Michael Zorc und Jürgen Klopp messen sich nicht mit dem FC Bayern München

Zurzeit setzt Borussia Dortmund hohe Maßstäbe im deutschen Fußball. Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc sind die Autoren dieser schwarz-gelben Erfolgsgeschichte.

Von Henning Klefisch

Jürgen Klopp und Michael Zorc
Bongarts
Dortmund. Selbstbewusstsein, aber keinesfalls Arroganz zeigten die beiden BVB-Macher, als sie sich zum Gespräch mit dem kicker trafen. Besonders die Zukunftsperspektiven von Borussia Dortmund stehen im Mittelpunkt des Gespräches, in dem sich Zorc und Klopp bodenständig, aber dennoch ambitioniert zeigen.

Realistisch, aber ambitioniert


So teilte Zorc realistisch mit: „Wir werden nie behaupten, dass wir uns mit Bayern München messen können, dazu sind die wirtschaftlichen Rahmendaten einfach zu unterschiedlich", so der Sportdirektor Zorc, der aber natürlich auch weiß, dass „die Unterschiede im Moment nicht so groß" sind. Wie er unterstreicht, „wollen die Dortmunder ihren eigenen Weg“ gehen.
„Hungrige und sehr begabte“ Spieler seien auf der Einkaufsliste ganz oben angesiedelt, wie das Erfolgsduo zu erzählen weiß. So erklärt Zorc auch, warum sich die Borussia gegen einen Kauf von Erik Lamela entschieden hat, der letztlich bei Roma gelandet ist. „ Es gab zu viele Unwägbarkeiten. Bei Marco Reus glauben wir zu wissen, was wir bekommen.“ Trainer Klopp vertraut Reus: „Marco können wird als Typ zu 100 Prozent einschätzen. Das ist ganz wichtig. Bei Lamela konnten wir das nicht.“

Klopp macht Nachwuchsspielern Mut


Trotz aller Anpassungsproblemen, die die Neuzugänge Perisic und Gündogan zeigten, ist Klopp „super glücklich“, dass die beiden nun ein wichtiger Teil der Mannschaft sind. Die beiden Ex-Profis sind sich bewusst, dass Transfers wie der von Reus für Dortmund außergewöhnlich sind. Sie wissen auch, dass nicht jedes Jahr ein zweiter Mario Götze aus dem eigenen Nachwuchs in der Qualität und in dem Tempo im Profikader einschlagen wird, freuen sich aber über die vielen Talente, die „mit den Hufen scharren.“ Klopp macht den kommenden Stars auch Mut: „Nirgendwo ist die Tür so weit offen wie in Dortmund – durchgehen müssen diese Kerle schon selbst. Wir werden sie nicht durchtragen", stachelt Klopp die Youngsters an.

Zusammenhalt Basis für Erfolg

Das Ziel ist ganz klar, die derzeit so erfolgreiche Mannschaft zusammenzuhalten. Daher müssen neue Einnahmen geschaffen werden. Es ist daher durchaus realistisch, dass das Gehaltsbudget in den nächsten Jahren „um 10 bis 15 Prozent“ angehoben wird“, so Zorc gegenüber dem kicker. Zorc und Klopp haben erst vor kurzem ihre Verträge bis 2016 verlängert. Beide können sich eine lange Zusammenarbeit durchaus vorstellen und loben ihren Arbeitgeber in den höchsten Tönen: „Im Moment ist alles gut. Und das alles gut ist, hängt damit zusammen, dass wird untereinander ein überragendes Verhältnis haben. Die Spieler, mein Trainerteam, Michael Zorc, Hans-Joachim Watzke, Dr. Reinhard Rauball - das ist richtig gut. Und das war nicht zu erwarten, dass dieser Verein so emotional und trotzdem so hochprofessionell ist. Er ist ein Fußballverein geblieben, das ist mir persönlich nicht unwichtig."

Endlich in Europa überzeugen

Es scheint als sei beim Tabellenführer Borussia Dortmund für eine erfolgreiche Zukunft alles vorbereitet worden zu sein. Die Frage lautet nur, ob die Beteiligten die glänzenden Perspektiven nutzen können. Im nächsten Jahr wartet wieder die Champions League auf die routinierteren BVB-Kicker. Ein ähnlicher Auftritt, wie in dieser Spielzeit würde die schwarz-gelbe Glückseligkeit mächtig trüben.

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