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Bundesinnenminister Friedrich will in deutschen Stadien wieder für Ordnung sorgen. Dabei droht er mit harten Maßnahmen. Stehplatz-Verbote sowie Punktabzüge werden diskutiert.

Berlin. Der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat eine härtere Vorgehensweise gegenüber Ausschreitungen in deutschen Stadien angekündigt. Am 17. Juli soll ein Verhaltenskodex für die Vereine der Bundesliga, der zweiten Bundesliga und der dritten Liga verabschiedet werden. Sollte dieser Kodex nicht ausreichen, soll es zu harten Strafen gegenüber den Vereinen kommen.

Treffen am 17. Juli

Um gegen die zunehmende Gewalt in den deutschen Stadien vorzugehen, hofft Friedrich mit dem Beschluss eines einheitlichen Kodex für größeren Zusammenhalt der gesamten Profiligen. Gegenüber der Sport Bild erläuterte der 55-Jährige sein Ziel: „Sie müssen einen einheitlichen Nenner finden. Es kann doch nicht sein, dass die einen es locker nehmen und sagen: Pyrotechnik gehört zur Fankultur. Und andere Klubs strenger sind. Es muss ein einheitliches Verhalten den Fans gegenüber geben.” Mit dem Kodex soll also vor allem erreicht werden, dass es gemeinsame Regeln für alle Profimannschaften im deutschen Fußball gibt. Doch sollte dass nicht ausreichen, sieht sich Friedrich gezwungen, härter durchzugreifen.

Stehplatz-Verbot nach ausländischem Vorbild

Der Innenminister nahm auch Stellung zu den Konsequenzen eines gescheiterten Verhaltenskodex. Wenn die gemeinsamen Regeln nicht ausreichen sollten, kann er sich auch Stehplatz-Verbote und Punktabzüge für die Vereine vorstellen. Bei der Sport-Bild erklärte Friedrich: „Ich habe mit Innenministern aus dem Ausland gesprochen, die sagen: Wir haben nur Sitzplätze und personalisierte Tickets und in den Stadien gar keine Probleme. Das kann ich nicht ignorieren.”

Eine Abschaffung von Relegationsspielen kommt für ihn allerdings nicht in Frage. Friedrich: „Es kann doch nicht sein, dass auf besonders spannende und wichtige Spiele verzichtet werden soll, weil wir die Gewalt nicht in den Griff bekommen. Aber wenn alle anderen Mittel versagen, kann es auch Spiele vor leeren Rängen geben.”

Auch Punktabzüge werden diskutiert

Der 55-jährige Politiker will auch Punktabzüge für Vereine, die sich nicht an den Kodex halten, diskutieren. Zwar sei das nicht die beste Lösung. Aber Friedrich gab zu Protokoll: „Ein Punktabzug bestraft den Klub, die Spieler und die friedlichen Fans für ein Fehlverhalten einer verschwindend kleinen Minderheit, die den Fußball als Bühne für ihre Gewaltaktionen missbraucht. Wenn allerdings diese kleine Minderheit von der großen Masse geduldet statt ausgegrenzt wird, dann bleibt uns doch nichts anderes übrig, als auch über solche Konsequenzen nachzudenken.”

Welche Konsequenzen letztendlich gezogen werden hängt nun größtenteils von den Vereinen ab. Mit dem Kodex bekommen sie noch einmal die Chance, Randalierer und gewaltbereite Fans auszuschließen und somit für ordentliche Verhältnisse in den Stadien zu sorgen. Sollte dass allerdings nicht den gewünschten Erfolg bringen, wird es zu harten Strafen im Profifußball kommen. Doch wir alle hoffen, dass es nicht soweit kommen wird.

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