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Markus Babbel, Trainer der TSG Hoffenheim, wartet noch immer auf seinen Durchbruch und lässt die Tür für Stürmerstar Babel weit offen - sowohl Abgang als auch Verbleib ist möglich.

Hoffenheim (dapd). Die TSG 1899 Hoffenheim ist erschreckend schwach in die Saison 2012/2013 gestartet. Markus Babbel zieht sein erstes Fazit und hält die Tür für Ryan Babel weit offen - der Niederländer kann noch wechseln, aber auch bleiben.

Markus Babbel steht an der Seitenlinie des Hoffenheimer Trainingsplatzes Nummer zwei, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Der Kontakt zu den trainierenden Profis beschränkt sich auf jeweils eine Ansprache vor und nach der 90-minütigen Rasenarbeit. Babbel strahlt die Ruhe aus, die er sich auch nach den zwei Niederlagen zum Saisonstart für seine Arbeit weiter wünscht. Auch wenn die Enttäuschung nach dem Aus im Pokal und der Liga-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach „noch immer riesengroß“ ist.

„Vor allem hat sich die Mannschaft damit unnötig unter Druck gebracht“, sagt Babbel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd - nun nicht mehr so ruhig. Von einem Fehlstart möchte er aber nicht reden. Der gebürtige Bayer gibt sich selbstkritisch mit Blick auf den zumindest holprigen Saisonbeginn. Aufgrund der extrem langen, zehnwöchigen Vorbereitung „war es unmöglich, die nötige Spannung aufzubauen. Aber wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Heute würden wir die Zeit anders gestalten, mit den Erfahrungswerten, die wir jetzt haben.“

Gegen Frankfurt soll der erste Saisonsieg her

Das ehrgeizige Ziel - das erstmalige Erreichen des europäischen Wettbewerbs für die TSG - hat der 39-Jährige aber weiter fest im Blick. „Für den Verein wäre es eine Bestätigung der Arbeit. Es sind besondere Spiele mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Aber auch wenn das in meinen Augen ein realistisches Ziel ist: Die Bundesliga zeigt immer wieder, dass alles passieren kann“, sagt Babbel.

Tür für Babel bleibt offen

Dort treffen die Hoffenheimer Profis am kommenden Wochenende auf Eintracht Frankfurt. Der engagierte Aufsteiger schlug am vergangenen Wochenende überraschend Bayer Leverkusen. „Das ist unser erstes Heimspiel. Das sollte bei den Jungs die nötigen zwei, drei Prozent rauskitzeln. Immerhin wollen wir den Fans den ersten Heimsieg schenken.“ Mit solchen emotionsgeladenen, markigen Worten schaffte es Vorgänger Holger Stanislawski nicht, die Mannschaft zu Höchstleitungen zu animieren. Und auch unter Babbel stagniert das Team.

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Babbel, der seit März in Personalunion auch den Managerposten bekleidet, kann aber mittlerweile über andere Spielertypen verfügen: Er holte unter anderem die erfahrenen Tim Wiese und Matthieu Delpierre, dazu Eren Derdiyok, Takashi Usami und Kevin Volland in die baden-württembergische Provinz - alle kamen beim ersten Bundesligaspiel zum Einsatz.

Babbel wartet in Hoffenheim auf den Durchbruch

Die Doppelfunktion als Manager nach englischem Vorbild - wie er es aus seiner Zeit in der Premier League kennt, soll sich jedoch nicht verstetigen: „Wenn ich auch interessante Einblicke bekomme: Ich sehe mich in erster Linie als Trainer“, sagt Babbel. Und als Trainer hat er den degradierten niederländischen Stürmerstar Ryan Babel noch nicht aufgegeben, auch wenn der Manager Babbel einem Transfer des hochbezahlten Profis vor dem Ende der Wechselperiode am Freitag nicht abgeneigt ist. „Ich schwäche mich doch nicht selbst. Aber er hat bisher einfach zu wenig gezeigt.“

Bisher hat Babbel - gemessen an möglichen Erfolgen - auch wenig gezeigt. In der vergangenen Saison wurde nach seinem Amtsantritt trotz mehrerer guter Gelegenheiten in den letzten Saisonspielen die Qualifikation für Europa verpasst, der Start in die aktuelle Saison ist auch kein Grund zur Euphorie.

Dennoch drängeln sich unter der Woche etwa 100 Schaulustige am Trainingsgelände - für den als Retortenklub verschrienen Verein eine sehr hohe Zahl, ein Ausdruck der Aufbruchsstimmung, die Babbel durchaus zu vermitteln weiß. Aber Babbel ist zu erfahren, um sich davon und von den lobenden Worten des Mäzen Hopp blenden zu lassen: „Wenn die Ergebnisse ausbleiben, weiß jeder in welche Richtung es geht. Daher sollte man sich dann auch nicht beschweren.“

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