Franz Beckenbauer: „Robben ist ein Egoist“

Jetzt schickt sogar Kaiser Franz Beckenbauer ein verbales Gewitter Richtung Arjen Robben. In einem Interview bezeichnet er ihn als „Egoisten.“

Von Henning Klefisch

Zur Zeit nur Reservist: Bayerns Arjen Robben
Getty Images
München. Viele haben es gewusst, keiner hat es bisher so richtig ausgesprochen. Mal wieder musste Franz Beckenbauer Tacheles reden und den neuen Einwechselspieler des FC Bayern München scharf kritisieren. So giftete der „Kaiser“ bei Sky90 in Richtung Robben: „Die Anerkennung hat Robben teilweise verspielt. Er ist ein Egoist wie viele andere auch. Allein die Reaktion, wenn er mal eine gute Szene hat oder ein Tor schießt: Er rennt nicht zu dem, der ihm die Vorlage gegeben hat, sondern zu seinen Familienmitgliedern auf die Tribüne und grüßt die und so weiter. So lässt er die Mannschaft hinter sich her laufen.“

Schwere Zeiten für Robben

Eine ungewohnte und vor allem unangenehme Situation für den holländischen Weltstar. Erst büßte er seinen Stammplatz auf der rechten Außenbahn ein, jetzt wird er sogar offen wegen seiner egoistischen Auftritte verurteilt. Keine leichte Zeit für den ehemaligen Spieler des FC Chelsea und Real Madrid. Zumal Beckenbauer nachlegt. „Irgendwann sagt der Mitspieler: Wenn ich dir den Ball gebe und ich kriege die Anerkennung nicht zurück, dann kannst du dir den Ball das nächste Mal selbst holen. Da müsste er ein bisschen mannschaftsdienlicher denken,“ so der 66-Jährige gegenüber dem Fernsehsender Sky.

Im Trainingsspiel der Beste

Zumindest scheint es sportlich nun ein wenig besser zu laufen bei Robben, der beim Reservisten-Training der Bayern-Stars sportlich herausragte. So war er der ungekrönte „King“ beim Kreisspiel „5 gegen 3“. Dort unterlief ihm kein technischer Fehler. Auch beim obligatorischen Kleinfeldspiel erzielte er die meisten Treffer (5). Allerdings bestätigte er Beckenbauer. Er jubelte lautstark, aber nur für sich selbst.

Müller ist mannschaftsdienlicher


Trotz überragender Fähigkeiten ist derzeit für den Flügelflitzer kein Platz in Bayerns Startelf. Der mannschaftsdienliche Thomas Müller hat ihm derzeit den Rang abgelaufen. In den Medien wollte er nach dem Spiel nichts kundtun. Der Ärger war noch zu groß. Dafür sprach Vorstandsboss Karl- Heinz Rummenigge, der von einer Vertragsverlängerung des bis 2013 datierten Vertrages ausgeht: „Christian Nerlinger hat ein Gespräch mit seinem Vater gehabt (auch der Berater Robbens, d. Red.). Und in dem Gespräch ist dem Vater mitgeteilt worden, dass Bayern an einer Verlängerung Interesse hat.“

Trotz Verlängerung Verkaufskandidat?

Auch wenn Arjen Robben kein Einwechselspieler ist, so benötigen die Bayern für die ambitionierten Ziele einen Spieler, der mit seinen individuellen Fähigkeiten von der Bank aus ein Spiel entscheiden kann. Bestes Beispiel dafür war das Spiel gegen Kaiserslautern als er nach seiner Einwechslung mächtig wirbelte und fünf Torschüsse und drei Vorlagen abgab.
Neben den sportlichen Gesichtspunkten, spielt natürlich auch die finanzielle Situation eine elementare Rolle. So könnte eine angedachte Verlängerung bis 2015 für Bayern sinnvoll sein, um eine Rekord-Ablösesumme zu erhalten. Das spekuliert zumindest die Bild-Zeitung. Voraussetzung dafür wird allerdings sein, dass Robben eine starke EM spielt und damit das Interesse von finanzstarken, europäischen Top-Vereinen weckt. Rummenigge jedoch sprach am Samstag Klartext: „Wir alle sind von Arjens Qualitäten überzeugt.“

Eure Meinung: Erobert sich Robben in den nächsten Wochen den Stammplatz zurück?

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