Schiri-Frust bei Hannover 96: Bei Bayern und Dortmund „hätte es darum einen Riesenhype gegeben“

In der VW-Arena gab es für 96 erneut nichts zu holen - was sich die Mannschaft trotz einiger fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen vor allem selbst zuzuschreiben hat.

Von Claas Philipp

VfL Wolfsburg - Hannover 96, Sofian Chahed & Emanuel Pogatetzc
Bongarts
Wolfsburg. Es war ein schon fast gewohntes Bild, das sich den Zuschauern in der VW-Arena nach Abpfiff des Spiels zwischen dem VfL Wolfsburg und Hannover 96 bot: Enttäuschte „Rote“ trotteten nach der 1:4-Niederlage vom Platz, jubelnde „Wölfe“ feierten mit ihren Fans. Die letzten fünf Niedersachsen-Duelle auf Wolfsburger Boden konnte der VfL allesamt für sich entscheiden - für 96 gab es hier letztmals 2006 zu holen.

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Zu passive 96er

Dass die Mannschaft von Coach Mirko Slomka auch diesmal leer ausging, hat sie sich vor allem selbst zuzuschreiben. Zu passiv agierten die 96er, die nur höchstselten Zugriff auf die Partie fanden. „Wir haben heute nicht gut gespielt und verdient verloren“, brachte es Jan Schlaudraff nach der Partie gegenüber Goal.com auf den Punkt. So musste Hannover schon nach 21 Minuten das verdiente 0:1 durch Hasan Salihamidzic hinnehmen, der eine Viertelstunde mit seinem zweiten Treffer auf 2:0 erhöhte - bei beiden Toren sah Neu-Nationalkeeper Ron-Robert Zieler nicht wirklich gut aus.

Schulz unterstützt Zieler

Ersatz-Kapitän Christian Schulz wollte seinem Schlussmann aber keinen Vorwurf machen: „Ich habe heute keine Torwartfehler gesehen. Ich verstehe auch nicht so ganz, warum Ron-Robert jetzt immer so kritisch beäugt wird. Ron hat in den Situationen, in denen er was machen konnte, aus meiner Sicht gut gehalten.“ Ohnehin waren es vor allem Zielers Vorderleute, die enttäuschten, „auch wenn wir in der ersten Halbzeit das eine oder andere mal gut kombiniert haben und Möglichkeiten hatten“, wie Innenverteidiger Karim Haggui erklärte.

Desolate Defensive

Im ersten Durchgang scheiterten Mohammed Abdellaoue und Christian Pander an Wolfsburg-Keeper Diego Benaglio, Jan Schlaudraff vergab zudem aus aussichtsreicher Position. Schulz sorgte kurz vor dem Seitenwechsel kurzzeitig für Hoffnung, als er nach einer Ecke zum 1:2 einnickte. Nach der Pause aber ging nicht mehr viel bei Hannover - so kam, was kommen musste: Ashkan Dejagah  konnte nach einer Ecke auf rechtsaußen in die Mitte flanken, und weil die  96-Defensive in der Mitte die Arbeit verweigerte, durfte Chris in der 56. Minute unbedrängt zum 3:1 einköpfen.

Drei Gegentore nach Standards

Alexander Madlung schoss mit einem wuchtigen Freistoß schließlich zum 4:1 ein und setzte den Schlusspunkt unter eine für die Slomka-Elf enttäuschende Partie. „Wenn man auf diesem Niveau in der Bundesliga drei Gegentore nach Standards kriegt, verdient man die Punkte nicht“, so Haggui. Für Schlaudraff war der Auftritt am Samstag „die zweite richtig schlechte Leistung in dieser Saison“.

Mehrere Fehlentscheidungen

Keinen guten Tag hatte allerdings auch das Gespann um Schiedsrichter Deniz Aytekin. Der Unparteiische pfiff Abdellaoue aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung beim Stand von 0:0 zu Unrecht zurück, der Norweger hätte freie Bahn zum Tor gehabt. Vor der Ecke, die zum 2:0 führte stand zudem Mario Mandzukic im Abseits, außerdem übersah Aytekin Josues Handspiel im Strafraum (24.).

Rot für Ya Konan

Und dann war da ja noch die Rote Karte für Didier Ya Konan: Der Ivorer wurde kurz nach dem 3:1 des Feldes verwiesen, weil er den Ball vor einer hannoverschen Ecke in Richtung seines zur Ausführung bereitstehenden Mitspielers warf und dabei Hasebe traf, Aytekin entschied auf glatt Rot - eine sehr fragwürdige Entscheidung. „Da müsste Didier ein guter Handballer sein, wenn er ihn absichtlich treffen wollte“, so Slomka.

Schlaudraff hadert mit Schiris

Dass die 96er bereits beim 1:1 gegen Hertha BSC Berlin sowie bei der 0:2-Niederlage beim 1. FC Köln vom Schiedsrichter benachteiligt worden waren, als entscheidende und reguläre Treffer jeweils nicht anerkannt wurden, empfindet Schlaudraff als ungerecht: „Das war nicht nur heute, sondern in den letzten Wochen schon öfters so, dass die Entscheidungen oftmals gegen uns fielen. Aber wenn man Hannover 96 ist, macht das natürlich keine großen Wellen. Wenn das den Bayern oder den Dortmundern in den letzten Wochen so ergangen wäre, hätte es darum einen Riesenhype gegeben. Aber bei Hannover interessiert das so recht niemanden.“ Unter dem Strich bleibt aber festzuhalten: 96 hat in Wolfsburg nicht aufgrund des Schiedsrichters, sondern in erster Linie wegen der eigenen schwachen Leistung verloren.

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