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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt dem 1. FC Kaiserslautern das Saisonzeugnis aus. Klassenziel erreicht?

Verein: 1. FC Kaiserslautern
Bundesliga: Platz 18
DFB-Pokal: Achtelfinale

Zielsetzung: Beim 1. FC Kaiserslautern war auch vor der Saison klar, dass es nur um den Klassenerhalt gehen würde. Der siebte Platz aus der Vor-Saison hatte niemanden geblendet, auch Trainer Marco Kurz und Vorstandschef Stefan Kuntz hatten dies stets betont. Auch bei den meisten Experten zählte der FCK zu den Hauptanwärtern auf einen Abstiegsplatz. Trotz der Neuzugänge, die im Sommer zum Klub fanden.

LIGA & POKAL – Note: ungenügend (6)

Im DFB-Pokal konnte das Achtelfinale erreicht werden. Dies aber als Erfolg zu werten, wäre nach dieser Saison Hohn. Zumal auch im Pokal gegen den ersten Gegner auf Augenhöhe mit Hertha BSC die Segel gestrichen werden musste (1:3). In der zweiten Runde wurde Eintracht Frankfurt ausgeschaltet (1:0) – ein seltenes Erfolgserlebnis der Saison. Ansonsten lässt sich die Leistung des Klubs in der Liga relativ kurz zusammenfassen: Der FCK war zu keinem Zeitpunkt in der Lage, in der Bundesliga mithalten zu können. Nach der Hinrunde stand immerhin noch der Relegationsplatz mit 16 Punkten zu Buche. Die Rückrunde hatte mit Bundesliga wenig zu tun.


FRUST | Kaiserslautern war früh in der Saison bereits abgestiegen

21 Spiele blieb die Mannschaft zwischenzeitlich in Serie ohne Sieg. Es muss letztlich so ganz drastisch gesagt werden: Der FCK ist seit vielen Jahren der verdienteste Absteiger der Bundesliga. Das war schlichtweg ungenügend in nahezu allen sportlichen Bereichen.

UNTERHALTUNG – Note: ungenügend (6)

Auch im Bereich Unterhaltung kann sich der Verein nicht gerade sonderlich verbessern. Nur 24 magere Treffer erzielte das Team in 34 Bundesliga-Spielen. Dass es hin und wieder doch unterhaltsam wurde, lag zumeist nur am Gegner. So feierte der FC Schalke 04 ein sehenswertes 4:1 auf dem „Betzenberg“, mit 5:2 gewann dort am vorletzten Spieltag auch Borussia Dortmund. Dass die Treffer der „Roten Teufel“ mitunter sehenswert waren, ist zwar unter dem Strich sicherlich schön gewesen, hilft aber auch in dieser Kategorie nicht zu einer besseren Note. Die Spieler „quälten“ die Fans teilweise mit desolaten Leistungen. Auch hier gibt es deshalb eine Sechs.

TRANSFERMARKT – Note: ungenügend (6)

Stefan Kuntz hat in den vergangenen Jahren auf dem Transfermarkt ein glückliches Händchen bewiesen. In diesem Jahr war das absolut nicht der Fall. Zusammen mit Trainer Marco Kurz wurden Spieler verpflichtet, die dem Verein zu keinem Zeitpunkt weiterhelfen konnten. Itay Shechter und Gil Vermouth konnten nie in das Team integriert werden, Letzterer wurde im Winter wieder verliehen. Jakub Swierczok und Konstantinos Fortounis konnten bestenfalls ihr Talent andeuten. Olcay Sahan und Richard Sukuta-Pasu ließen den Nachweis der Bundesligatauglichkeit vermissen. Im Winter wurde der Kader dann durch Antar Yahia, Sandro Wagner und Nicolai Jörgensen ergänzt – sie entwickelten sich zu Totalausfällen. Lediglich Ariel Borysiuk hatte gute Ansätze.


NOTAUSGANG | Acht Spiele vor dem Ende musste Trainer Kurz gehen, Balakov rettete den Klub nicht

Gegen den Verlust der Leistungsträger Jan Moravek, Srdjan Lakic und Ivo Ilicevic konnte Kuntz nur bedingt wirken. Lakics Vertrag lief aus, Moravek war nur vom FC Schalke 04 geliehen. Und Ivo Ilicevic wollte den Klub unbedingt verlassen, hätte in einer lustlosen Verfassung wenig helfen können. Dennoch hatte Kuntz für Transfers zwischen sieben und acht Millionen Euro ausgegeben. Viel Geld, aus dem wenig gemacht wurde.

TRAINER & UMFELD – Note: noch ausreichend (4-)

Das Umfeld in Kaiserslautern blieb über die Saison hinweg bemerkenswert geduldig. Als Trainer Marco Kurz durch Krassimir Balakov ersetzt wurde, gab es zum ersten Mal Unruhe. Ansonsten blieb es im Verein sehr ruhig – vielleicht zu ruhig. Auch am vergangenen Mittwoch bei der Hauptversammlung wurde Stefan Kuntz von den Mitgliedern gefeiert. Er genießt nach den erfolgreichen Jahren zuvor Kredit. In der Trainerfrage scheint nun wieder etwas Unruhe zu herrschen. Dennoch hat sich der FCK weitgehend in dieser Saison professionell im Rahmen der (sportlichen) Bedingungen präsentiert.

Die Arbeit der Trainer an sich ist sehr, sehr schwer zu beurteilen. Beide mussten mit einer Mannschaft arbeiten, die keine Chance auf den Klassenerhalt hatte. Balakov muss zugute gehalten werden, dass er am Kader selbst nicht mitwirkte. Aber auch er holte aus den Spielern sehr, sehr wenig in seinen acht Spielen heraus.

DER ENTTÄUSCHENDE
DER
UNGLÜCKLICHE
DER
KÄMPFER


GESAMTNOTE – Note: ungenügend (6)

Es gibt eigentlich nur eine Sache, die nach dieser Saison positiv anzumerken ist: Der FCK ist verhältnismäßig ruhig geblieben, es wurde nicht alles im Verein umgeschmissen und hektisch neu organisiert. Sportlich aber war diese Saison derart katastrophal, dass keine andere Note als ein schallendes „Ungenügend“ in Frage kommt. Die Versetzung wurde deutlich verpasst, der Abstieg steht zu Buche.

Eure Meinung: Wie bewertet Ihr die Saison des 1. FC Kaiserslautern?

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