Bayerns Boss vor seinem 60. Geburtstag: „Das müsste die Zeit des FC Bayern und des Uli Hoeneß werden“

Uli Hoeneß wie man ihn kennt: Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Macher des FC Bayern nochmal betont, wie rosig er die Zukunft der Münchener sieht.

Von Falko Blöding

Uli Hoeneß schaut nach vorn
Bongarts
München. In wenigen Tagen feiert Uli Hoeneß seinen 60. Geburtstag. Der langjährige Manager und heutige Präsident des FC Bayern prägte die Bundesliga wie kaum ein anderer in den letzten 3 Dekaden. Immer für einen Spruch gut, bei den eigenen Fans geliebt und von den gegnerischen Anhängern verspottet. Doch der Erfolg gab Hoeneß meist recht.

„Die Kunst ist es, oben zu bleiben“

„Ich glaube, ich habe gelernt mit großer Kritik umzugehen und so kann ich auch mit großem Lob umgehen. Man muss die Balance finden zwischen beiden Dingen und die habe ich gefunden“, sagte Hoeneß im Interview mit Sky Sport News HD. „Die Kunst ist nicht, nach oben zu kommen, sondern, oben zu bleiben. Und da glaube ich, haben wir alle miteinander gute Arbeit geleistet. Dass wir uns von dem allgemeinen Jubel, der eintritt, wenn Du Erster oder Zweiter bist, nicht haben anstecken oder verrückt machen lassen“, sagte er weiter und konnte sich einen Seitenhieb auf den ehemaligen Rivalen Klaus Toppmöller nicht verkneifen: „Bye-Bye Bayern, mit seinem Adler in der Hand. Wo ist Bayern, wo ist Eintracht Frankfurt, wo ist Toppmöller?“

„Das müsste die Zeit des FC Bayern werden“

Hoeneß weiß um sein Rolle als Polarisierer. „Ich bin ein Mensch, der ein großer Demokrat ist. Dazu gehört, dass man anderer Leute Meinungen respektiert und dass man sie akzeptiert. Ich erwarte aber auch, dass man meine Meinung, sollte sie auch anders sein als die, die ein anderer Vertritt, ebenfalls respektiert.“ Den FC Bayern sieht er für die Zukunft glänzend aufgestellt: „Wir sind erfolgreich. Wir sind erfolgsorientiert. Und trotzdem haben wir keine Schulden. Eine zeitlang war es ja verpönt, keine Schulden zu haben. Jetzt wird wieder eine Phase kommen, wo man etwas kauft und nicht die Kreditabteilung einer Bank betritt, sondern die Festgeldabteilung. Und dann müsste das eigentlich die Zeit des FC Bayern und des Uli Hoeneß werden.“



Ziel ist das Endspiel der Champions League

Die Hinrunde ist den Münchenern gelungen: In allen drei Wettbewerben liegt der FCB auf Kurs. Für Hoeneß genießt die Königsklasse dabei besondere Priorität: „Normalerweise sage ich immer, die Deutsche Meisterschaft ist das größte Ziel, weil sie die berechenbarste Größe ist. Jetzt muss ich sagen: Wenn Du ein Champions-League-Finale in München hast, was wahrscheinlich im Leben eines jeden Profis nur einmal vorkommt, dann musst du versuchen, das als Ziel auszumachen.“

Nachwuchsförderung soll verbessert werden

In einigen Bereichen sieht Hoeneß allerdings auch bei seinem Verein noch Luft nach oben und dazu zählt die Nachwuchsförderung. Immerhin dümpelt die U-23-Mannschaft der Bayern nach dem Abstieg aus der dritten Liga im Mittelfeld der Regionalliga herum. „Es kann nicht sein, dass wir so dastehen, wie wir dastehen - das ist nicht so, wie wir uns das bei Bayern vorstellen“, führte er gemäß dpa aus.

Ex-Profis sollen es richten

Mit Ex-Profis wie Mehmet Scholl oder Michael Tarnat soll es aber auch dort wieder bergauf gehen.„Da ist genau in meinem Sinne. Ehemalige Leute holen und einbauen, die prädestiniert für diese Aufgabe sind, ist bayern-like! Die Identifikation der Fans mit diesen Leuten ist höher, als wenn du einen aus Wanne-Eickel holst. Jetzt haben wir mal eine kleine Delle, die ich für möglich halte, aber nicht für dramatisch. Wir müssen jetzt nicht den ganzen Verein verändern, sondern nur ein paar Stellschrauben. Der Weg ist angedeutet, mehr auf europäische, mehr auf deutsche und ganz speziell auf bayerische Spieler zu setzen.“



Mit Toni Kroos Barcelona überholen

„Schauen Sie sich unsere aktuelle Mannschaft an: Schweinsteiger, Lahm, Müller, Badstuber, Kroos, Alaba und der Kraft in Berlin. Da brauchen wir uns nicht verstecken. Es wird nur über Barcelona und ihre Nachwuchsarbeit gesprochen. So schlecht sind wir nicht“, sagte Hoeneß, der für Toni Kroos auch noch ein Sonderlob parat hatte: „Toni Kroos hat eine sensationelle persönliche Entwicklung. Wenn du Barca einholen willst, brauchst du so einen Spieler. Da kommt der Gegner nicht zur Ruhe. Solche Spieler brauchst du. Toni ist jetzt einer geworden.“

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