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Alles auf Anfang in Bremen. Mit einer „Operation am offenen Herzen“ will der ehemalige Meister wieder in die Erfolgsspur finden. Kapitän Fritz findet die OP bislang gelungen.

Bremen. Die vergangene Saison in der Bundesliga war für den SV Werder Bremen eine zum vergessen. Ein enttäuschender neunter Platz, ganze 58 Gegentore und nur 42 Punkte – der einst so attraktive Klub droht vor allem nach den Abgängen von Tim Wiese, Naldo, Claudio Pizarro sowie Marko Marin im Niemandsland der Liga zu verschwinden. Mannschaftskapitän Clemens Fritz sieht die Situation an der Weser allerdings völlig anders.

Umbruch in Bremen

Kein Zweifel – der SV Werder Bremen befindet sich im radikalen Umbruch. Alte Leistungsträger haben den Verein verlassen, neue hoffnungsvolle Akteure haben den Weg zur Schaaf-Truppe gefunden. Hoffnung, die zuletzt nicht viele Beobachter teilten. „Es gab eine große Skepsis gegenüber der Mannschaft, das habe ich auch gespürt. Viele haben gesagt: eigentlich kann daraus nichts werden“, gab Werder-Kapitän Fritz
gegenüber der Bild zu. „Aber das hat sich gedreht.“

 „Thomas Schaaf will, dass wir nicht so leicht auszurechnen sind für den Gegner, dass wir variabler spielen. Das zeigen ja auch die Neuzugänge. Elia kann hinter den Spitzen spielen, aber auch ganz vorne. Und seine Zuckerposition ist auf der Außenbahn. Sehr variabel eben.“


Mittlerweile scheint man an der Weser den Glauben an die Mannschaft neu für sich zu entdecken. „Es ist eine sehr positive Grundstimmung da. Entscheidend ist für mich, dass alle mitziehen, alle Gas geben, alle lernen wollen. Das ist eine Grundvoraussetzung, wenn man sich als Mannschaft neu finden muss“, sagte Clemens Fritz.

Elia als Schlüssel?

Der Zusammenhalt und der unbedingte Wille als Basis für den Erfolg? Für den ehemaligen Nationalspieler liegt darin der Schlüssel. Ein Gesicht des „neuen“ SV Werder soll dabei Eljero Elia sein, der sich nach dem Empfinden des Kapitäns dem Erfolg unterordnen will. Die Vorurteile gegenüber dem Niederländer kann Fritz nicht nachvollziehen: „So wie ich ihn erlebe, kann ich das nicht teilen. In Hamburg war er sehr jung, das darf man nicht vergessen. Er will Erfolg haben, das habe ich in den Gesprächen mit ihm gemerkt. Sein Anspruch ist, international zu spielen. Das passt zu Werder, der Klub hat den gleichen Anspruch.“

Zurück nach Europa?

Werder Bremen international? Bis dahin dürfte es ein weiter Weg sein für die Hanseaten. Fritz hat für die kommende Spielzeit jedenfalls ein gutes Gefühl. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl und bin sicher, dass die Mannschaft Perspektive hat. Es sind viele junge, talentierte Spieler dabei. Und wir haben uns gut verstärkt. Das passt charakterlich und sportlich“, gab der 31-Jährige eine kleine Prognose ab. „Wie weit wir wirklich sind, wird sich zeigen, wenn wir auf einen guten Gegner treffen.“

Systemfrage weiter spannend

Mit welchem System Werder seine Gegner in Zukunft bearbeiten wird, ist und bleibt wohl offen. Chef-Trainer Thomas Schaaf plant das Spiel seiner Mannschaft in Zukunft wesentlich variabler und weniger ausrechenbar für den Gegner. „Es wird nicht das eine System geben. Egal ob 4-1-4-1, 4-3-3 oder 4-2-3-1. Es kann ein Trumpf sein, mehrere Optionen zu haben“, gab Clemens Fritz den Blick auf die Taktiktafel frei.

Überhaupt bescheinigt der Kapitän seinen Coach eine „positive Grundstimmung“, die sich auch auf die Mannschaft überträgt. Für die skeptischen und auf der anderen Seite auch vielen hoffnungsvollen Fans des SV Werder hat Fritz eine ganz klare Message: „Ich denke auf keinen Fall, dass die Saison in die Hose geht. Im Gegenteil, ich bin optimistisch, dass wir eine gute Runde spielen.“

Mittelmaß ade? Geht es nach dem Ex-Nationalspieler, ist mit Werder Bremen jedenfalls wieder zu rechnen.

EURE MEINUNG: Umbruch an der Weser: Gelingt dem SV Werder die sportliche Reanimation?
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