Hoffenheim: Babbel und Babel, passt das noch? Harte Kritik für den Platzverweis

Zwei gelbe Karten in einer Minute, dazu eine Schelte vom Trainer: Für Ryan Babel lief das Saisonfinale alles andere als gut. Ob das Sorgenkind der TSG nächste Saison noch da ist?
Sinsheim. Mit der 1:3-Niederlage gegen Hertha BSC hat es die TSG 1899 Hoffenheim verpasst, die beste Rückrunde seit ihrer Bundesligazugehörigkeit zu spielen und eine erneut mittelmäßige Saison versöhnlich zu beenden. Gegen kämpfende Herthaner mussten die Kraichgauer ab der 42. Minute zu zehnt spielen: Ryan Babel sah nach einem Foul und einer Showeinlage des Berliners Lewan Kobiashvili innerhalb von einer Minute zweimal die gelbe Karte. TSG-Coach Markus Babbel kritisierte Babel nach dem Spiel dennoch hart.

„Das war dämlich, damit hat er uns nicht geholfen“

Auf der anschließenden Pressekonferenz tadelte Babbel den niederländischen Angreifer und beurteilte dessen Aktion als „undiszipliniert“. „Er hat sich zu Aktionen hinreißen lassen, die man mit Gelb bestrafen kann. Das war dämlich, er hat uns damit natürlich nicht sehr geholfen“, sagte Babbel angesäuert über die Szene. Mit dem Verhältnis zwischen den beiden Männern mit den fast identischen Nachnamen steht es ohnehin nicht zum Besten: Erst im April wurde Babel gemeinsam mit Sejad Salihovic wegen mangelnder Trainingsleistungen aus dem Kader gestrichen.

Im April strich Babbel Babel aus dem Kader

„Bei Ryan erwarte ich mehr. Das ist mir zu wenig. Er muss sich steigern“, forderte Markus Babbel damals im kicker. Salihovic ist bei Babbel mittlerweile wieder rehabilitiert, der Bosnier soll sogar ein neuen Vertrag erhalten und in der nächsten Saison seine Führungsrolle im Team weiter ausfüllen. Anders sieht es wohl bei Babel aus, der erst durch den Ausfall von Roberto Firmino nach dem Spiel in Freiburg wieder zurück in die Mannschaft rückte. Der Platzverweis am Samstag dürfte das Verhältnis zwischen Babbel und Babel aber nicht verbessert haben.

Beck: „Eine gelbe Karte hätte da ausgereicht“

Dabei übersah Hoffenheims Trainer anscheinend, dass der Herthaner Lewan Kobiashvili mit einer Flugeinlage nach einer geringfügigen Berührung von Babel kräftig nachgeholfen und damit die zweite gelben Karte des Niederländers provoziert hatte. Kapitän Andreas Beck bewertete die Szene dementsprechend etwas anders: „Eine gelbe Karte hätte da ausgereicht. Diese Szene hat das Spiel gedreht“, meinte Beck nach dem Abpfiff gegenüber Goal.com. Tatsächlich fiel Babels Platzverweis in die spielerisch beste Phase der TSG. Im zweiten Durchgang hingegen wirkten die 1899er, als hätte die Sommerpause bereits mit dem Pausenpfiff begonnen.

Sorgenkind Ryan Babel

Auch wenn es von Mitspieler Beck keine Kritik an Babel gab: Nach der erneuten Schelte seines Trainers ist der 25-Jährige einmal mehr angezählt. In Sinsheim gilt der aus Liverpool gekommene Nationalspieler Hollands längst als uneingelöstes Versprechen und Sorgenkind, das sein Potenzial zu selten abruft. Dabei begann die Saison 2011/12 vielversprechend: Babel erzielte vier Tore in den ersten sechs Spielen und schien auf dem Weg zum Durchbruch. Danach folgte sehr wenig, ganze drei Assists steuerte der hoch veranlagte Angreifer bis zum Saisonende noch bei. Dass Markus Babbel für die neue Saison auch einen neuen Stürmer sucht, ist längst bekannt und spricht dafür, dass man Babel wohl ziehen lassen würde. Neigt sich die Zeit des Niederländers im Kraichgau dem Ende zu?

Eure Meinung: Hat Babel in Hoffenheim noch eine Zukunft?

Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!


Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Wie bleibt ihr unterwegs am Ball? Verpasst kein Ergebnis mehr!