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„Beckers Borussia“: Favre bleibt, wir sowieso - fehlt nur noch Luuk

Wöchentlich nimmt Gregor Becker die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im Borussia-Park? Meine befangene Meinung.

Mönchengladbach. Trainingsauftakt im Borussia-Park. Da ging neben den weit mehr als 2000 Fans auch mir das Herz auf, als die Borussia mit den Neuzugängen Xhaka, Dominguez und Mlapa das Trainingsgelände betrat. Endlich geht es wieder los. Der Entzug von der „Ersatzdroge“ Europameisterschaft war kurz und schmerzlos – zumindest bei mir. Bei Lucien Favre dauert das wohl noch etwas. Denn beim Coach hat das Endspiel zwischen Spanien und Italien ja einen so tiefen Eindruck hinterlassen, dass er die Tür zu seiner Kabine nicht mehr aufbekommen hatte. „Streber“ Amin Younes hat ihm dann die Kombination für das Türschloss genannt und damit möglicherweise einen kleinen Schritt Richtung Stammformation machen können. Unbestimmten Gerüchten zufolge gibt es gar drei Kombinationen: 4-2-3-1, 4-2-2-2 und 4-3-3-0. „Lulu“ hat bei den Spaniern sicher genau hingeschaut und bringt uns auch nächste Saison, diesmal dann gar in flexiblen Formationen, den Tiki-Taka zurück in den Park.

Favre bleibt bis 2015

Und nicht nur nächste Saison! Nein – denn, was lange währt wird endlich gut. Und so hat unser Schweizer Superhirn nach „vielen langen und konstruktiven Gesprächen“, in denen er, Vorstand und Manager Max Eberl sich immer unheimlich nah waren und nun schon eine gefühlte Ewigkeit steckten, endlich seinen Vertrag bis 2015 verlängert. Es habe mehrere Anfragen gegeben, sagte Favre gegenüber rp-online.de, doch schließlich habe man eine Lösung gefunden, weshalb er nun bliebe. Klar, die „Lösung“ war nicht eben günstig, beinhaltet sie doch beträchtliche Ablösesummen und vermutlich auch eine ordentliche Gehaltsaufbesserung, aber die hat sich unser Coach hier bislang locker erarbeitet und so dürfen Fans, Verein und Favre nun zu einem gemeinschaftlichen Freudensprung ansetzen. Gott sei Dank ist dieses nervige Dauerthema nun endlich obsolet.

Chapeau Max!

Deshalb zurück zum Tiki-Taka. Stand heute kann ich nur einmal mehr meinen Hut vor Sportdirektor Max Eberl ziehen. Mit Ex- Projektler Peniel Mlapa, Schwedens Zweitliga-Tormaschine Branimir Hrgota, „Fast-Europameister Alvaro Dominguez (zu meinem ausführlichen Porträt) und hoffentlich „Nicht-Olympiasieger“ Granit Xhaka tummeln sich nun einige dicke Fische im „Borussia-Teich“. Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass sich unser Manager im Konzert der Großen so behauptet und sich nicht nur gegen schier übermächtige Konkurrenz aus ganz Europa durchsetzt, sondern auch noch den ein oder anderen Euro im Säckel behalten hat, um einen weiteren großen Transfer einzutüten.

Dieser könnte doch tatsächlich noch in Person von Luuk de Jong getätigt werden, mit dem man sich nun nahezu ebenso lange in „guten Gesprächen“ befindet wie mit unserem Trainer zuletzt. Es kursieren ja schon länger Gerüchte um den Knipser, doch in den letzten Tagen wird das Thema immer heißer (Goal.com berichtete) und möglicherweise steht der Deal ganz kurz vor dem Abschluss. Wenn das auch noch klappt, dann trage ich eigenhändig einen Granit-Block vor den Park und haue das Antlitz unseres Max da rein.


Entfernung Enschede - Mönchengladbach: 120 Km - mit dem richtigen Auto eine knappe Stunde

Die Neuen passen

Aus meiner unbescheidenen Sicht passen die Neuzugänge und ich sehe unsere Borussia schon jetzt ähnlich gut aufgestellt wie in der letzten Saison. Jetzt müssen die Neuen nur den hohen Erwartungen aller einigermaßen gerecht werden, was sicher nicht leicht wird, aber durchaus im Bereich des Möglichen liegen sollte. Denn mit einem langfristig gebundenen Trainer, der sich zudem auf die Entwicklung junger Talente versteht, sollten wir einer für unsere Verhältnisse rosigen Zukunft entgegen sehen.

Olympia - na und?

Doch wir müssen auch an die Gegenwart denken und die sieht nun einmal vor, dass die Borussia am 10. August einen Gegner für die letzte Qualifikationsrunde zur Champions League zugelost bekommt, gegen den man knapp zwei Wochen später anzutreten hat. Da würde ich in der Vorbereitung ungern auf Xhaka und Dominguez verzichten, auch wenn ich zugeben muss, dass Barcelonas Neuzugang Jordi Alba ein ungleich aufwendigeres Programm zu bestreiten hat. Aber wir sind Borussia und nicht Barcelona und stehen vor dem Spiel des Jahres. Deshalb appelliere ich noch einmal an den spanischen und den Schweizer Verband, bei diesem für einen Fußballfan völlig uninteressanten Turnier, auf unsere beiden Jungs zu verzichten. Aber vielleicht finde ich das Olympische Fußballturnier auch deshalb so uninteressant, weil da ein deutsches Team praktisch nie antritt. Sei es drum. Ich freue mich auf die neue Saison, warte auf Luuk und bin ab jetzt wieder jeden Donnerstag hier mit meinem Senf zugegen.

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker

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