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Der Kroate spricht über die EM und über die letzte sowie die kommende Saison. Er bewertet den Konkurrenzkampf im BVB-Mittelfeld als leistungssteigernd und fühlt sich gewappnet.

Dortmund. Der kroatische EM-Teilnehmer Ivan Perisic ist wieder zurück auf dem Trainingsplatz. Der Mittelfeldspieler ist heiß auf die neue Saison und möchte sich bei Borussia Dortmund durchbeißen. Dabei sollen seine Erfahrungen, die er in der letzten Bundesliga-Saison und bei der Europameisterschaft gesammelt hat, im Kampf gegen die Konkurrenz im Mittelfeld beim BVB helfen.

Schalter auf Fußball umgelegt

Der 23-Jährige ist ab dieser Woche wieder täglich auf dem Trainingsgelände des Double-Siegers zu finden. Denn dem Mittelfeldspieler brennt es unter den Sohlen. „Ich habe im Urlaub kein einziges Mal Fußball gespielt, sondern den ganzen Tag Beachvolleyball. Es wurde Zeit, mal wieder einen Ball am Fuß zu haben“, so Perisic gegenüber den RuhrNachrichten

Er hat lange genug die Füße stillgehalten und will nun wieder aktiv werden. „Ich hatte einfach genug Zeit, mich zu erholen. Außerdem habe ich den Fußball vermisst und ich wollte nicht alleine trainieren. Als ich gehört habe, dass unsere drei Polen am Dienstag zurückkehren, bin ich einfach dazu gestoßen.“



Wertvolle Erfahrung

Trotz des enttäuschenden Abschneidens bei der EM bläst Perisic kein Trübsal. „Ich konzentriere mich lieber auf das, was vor mir liegt.“ Selbst in der Heimat waren die Stimmen äußerst positiv, obwohl man sich nicht für das Viertelfinale qualifizieren konnte. „Ich glaube, in diesem Jahr war es das erste Mal, dass eine kroatische Mannschaft aus einem Turnier kommt, und die Leute trotz des Vorrunden-Aus‘ zufrieden sind. Wir haben viele positive Kritiken bekommen“, resümierte der 23-Jährige.

Doch der beidfüßige Mittelfeldakteur nimmt viel aus der Euro mit. „Das Turnier war eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Ich habe gegen große Spieler spielen dürfen, konnte die Unterstützung in den Stadien und in meiner Heimat erleben. Das waren tolle Eindrücke, die ich nie vergessen werde und die mir in Zukunft helfen werden.“

Kollektiv top, individuell mehr drin

Das Fazit seines ersten Jahres beim BVB fällt hingegen gespalten aus. „Von den Resultaten her hätte es nicht besser laufen können. Wir haben das erste Double der Vereinsgeschichte geschafft und damit das erreicht, was noch nie jemand in diesem Klub erreicht hat. Ich war Teil dieser Mannschaft, darauf kann ich sehr stolz sein.“ Doch hatte diese Spielzeit einen bitteren Beigeschmack: „Auch wenn ich nicht ganz so viel gespielt habe, wie ich es mir gewünscht hätte.“

BORUSSIA DORTMUND
DOUBLE-SIEGER

DIE SAISON-VORBEREITUNG
Ergebnis
SV Meppen - BVB
 1:2
FC Brügge -  BVB
3:1
Rot-Weiß Erfurt - BVB
0:4
1. FC Nürnberg - BVB (21.7)  
FC St. Gallen - Werder Bremen (25.7.)  
Legia Warschau - BVB (29.7.)
 
BVB - Hamburger SV (8.4.)  
FC Bayern - Borussia Dortmund (12.8.)
 


Dabei ist der Spieler mit der Nummer „14“ gut in die vergangene Spielzeit gestartet. „Ich denke, ich habe auch schon gut in die Saison hineingefunden. Aber dann ist mir diese blöde Sache passiert.“ Mit der „blöden Sache“ ist seine Gelb-Rote Karte am neunten Spieltag gegen Werder Bremen gemeint, die einen kleinen Einbruch zufolge hatte. „Daran konnte man sehen, was eine Dummheit bewirken kann. Aber ich habe aus meinem Fehler gelernt und hoffe, dass ich meine gute Form in diese Saison mitnehmen kann“, zeigte sich der Kroate geläutert.

Nicht am Limit

Besonders Jürgen Klopp hält viel von ihm, wie er erst kürzlich betonte. „Ivan kann alles. Rechts wie links, Kopfballspiel, und er ist schnell. Das Talent und Potential von Ivan haben wir zu 100 Prozent richtig eingeschätzt“, sagte der Trainer gegenüber der Bild Zeitung. Dies ist auch bei Perisic bis nach Kroatien gedrungen, wo er seinen Urlaub verbrachte. „Diese Aussage ist auch in vielen kroatischen Medien zitiert worden. Aber es liegt jetzt an mir, sie zu bestätigen. Die Saison ist lang, wir werden viele Spiele haben. Ich hoffe, dass ich etwas häufiger spielen werde als im vergangenen Jahr“, erklärte er gegenüber den RuhrNachrichten.

Der 23-Jährige weiß nun, was der Trainer von ihm will. „Das Wichtigste, was ich von Jürgen Klopp gelernt habe, war die Art und Weise, wie ich verteidigen muss. Wie ich mich verhalten muss, wenn wir den Ball verlieren. Das wusste ich am Anfang überhaupt nicht. Jetzt weiß ich, was er von mir will.“



Konkurrenz muss sein

Der Mittelfeldmann weiß aber auch, dass die kommende Saison nicht einfach wird, angesichts der großen Qualität, welche gerade in der Offensive des BVB zu finden ist. Besonders der Neuzugang Marco Reus hat es ihm angetan: „Für mich ist er ein exzellenter Spieler. Marco ist schnell, technisch stark, dynamisch. Es ist sehr positiv für uns, dass er kommt. Wir werden sehen, wie sich das auf die Aufstellung auswirkt. Marco kann ja auf allen offensiven Positionen spielen.“

Jedoch sieht er den gebürtigen Dortmunder nicht als einzigen Konkurrenten, der ihm einen Platz in der Formation streitig machen wird. „Dazu kommen Mario Götze, Kuba und Kevin Großkreutz.“ Doch beurteilt er gerade diesen Konkurrenzkampf als ein leistungssteigerndes Mittel. „Aber es ist gut, dass es diesen großen Konkurrenzkampf gibt. Für die Leistung ist es nicht förderlich, wenn nur Spieler im Kader stehen, die wissen, dass sie ohnehin immer spielen.“


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