thumbnail Hallo,

Der BVB kann die letzten beiden Bundesligaspiele locker angehen. Der Trainer freut sich auf das Pokalfinale, erklärt die Konkurrenz zu den Bayern und äußert sich zu zwei Spielern.

Dortmund. Zuletzt stritten sich die Fußballexperten und Fans immer wieder darüber, ob Borussia Dortmund trotz der jüngsten Erfolge in der Bundesliga nicht doch noch die Qualität fehlt, um auch international Erfolg zu haben. Allen voran Bayern-Präsident Uli Hoeneß machte seinem Frust ob der verpassten Meisterschaft gehörig Luft und wetterte zuletzt gegen die Borussia und ihre Protagonisten. Jürgen Klopp reagiert in der heutigen Ausgabe der Sport Bild relativ besonnen auf dessen Aussagen und spricht über kommende Herausforderungen und erklärte Ziele.

Klopp versteht die Bayern

Angesprochen auf das kürzliche Sky90-Interview von Uli Hoeneß, in dem dieser scharf gegen Klub-Boss Watzke schoss, gibt sich Klopp tiefenentspannt, kann sich jedoch einen kleinen Seitenhieb nach München nicht verkneifen. „Ich habe das Ding nicht komplett geguckt, nur Teile gesehen. Ich kann hundert Prozent nachvollziehen, dass wir die Bayern im Moment stören, dass wir ein rotes Tuch für sie sind. Sie sagen zwar: 'Ist ja klasse, dass es da eine zweite Mannschaft gibt, die auf dem Niveau spielt, die ein Rivale für uns ist.' Das glaube ich auch. Sie hätten schon gerne, dass die Mannschaft, die da mit ihnen wettstreitet, Zweiter ist. Motto: „Geil, die pushen uns zu Höchstleistungen, aber gratulieren am Ende freundlich“, philosophiert der 44-jährige.

Klopp sieht starken Rekordmeister

Dennoch macht er den Bayern ein großes Kompliment und verkennt auch nicht deren starke Leistung in dieser Spielzeit. „Bayern spielt eine super Saison, es kriegt nur keiner mit. Sie können auf 73 Punkte kommen. Damit wirst du normal Meister. Aber da gibt es nun mal eine Mannschaft, die noch mehr Punkte geholt hat – mit einem viel geringeren Etat. Das sind wir“, zitiert ihn die Sport Bild weiter.

Der Hohn und Spott der Bayern-Fans, die dem BVB ein schwaches Auftreten in der „Königsklasse“ attestieren, lässt den Star-Trainer kalt.

Neuer Anspruch beim BVB

Insgesamt räumt er ein, dass man in der Champions-League „Fehler gemacht“ hat, dennoch sieht er diese als „Erfahrungswerte“ an. In der kommenden Spielzeit hätte man dann jedoch „ einen ganz anderen Anspruch, was die Punkteausbeute angeht.“

Dieser neue Anspruch liest sich erstmals auch in den Aussagen von Jürgen Klopp ab, der nun offen zugibt, dass die Borussia im nächsten Duell gegen die Bayern nicht mehr Außenseiter ist. „Nein, sind wir nicht. In einem Finale gibt es keinen Außenseiter. Gut, wenn Duisburg gegen Schalke spielt, sind die Rollen klar verteilt. Aber wenn zwei Bundesligisten aufeinandertreffen, gibt es keinen Außenseiter“. Relativiert Klopp also schon wieder? Nein, der BVB ist nach der zweiten Meisterschaft in Folge noch selbstbewusster geworden.

Weitere Duelle mit den Bayern

Man ist sich jedoch darüber im Klaren, dass es auch in Zukunft ein hartes Duell auf Augenhöhe gegen die Bayern geben wird, dem man sich gerne stellen will. Zwar bekundet Klopp immer noch gehörigen Respekt gegenüber den Münchnern, dennoch will er dem Rekordmeister auch in naher Zukunft ein Bein stellen - zumindest will man in den kommenden Partien, in denen man sich über den Weg läuft, den Platz als Sieger verlassen, auch wenn dies laut Klopp „nicht einfacher wird“.

Borussia mit Startproblemen

Der positive Verlauf einer Saison hängt zumeist auch von einem guten Start ab. Beim BVB konnte man dagegen nach einem schwachen Beginn nicht davon ausgehen, dass man die Meisterschaft derart souverän nach Hause schaukeln würde. Jürgen Klopp hat rückwirkend jedoch eine Erklärung für die schwache Phase, in der man in den ersten Spielen nicht einmal einen Punkt im Schnitt holte. „Wir hatten einen Haufen Probleme. Mit denen hatten wir gerechnet. Aber wir haben uns entwickelt. Wir mussten unser Aufbauspiel verändern, das zu sehr auf Mats Hummels fixiert war“, erläutert er weiter.



Kagawa überragend

Im Verlauf der Saison änderte sich dies jedoch und die gesamt Mannschaft zeigte sich flexibler und vor allem kreativer. Selbst der spätere Ausfall von Mario Götze konnte den Borussen letztendlich nichts anhaben. Beim BVB mangelt es auch nach dem Ausfall des Shootingstars nicht an Kreativität. Im Gegenteil, denn Shinji Kagawa befindet sich (wieder mal) in bestechender Form. Dortmund würde am liebsten lieber heute als morgen mit dem quirligen Japaner verlängern. Falls sich dieses Vorhaben nicht realisieren lässt, wird man ihn laut Jürgen Klopp „mit allem Respekt und den besten Glückwünschen verabschieden.“

Klare Worte im Fall Lewandowski

In Sachen Robert Lewandowski hört sich der Tonfall schon anders an. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Rekordmeister aus dem Süden die besten Spieler der Konkurrenten wegkauft und sie so schwächt. Im Falle des polnischen Nationalstürmers wird dies nicht passieren, das stellt Jürgen Klopp deutlich klar. „Er ist nicht zu haben! Wer sind wir denn? Dass Bayern kommt und anfragt, ob Lewi gerne bei Ihnen spielen würde, wenn Mario Gomez mal gerade nicht kann, oder wie? Das ist ja Quatsch. Ausgeschlossen“, zitiert ihn die Sport Bild weiter.

Klopp will im Alter den Absprung schaffen

Für den Borussen-Trainer Klopp ist dies vermutlich nur der Anfang einer wunderbaren Liaison, denn er hat einen langfristigen Vertrag unterzeichnet und verfolgt insgeheim sicherlich noch einige weitere Ziele. Dennoch möchte er - anders als etwa Jupp Heynckes  - nicht mehr mit 66 Jahren auf der Trainerbank sitzen.  „Bei Jupp ist es nicht zu spät, das merkt man ihm ja an. Er ist topfit. Aber ich hoffe für mich, dass ich den Absprung früher schaffe“, so Klopp abschließend.

Eure Meinung: Was traut ihr der Borussia in der nächsten Saison international zu?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Wie bleibt ihr unterwegs am Ball? Verpasst kein Ergebnis mehr!
Auf http://m.goal.com bekommst du die ganze Fußball-Welt auf dein Handy

Dazugehörig