FC Bayern und die Pannen 2.0: Wie Social-Media zum Sozialfall macht

Als Branchenprimus wollen die Bayern auch auf fremden Gefilden Eindruck schinden – nicht immer ein Volltreffer…

Von Maximilian Bensinger

Christian Nerlinger, FC Bayern München
Bongarts
München. „Das gefällt mir nicht mehr“ – und jeder weiß seit heute was gemeint ist! Erst im vergangenen Herbst präsentierte der FC Bayern stolz die noch engere Zusammenarbeit mit einem Multimediakonzern, der in diesem Rahmen auch sein neues Smart-TV-Gerät vorstellte. Endlich kann man mit dem Fernsehgerät ins Internet. Mit der Bayern-App inklusive natürlich! Die Bayern sind immer offen für den Fortschritt, oder?

Karl Heinz Rummenigge verlor damals stolz einige Sätze über die Bayern-Applikation und die Fortschritte bei sozialen Netzwerken, wie eben Facebook. Ich weiß nicht, wer von euch Lesern die Bayern-Präsenz auf Facebook schon länger verfolgt - aber gut ist das nicht! Doch Rummenigge war noch nicht fertig…

Bayern-Vorstoß in eine neue Welt

Neue Möglichkeiten ausschöpfen und barrierefrei denken. Die neuen Medien nutzen. Alles Floskeln, die man im „New-Media-Knigge“ zum auswendig lernen aus der Heftmitte reißen kann. Doch nach den neuesten Problemen muss ich immer wieder an Bayerns Vorstandvorsitzenden denken, wie er über den multimedialen FC Bayern sprach. Es fehlte nur der Rollkragenpulli, denn Steven Jobs hätte es nicht besser machen können.

Alte Generation

Lustig wird’s, wenn man sich mal Gedanken macht, wie viel Wissen die werten Herren aus der Bayern-Führung von der neuen virtuellen Welt tatsächlich besitzen. Ich erinnere mich an Uli Hoeneß, der bis heute kein Mobil-Telefon, geschweige denn ein Smart-Phone besitzt. Dann wäre da noch Bayerns neuer Multimedia-Visionär (Rummenigge), der vergeblich versuchte, dem brasilianischen Power-User Breno das „Zwitscher-Verbot“ zu erteilen. Auf der Pressekonferenz ging er fachlichen Details dabei gekonnt aus dem Weg.

Hilflos und unwissend


Während jeder unglückliche Eintrag und jedes unglückliche Foto ein gefundenes Fressen für die Presse war, zeigten sich die Bayern plötzlich gar nicht mehr vernetzbar und die Ratlosigkeit an der Säbener Straße war beinahe greifbar. Strikte Verbote funktionierten nicht, was Brenos Tattoo-Foto und Tymoshchuks Kabinen-Schnappschuss bewiesen. Unbestätigte Quellen sprechen von regelrechter Panik im Bayern-Management, wenn ein überquellendes Postfach wartet – „Breno wurde auf einem neuen Foto markiert“.

Fortbildung nötig

Welchen Maßnahmen Nerlinger und Co. sich danach bedienten, ist ungewiss. Vielleicht eine Fortbildung im Bereich Social Media? Seit heute wohl undenkbar, auch wenn es sich beim heutigen Facebook-Fauxpas um eine Agentur handeln soll. Der Imageschaden bleibt trotzdem. Vielleicht sollte sich die Vereinsführung intensiver mit den neuen Medien beschäftigen – „Uli Hoeneß hat sie zu WhatsApp eingeladen“.

PR-Flop und sportliche Krise

Die Anhänger der Münchner sehnen sich schon lange nach einem Transfer-Hammer, den Uli Hoeneß für den Sommer angekündigt hat. Die Bayern vermasseln zudem den Rückrundenstart. Da fragt man sich schon: Wie kann man eine PR-Kampagne nur so fehlgeleitet kommunizieren? Da haben wohl die Vernetzungen bei einigen Netzwerk-Experten nicht richtig funktioniert. Ein virtueller Griff ins Klo…

Doch kein dickes Ailton...

Erst die Twitter-Affären mit Breno und jetzt das PR-Unglück der Bayern. Summa summarum – der FC Bayern ist ein echter Sozialfall im Bereich Social Media geworden. Eigentlich könnte man mit den Bayern richtig Mitleid haben, denn die Kampagne sollte den Fans gehören. Doch eine solche Panne wirkt in einem hochprofessionell geführten Verein, wie Ailton im Bayern-Trikot – undenkbar! Nach der  heutigen Ankündigung war der Kugelblitz mein Geheimfavorit – wer sonst könnte ohne Probleme auch bei Manchester oder Barcelona spielen…

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