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Sein Name gilt schon fast als Marke. Doch für Jürgen Klopp selbst könnte ruhig ein bisschen weniger Hype um seine Person gemacht werden.

Dortmund. Nicht zuletzt wegen der gewonnenen Meisterschaft und dem Pokalsieg sehen viele Borussia Dortmund auch in der kommenden Saison wieder als Favorit für den Titel. Und auch wenn viele Fußballliebhaber von der oft großartigen Spielweise der Dortmunder-Truppe um Jürgen Klopp begeistert sind, will der Coach nicht vom „perfekten Spiel“ sprechen.

„Ich liebe die Art, wie Barcelona unter Pep Guardiola Fußball spielte“

„Es ist vielleicht die große Krux unseres Daseins, dass man Perfektion wohl nie erreichen wird”, wird Klopp vom Kicker zitiert. Selbst bei weltbesten Teams sei sowas nie zu erreichen, sagt der Coach weiter: „Es gibt Momente und Phasen im Spiel von Barcelona oder von anderen Mannschaften, die ich als perfekt einstufen würde. Aber ein ganzes Spiel? Weit entfernt. Ich werde irgendwann die Augen schließen und es nicht gesehen haben. Das perfekte Spiel wäre nur möglich, wenn kein Gegner da ist”.

Perfekt seien dann schon eher die Personen beziehungsweise die Arbeit, die hinter solchen Mannschaften steckt. So unter anderem auch bei Barcelonas Ex-Coach Pep Guardiola: „Ich mag seine Art, wie er am Spielfeldrand steht. Ich liebe die Art, wie Barcelona unter ihm Fußball spielte. Mir imponiert, mit welchem Respekt er draußen mit jedem umgeht.”

„Das stört mich total”

Dass viele Anhänger in Deutschland, den Dortmunder Trainer als perfekt halten und ihm soviel Aufmerksam schenken kann er jedoch nicht verstehen. „Das ist kein Phänomen der Zeit. Das gibt
es nur in Dortmund. Nicht das Heynckes-Team steht im Champions-League-Finale, sondern
Bayern München. In Dortmund wird alles über meinen Namen transportiert. Das brauche ich
nicht, und das stört mich total”, so Klopp und fügte noch hinzu: „Es hat tatsächlich eine Dimension angenommen, die in vielen Punkten grenzwertig ist. Ohne Witz, ich muss doch auch irgendwo hingehen können, wo ich keinen Applaus kriege”.

„Meine Spieler wissen, dass ich nicht über ihnen stehe”

Dass sein Team auf Grund des Hypes um seine Person zu kurz kommt, glaubt er aber nicht: „Ich habe nicht das Gefühl, dass meine Spieler nicht die Anerkennung finden, die Ihnen gebührt. Wenn ich das Gefühl hätte, dass sie zu wenig Sonnenlicht abkommen, würde ich das in irgendeiner Form thematisieren. Ich weiß nur nicht, ob sich das regeln ließe. Meine Spieler wissen, dass ich nicht über ihnen stehe. Ich stehe hinter ihnen, bei allem, was sie tun, wenn es sich im normalen Rahmen bewegt. Ich bin nicht derjenige, der ihnen ständig den Kopf streichelt, aber ich stehe zu 100 Prozent hinter ihnen.”

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