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Der Trainer des VfL Wolfsburg bestätigt einmal mehr lustvoll seinen Ruf als beinharter Übungsleiter, spricht über Diego und Kjaer und erwartet einen Vierkampf an der Spitze.

Wolfsburg. Es ist meist so: Hat sich ein Ruf einmal etabliert, kommt man als Person der Öffentlichkeit kaum mehr davon los - Lothar Matthäus könnte davon ein Lied singen. Im Fall von Wolfsburg-Trainer Felix Magath gilt jedoch, dass der Coach es geradezu genießt, als harter Schleifer berühmt und gleichermaßen berüchtigt zu sein.

An die Grenze - und darüber hinaus


Im Interview mit Bild bestätigte der ehemalige Schalke-Trainer dieses Klischee einmal mehr mit Freuden und geht auf seine Methoden ein, die ein Aufgeben vor Erreichen des Trainingsziels geradezu verbieten. „Ich ärgere mich dann über jeden Spieler, der sich nicht weiterentwickelt, sein Potenzial nicht abruft“, so Magath, der weiter mit seinem Autoritäts-Image kokettiert.

Markige Sätze gibt er zum Besten: „Ich mache als Trainer auch mal Einheiten, die so angelegt sind, dass ein Spieler an seine Grenzen gelangt“, und weiter: „Ich kann nicht mehr heißt: Ich will nicht mehr. Es kommt öfter mal vor, dass einer sagt: Ich kann nicht mehr. Aber jeder kann mehr, als er glaubt. Es geht im Profisport auch um den Willen, mehr zu können.“

Klarheit bis Ende Juli

Zu hartes Training gebe es nach „Quälix“ schlicht nicht, der angibt, seinen Spitznamen zu lieben – wen wundert's. Weitere Statements beziehen sich auf etwaige Transfers, die der Wolfsburg-Coach gern bis Ende des Monats erledigt sehen würde, einen Monat vor Ablauf der Transferfrist, denn: „Letzte Saison gab es im August noch einige Wechsel in unserem Kader, die Unsicherheit in die Mannschaft getragen haben. Jetzt geht es darum, dass wir uns im August voll auf die neue Saison konzentrieren wollen.“

Bis dahin sollen die Personalien Diego und Simon Kjaer erledigt sein – hätten die Spieler bis dahin keinen Klub gefunden, würden sie bleiben. Im Hinblick auf den brasilianischen Spielmacher wiegelt er ab: Den Vorfall der Flucht Diegos vor einem wichtigen Spiel, der 2011 Schlagzeilen machte, redet er im Interview klein: „Das wurde von außen immer höher bewertet als von mir selbst. Es gab einige, die Diego aufhalten wollten. Ich finde, es gibt keinen Spieler, von dem wir uns als Klub abhängig machen sollten“, so Magath.

Titel? „In drei bis vier Jahren vielleicht“

Im Kampf um den Titel sieht er einen Vierkampf: Zu Dortmund und den Bayern würden sich seiner Meinung nach noch Schalke und Leverkusen gesellen, in drei bis vier Jahren könnten auch seine „Wölfe“ wieder um den Titel mitspielen. Dem BVB verhelfe derzeit vor allem die niedrigen Hierarchien zum Erfolg, wie Magath findet: „In Dortmund herrscht Harmonie, es gibt keine Grabenkämpfe. Dort stimmt es einfach.“

Interessante Worte von einem, der durch seine autoritäre Art vermutlich eher eine andere Auffassung von Harmonie innerhalb eines Klubs hat. Zumindest einer Sache kann er sich im Augenblick wohl gewiss sein: Seine Spieler werden derzeit gut schlafen, nicht weil sie sich ihres Stammplatzes gewiss sein können, sondern schlicht aus Erschöpfung – dank „Quälix“.

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