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Am Dienstag trafen sich Vertreter der deutschen Profivereine, um sich auf einen gemeinsamen Verhaltenskodex zu verständigen. Union Berlin wird diesen vorerst nicht unterzeichnen.

Berlin. Unter dem Motto „Für Fußball. Gegen Gewalt.“ trafen heute in Berlin Vertreter der Mannschaften aus der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga zusammen. Gemeinsam verständigten sie sich auf der Konferenz, bei der es auch um mehr Sicherheit in den Stadien ging, auf einen gemeinsamen Verhaltenskodex. Einzig Fußball-Zweitligist Union Berlin blieb der Veranstaltung fern und gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass man den Kodex nicht unterzeichnen werde, solange es innerhalb des Vereins keinen Konsens darüber gibt.

Keine inhaltliche Auseinandersetzung möglich

Der Vorschlag für den am Dienstag verabschiedeten Kodex wurde den einzelnen Vereinen erst am Montagnachmittag zugesandt. Zu kurzfristig, wie das Präsidium von Union Berlin befand. Auf der vereinseigenen Homepage erklärte Union-Präsident Dirk Zingler: „Die Kürze der Zeit ließ eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Vorschlag für einen gemeinsamen Kodex der Vereine sowie eine Diskussion über Maßnahmen und Vorschläge zu den Bereichen Prävention, Kontrollsysteme und Sanktionierung leider nicht zu.“

Konsens aller Beteiligten Grundvoraussetzung

„Wir erachten einen breiten Konsens innerhalb unseres Vereins unter Einbeziehung möglichst vieler Beteiligter, wie z. B. der Fanbeauftragten, Sicherheitsbeauftragten und Gremien sowie der Fan- und Mitgliederabteilung als zwingende Voraussetzung, um Maßnahmen, welche unseren Verein und seine Fans betreffen, auch wirksam umsetzen zu können“, führte Zingler weiter aus.

Kodex muss mit Fans gemeinsam erarbeitet werden

„Für den 1. FC Union Berlin“, so Zingler weiter, „ist der seit Jahren mit der Fanszene des Vereins geführte Dialog von elementarer Bedeutung und neben Regeln und Sanktionen Basis des friedlichen Ablaufes von Fußballspielen. Ein Kodex, der sich auf das Verhalten der Union-Fans auswirken soll, kann nur mit ihnen gemeinsam erarbeitet und umgesetzt werden.“

Keine generelle Ablehnung des Kodexes

Obwohl der Hauptstadtklub den Verhaltenskodex ohne Legitimierung innerhalb des Vereins nicht unterzeichnet, sperrt man sich nicht vollends dagegen: „Der 1. FC Union Berlin ist jederzeit bereit, an einer Lösung der nicht zu beschönigenden Probleme innerhalb und außerhalb der Stadien mitzuwirken. Auch ein abgestimmtes Vorgehen der Vereine und Verbände erachten wir für richtig und notwendig.“ Allerdings müsse dies „auf einem Konsens innerhalb der Vereine basieren“.

Auch Fan-Vertreter äußern Kritik am Sicherheitsgipfel

Mit ihrer Sicht der Dinge stehen die Berliner nicht alleine da. Auch Fan-Vertreter kritisierten, dass die Profiklubs die Fanszene bei ihrem Treffen komplett außen vor ließen. „Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass wir zu dem sogenannten Gewaltgipfel nicht eingeladen worden sind. Im Grunde ist es ohne Fan-Vertreter zwecklos, über Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball zu diskutieren“, bedauerte Jakob Falk von der Fanvertretung „Pro Fans“ gegenüber der Deutschen Presse-Agentur das Vorgehen der Vereine. Laut René Lau von der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte sei der Gipfel „für die Fans eine Katastrophe.“

EURE MEINUNG: Haltet Ihr die Sichtweise des 1. FC Union Berlin und der Fanvertreter für angebracht oder ist es das gute Recht der Profivereine die „Hausregeln“ in ihren Stadien ohne Rücksprache mit den Fans festzulegen?
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