Hoffenheim kann doch noch gewinnen – Nürnberg mit Frust statt Freude

Nach fünf sieglosen Spielen erlebt die TSG wieder ein Erfolgserlebnis. Ein umstrittenes Tor und ein Platzverweis verhalfen Holger Stanislawski zu einem Sieg im 50. Erstligaspiel.

Von Alex Grams

Hoffenheim jubelt in Nürnberg
Bongarts
Nürnberg. Trotz der Niederlage gegen den Hamburger SV zeigten die Franken am vorletzten Bundesliga-Spieltag eine ordentliche Leistung. An diese Form konnte der 1. FC Nürnberg am Samstagnachmittag nicht anknüpfen und verlor am Ende mit 0:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Die Gäste profierten dabei von zwei umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen, siegten am Ende aber dennoch verdient.

Ein Tor mit Ansage


Ein großes Raunen ging in der 39. Minute durch das Easy-Credit-Stadion, gefolgt von vielen Pfiffen. Vedad Ibisevic hatte nach einer schönen Vorarbeit von Fabian Johnson die Führung für die Gäste aus dem Kraichgau markiert. Die Empörung der Nürnberger Fans galt einer Aktion davor: Bevor Johnson zur Flanke kam, lag Philipp Wollscheid am Boden, aber Hoffenheim spielte weiter. Wollscheid beschrieb die Szene nach dem Spiel folgendermaßen: „Er kündigt mir kurz davor an, dass es gleich wehtun wird. Kurz darauf kriege ich seinen Ellenbogen an den Hals.“ Der angebliche Täter Vedad Ibisevic selbst sieht sich unschuldig und widerspricht den Aussagen. „Da sieht man, dass er noch jung ist und viel zu lernen hat. So einen Blödsinn kann man überhaupt nicht erzählen. Das Einzige, was ich noch gesagt hab, war, dass ich noch ein Tor mache. Und das ist die Wahrheit“, sagte der Stürmer gegenüber Goal.com.

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Sieg für das Selbstvertrauen

TSG-Kapitän Andreas Beck sprach von einem Sieg mit „überraschender Leichtigkeit“. „Es wurden in den letzten Wochen viele Kleinigkeiten als negativ interpretiert, da kommt man nur als Team raus. Das haben wir heute gut gemacht und wollen unbedingt nachlegen“, zeigt sich der Verteidiger erfreut über den Sieg. Entscheidend für den Erfolg sah er die Trainingsarbeit von Trainer Holger Stanislawski an. Für die Zukunft will sich Beck „das Selbstvertrauen, das wir uns erarbeitet haben, mitnehmen“ und nach Möglichkeit „24 Punkte bis zur Winterpause“ holen.



„Genickbruch“


Auf Seiten der Nürnberger regte sich vor allem Torhüter Raphael Schäfer über den Gegentreffer auf. „Das hat mir Fair-Play gar nichts zu tun“, äußerte sich der Kapitän. Das zweite Tor sei dann der „Genickbruch“ gewesen. „Bis zum Gegentor waren wir, denke ich, auf Augenhöhe und haben genau das gemacht, was wir wollten“, verteidigte Schäfer sein Mannschaft und forderte seine Truppe auf „weiter zu arbeiten“. Für den Club wird es eng. Nach dem Unentschieden des 1. FC Kaiserslautern bei Borussia Dortmund stehen die Franken zurzeit auf dem Relegationsplatz. Dazu kommt noch der Platzverweis von Timothy Chandler, der für unbestimmte Zeit fehlen wird.

Stanislawski zufrieden

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel freute sich vor allem TSG-Trainer Holger Stanislawski über den Erfolg seiner Mannschaft. „Wir freuen uns über den Sieg und darüber, dass die Jungs den Weg weiter so gehen“, lobte der Coach sein Team und bemängelte einzig und allein, dass seine Spieler „nicht den Sack früher zugemacht haben“. Trainer Dieter Hecking sprach von einem „verdienten Niederlage“ seiner Mannschaft und vermisste „die spielerische Linie“ und die Zielstrebigkeit seiner Mannschaft.

Eure Meinung: Haben sich die Hoffenheimer beim ersten Treffer fair verhalten?

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