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Hamburger SV: Mitgliederversammlung im Blickpunkt
Aufgeheizte Stimmung in Hamburg: Die Mitgliederversammlung am 15. Januar wirft ihre Schatten voraus. Im Mittelpunkt steht die Aufarbeitung der achtjährigen Hoffmann-Ära.
Von Daniel Jovanov
Hamburg. Thorsten Fink und seine Mannschaft starten am Mittwoch gen Süden ins Trainingslager nach Marbella. Derweil sind alle Blicke beim Hamburger SV auf die anstehende Mitgliederversammlung gerichtet. Streitthema ist die achtjährige Hoffmann-Ära und die finanzielle Lage des Vereins. „Die Mitglieder haben das Recht, genau über das vergangene Geschäftsjahr informiert zu werden. Wenn es Nachfragen gibt, werden wir sie beantworten.“ sagte Carl-Edgar Jarchow gegenüber der Hamburger Morgenpost.
Radikaler Umbruch in 2011
Das vergangene Jahr wird mit Sicherheit als eines der schwärzesten in die Vereinsgeschichte eingehen. Anfang Januar wurde die Demontage des Vorstandsduos Hoffmann und Kraus auf der Mitgliederversammlung mit der Wahl vier neuer Mitglieder in den Aufsichtsrat eingeleitet. Es folgte die Posse mit Matthias Sammer, der dem HSV für den Posten des Sportdirektors absagte. Schon 2010 hatten die Hamburger die vakante Position mit dem DFB-Chefscout Urs Siegenthaler besetzt. Der Schweizer trat seinen Dienst wegen der öffentlich diskutierten Doppelfunktion beim DFB und beim Hamburger SV allerdings nicht an. Die Hanseaten schlenderten führungs- und kopflos durch die Saison, an deren Ende ein gewaltiger Personalaustausch auf dem Feld und in den Führungsetagen stattfand.
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Großes Minus im letzten Geschäftsjahr
Bernd Hoffmann und Katja Kraus mussten am 16. März 2011 gehen. Ihre mehr als achtjährige Amtszeit war geprägt von großen Namen bei Transfers (Van der Vaart, Zé Roberto, Van Nistelrooy), aber auch von einem sportlichen Aufstieg bis auf Platz 15 der Europarankings der Vereine und einer wirtschaftlichen Konsolidierung mit Rekordumsätzen. Doch das vergangene Geschäftsjahr, das der Hamburger SV mit einem Minus von 4,87 Millionen Euro abschloss, bedeutete nicht nur eine sportliche, sondern auch eine finanzielle Bruchlandung für die Hanseaten. Der Aufsichtsrat ließ die Amtszeit von Bernd Hoffmann juristisch prüfen – es blieben sechs offene Vorwürfe, denen er sich womöglich selbst stellen will. Unter anderem geht es um Zahlungen an Spielerberater, Vermittler und das Engagement eines engen Vertrauten im Arena-Management.
Neuer Kühne-Deal soll frisches Geld bringen
Für Überraschung sorgte indes der neue HSV-Präsident Carl Edgar Jarchow. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt sagte der ehemalige FDP-Politiker, dass man mit dem milliardenschweren Unternehmer Klaus-Michael Kühne „in gutem Kontakt“ stehe. Kühne hatte dem HSV einst 12,5 Millionen für Spielertransfers bereitgestellt. Im Gegenzug partizipiert er zu einem Drittel bei einem möglichen Verkauf von Guerrero, Aogo und Jansen. Frank Arnesen und Thorsten Fink hätten sich dem Bericht zufolge sogar schon zu einem „Gedankenaustausch“ getroffen.
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