukrativ“, so der 35-fache ungarische Nationalspieler.

Der Linksaußen macht seinem früheren Verein aber auch Vorwürfe, keine richtige Chance bekommen zu haben, sich zu beweisen. „Gegen Kasan habe ich mal ein Tor vorbereitet - und wurde angeblich aus taktischen Gründen nach nur 42 Minuten ausgewechselt.“ Doch er stimmt auch selbstkritisch Töne an. „Aber ich will nicht zu viel jammern, ich habe auch oft schlecht gespielt. Zenit ist ein Super-Klub und St. Petersburg eine Super-Stadt.“

Eine Qual für ihn

Huszti gestand des Weiteren, dass er immer noch Flugangst leide und die langen Reisen durch Russland ihn mitgenommen haben. „5-Stunden-Flüge nach Sibirien, das war der reinste Horror für mich.“ Doch zu der Qual gesellte sich noch das Wetter, das teils für radikale Spielverhältnisse sorgte. „Und die Kälte habe ich gehasst. Wir haben mal bei minus 20 Grad in St. Petersburg gespielt.“

Kein Comeback

Der Weg für ihn wieder zurück in die Nationalmannschaft ist versperrt, nachdem er sich mit dem Verband überworfen hatte. „Es tut mir weh, nicht mehr für mein Land zu spielen. Ich wünsche Ungarn, dass wir uns für die WM 2014 qualifizieren.“ Ein wenig wehmütig ergänzt er: „Aber für mich ist es wohl vorbei.“

Warum ist „Loddar“ nicht in der BL?

Mit seinem früheren Nationaltrainer, Lothar Matthäus, hat der 29-Jährige immer noch Kontakt, da dieser auch eine wichtige Person in seinem Leben war. „Wenn wir uns treffen, reden wir immer sehr herzlich miteinander. Ich habe Lothar Matthäus viel zu verdanken, er hat mich als Nationaltrainer erstmals für Ungarn nominiert.“

Der Mittelfeldakteur ist von der Qualität des Weltmeisters von 1990 überzeugt. Er kann es nicht glauben, dass er noch keine Stelle in Deutschland bekommen hat. „Ich wundere mich, dass er immer noch nicht in der Bundesliga gelandet ist. Aber er ist ein Super-Trainer, er schafft das noch.“


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