Streich vom SC Freiburg zum Cisse-Abgang: „Als Gruppe kompensieren“

Mit dem Abgang von Papiss Demba Cissé hat der SC Freiburg in der Winterpause seinen wichtigsten Torjäger verloren. Wie will Trainer Streich diesen Abgang kompensieren?

Von Matthias Jundt

Freiburgs Goalgetter Papiss Cisse
Getty Images
Freiburg. Der Wechsel des 25-jährigen Senegalesen Papiss Demba Cissé zeichnete sich bereits in der Sommertransferperiode ab, konnte aber, aus Freiburger Sicht, noch verhindert werden.
Im Winter wollte und durfte Cissé dann schließlich den Verein wechseln, letztlich waren es die Engländer von Newcastle United, die sich für umgerechnet zwölf Millionen Euro laut Transfermarkt.de die Dienste des Afrikaners sicherten. In zwei Jahren und 67 Bundesligapartien erzielte der Publikumsliebling der Fans des SC Freiburg 37 Tore und bereitete fünf weitere vor, hatte somit einen großen Anteil am neunten Platz der vergangenen Saison.

Mit jungen Spielern gegen den Abstieg

Der Rekordtransfer spülte so viel Geld wie nie zuvor in die Kasse der Breisgauer. Wer die Philosophie des Vereins kennt, weiß, dass der Großteil der Einnahmen nicht in neue, teure Spieler gehen wird. Das Hauptaugenmerk liegt bei der Investition in die Fußballschule und die Infrastruktur. Der im Winter zum Cheftrainer beförderte Christian Streich gab zu, dass Cissé ein Spieler ist, „den Freiburg nicht 1:1 ersetzen kann“,  man wolle den Abgang „so gut wie möglich als Gruppe ersetzen“. Ein Blick auf die weiteren Transferbemühungen im Winter gibt einen Hinweis darauf, wie sich Streich die Zukunft der Badener vorstellt.

Kaum Verstärkung für die Offensive

Nachdem, zunächst noch unter dem ehemaligen Trainer Sorg altgediente Spieler wie der Ex-Kapitän Heiko Butscher oder Felix Bastians sich neue Vereine suchen mussten, beförderte der neue Coach gleich vier Spieler aus der zweiten Mannschaft und aus der U-19, wie im Fall des erst 18-jährigen Matthias Ginter, zu den Profis. Teuerster Wintertransfer war unterdessen Fallou Diagné (22), der vom französischen Zweitligisten FC Metz für 500.000 Euro kam. Insgesamt beliefen sich die Kosten für neue Spieler auf 1,25 Millionen Euro. Auffällig ist, dass mit Ivan Santini (22) und Sebastian Freis (27) lediglich zwei neue Stürmer verpflichtet wurden. Die übrigen Neuen sollen die gegnerischen Stürmer am Toreschießen hindern.  Das Durchschnittsalter beim Unentschieden gegen Werder Bremen lag bei 23,9 Jahren, alle Wintertransfers zusammen sind im Schnitt 22,65 Jahre jung.

Der Wechsel als Chance

Der SC Freiburg will sich also wieder auf seine Urqualitäten verlassen. Junge Spieler, größtenteils in der vereinseigenen Fußballschule ausgebildet, sollen den Abstieg der Breisgau-Brasilianer verhindern. Desweiteren kann der Verlust Cissés auch Positives mit sich bringen. Das Spiel der Südbadener gewinnt an Variabilität, weil es nicht mehr nur auf einen Spieler zugeschnitten ist. Bisher gelingt dies mit gemischtem Erfolg. Dem starken Spiel gegen Augsburg, folgte ein unglücklicher Auftritt in Mainz. Das 2:2 am Sonntag gegen Bremen unterstrich aber, dass die Mannschaft hungrig ist und den Abstieg mit allen Mitteln verhindern möchte.

Eure Meinung: Kann der SC Freiburg so den Abstieg verhindern?


 
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