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Borussia Mönchengladbach: Viele Fragen offen
Von Aufbruchstimmung bei Borussia ist nach dem wunderbaren Klassenerhalt nicht mehr viel übrig. Angesichts des Transfergebarens macht sich Skepsis breit.
Von Patrick Niedel
Mönchengladbach. Wenn Borussia Mönchengladbach an diesem Wochenende seine Fans zur traditionellen Saisoneröffnung in den Borussia-Park lädt, soll es, laut Wettervorhersage, kühl und regnerisch werden. Die bevorstehende 49. Saison der Bundesliga soll, sportlich gesehen, weniger wolkig und stürmisch werden, als die abgelaufene Spielzeit. Doch am Ende der Vorbereitung stellen sich für Sportdirektor Max Eberl und Trainer Lucien Favre noch viele Fragen.
Transferpolitik macht Sorgen
Waren es in der letzten Saisonvorbereitung die vielen kleinen und großen Verletzungen, die den Fans der Borussia die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben haben, so ist es in diesem Sommer das Verhalten auf dem Transfermarkt. Mit dem Schweden Oscar Wendt kam nur ein wirklich gestandener Spieler nach Gladbach. Der 25-jährige Linksverteidiger, der bislang 15 Länderspiele bestritt, kam ablösefrei vom FC Kopenhagen, kommt jedoch augenscheinlich noch nicht an Borussias Kapitän Filip Daems vorbei.
Viele „Perpektivspieler“
Die weiteren Neuzugänge dürfen getrost unter der Rubrik „Perpektivspieler“ zusammengefasst werden. Mathias Zimmermann, Lukas Rupp, Mathew Leckie, Yuki Otsu und der von Manchester United ausgeliehene, wegen Verletzung aber erst im August zur Borussia stossende Joshua King sind alle unter 23 Jahre alt. Nicht nur in der Anhängerschar fragt man sich: reicht das?
Finanziell keine großen Sprünge möglich
Doch der Borussia sind finanziell die Hände gebunden. Man sei „gesund aber nicht reich“, so Geschäftsführer Stephan Schippers. Doch man habe nicht mal eben fünf Millionen Euro, um einen oder zwei gestandene Spieler zu verpflichten. In der Tat forderte die vergangene Saison nicht nur nervlich, sondern auch finanziell ihren Tribut. Allein an Fernsehgeldern, die ja nach Erfolg gestaffelt sind, fehlen rund zwei Millionen Euro. Hinzu kommen die im Winter verpflichteten Martin Stranzl, Havard Nordveit und Mike Hanke, die zusammen etwa 1,5 Millionen Euro gekostet haben. Branchenüblich gelten diese Spieler als „Vorgriff“ auf die neue Saison. Für die bisherigen Transfers gab man ca. zwei Millionen Euro aus. Stand jetzt, so Max Eberl, stehe die Mannschaft, auch wenn man die Augen weiter offen halte.
Probleme in der Außendarstellung
Auf der einen Seite mutet dieses Transfergebaren vernünftig an. Borussia ist international seit 15 Jahren nicht mehr vertreten und Transfers in der Größenordnung eines Raul Bobadilla, Juan Arango oder Igor de Camargo konnten eigentlich auch nur gestemmt werden, weil in den Jahren zuvor Leistungsträger wie Marcell Jansen und Marko Marin verkauft worden sind. Andererseits erinnert man sich im Windschatten des Borussia-Parks an die vergangene Horrorsaison, als ein Hauptproblem der Borussia die mangelnde Ausgewogenheit zwischen Erfahrung und Jugend im Kader war. Auch hakte es das ein oder andere Mal an der Außendarstellung von Max Eberl und Lucien Favre. Zwar sind Berichte über „Zoff“ oder gar einem Zerwürfnis zwischen Sportdirektor und Trainer übertrieben, doch die sportlich Verantwortlichen gaben öffentlich nicht immer ein einheitliches Bild ab.
Neuzugänge nur bei Abgängen
Lucien Favre betont stets, zufrieden und nicht beunruhigt in die neue Spielzeit zu gehen, doch es ist ein offenes Geheimnis, dass er gerne noch einen zentralen Mittelfeldspieler verpflichten würde. Sportlich würde dies nach den Eindrücken der Vorbereitung Sinn ergeben. Die Abwehr hat sich zwar weiter stabilisiert, doch das Umschalten von Defensive auf Offensive ist oft zu langsam, zu stockend. Sowohl Havard Nordveit als auch Roman Neustädter haben andere Qualitäten, als das schnelle Überbrücken des Mittelfelds, das Schließen der Lücke zwischen Angriff und Abwehr. Mit dem Bosnier Semir Stilic geistert seit Wochen ein Name durch die Gerüchteküche, der diese Aufgabe bei der Borussia übernehmen soll, doch die von seinem Club Lech Posen geforderten 1,5 Millionen Euro kann Borussia erst aufbringen, wenn man selbst Transfererlöse erzielt. Durch den Verkauf von Mo Idrissou, Tobias Levels und vor allem Michael Bradley erhofft man sich, das nötige Geld in die Kasse zu bekommen.
DFB-Pokal in Regensburg
Wenn am kommenden Freitag Borussia bei Jahn Regensburg im DFB-Pokal antritt, wird mit Lukas Rupp vermutlich nur ein Neuzugang in der Startelf stehen; und dies auch nur, weil Juan Arango noch bei der Copa America weilt. Es ist dann die Mannschaft, die in der Rückrunde zwar 26 Punkte geholt und den Klassenerhalt doch noch geschafft hat. Es ist aber auch die Elf, von der Favre sagt, sie habe „über ihrem Maximum“ gespielt. Bleibt für ihn und für die Borussia zu hoffen, dass die Großwetterlage am Borussia-Park keine neuerlichen Maximalleistungen erforderlich macht, um das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen.
Eure Meinung: Was erwartet Ihr in der kommenden Saison von den Gladbachern?
Transferpolitik macht Sorgen
Waren es in der letzten Saisonvorbereitung die vielen kleinen und großen Verletzungen, die den Fans der Borussia die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben haben, so ist es in diesem Sommer das Verhalten auf dem Transfermarkt. Mit dem Schweden Oscar Wendt kam nur ein wirklich gestandener Spieler nach Gladbach. Der 25-jährige Linksverteidiger, der bislang 15 Länderspiele bestritt, kam ablösefrei vom FC Kopenhagen, kommt jedoch augenscheinlich noch nicht an Borussias Kapitän Filip Daems vorbei.
Viele „Perpektivspieler“
Die weiteren Neuzugänge dürfen getrost unter der Rubrik „Perpektivspieler“ zusammengefasst werden. Mathias Zimmermann, Lukas Rupp, Mathew Leckie, Yuki Otsu und der von Manchester United ausgeliehene, wegen Verletzung aber erst im August zur Borussia stossende Joshua King sind alle unter 23 Jahre alt. Nicht nur in der Anhängerschar fragt man sich: reicht das?
Finanziell keine großen Sprünge möglich
Doch der Borussia sind finanziell die Hände gebunden. Man sei „gesund aber nicht reich“, so Geschäftsführer Stephan Schippers. Doch man habe nicht mal eben fünf Millionen Euro, um einen oder zwei gestandene Spieler zu verpflichten. In der Tat forderte die vergangene Saison nicht nur nervlich, sondern auch finanziell ihren Tribut. Allein an Fernsehgeldern, die ja nach Erfolg gestaffelt sind, fehlen rund zwei Millionen Euro. Hinzu kommen die im Winter verpflichteten Martin Stranzl, Havard Nordveit und Mike Hanke, die zusammen etwa 1,5 Millionen Euro gekostet haben. Branchenüblich gelten diese Spieler als „Vorgriff“ auf die neue Saison. Für die bisherigen Transfers gab man ca. zwei Millionen Euro aus. Stand jetzt, so Max Eberl, stehe die Mannschaft, auch wenn man die Augen weiter offen halte.
Probleme in der Außendarstellung
Auf der einen Seite mutet dieses Transfergebaren vernünftig an. Borussia ist international seit 15 Jahren nicht mehr vertreten und Transfers in der Größenordnung eines Raul Bobadilla, Juan Arango oder Igor de Camargo konnten eigentlich auch nur gestemmt werden, weil in den Jahren zuvor Leistungsträger wie Marcell Jansen und Marko Marin verkauft worden sind. Andererseits erinnert man sich im Windschatten des Borussia-Parks an die vergangene Horrorsaison, als ein Hauptproblem der Borussia die mangelnde Ausgewogenheit zwischen Erfahrung und Jugend im Kader war. Auch hakte es das ein oder andere Mal an der Außendarstellung von Max Eberl und Lucien Favre. Zwar sind Berichte über „Zoff“ oder gar einem Zerwürfnis zwischen Sportdirektor und Trainer übertrieben, doch die sportlich Verantwortlichen gaben öffentlich nicht immer ein einheitliches Bild ab.
Neuzugänge nur bei Abgängen
Lucien Favre betont stets, zufrieden und nicht beunruhigt in die neue Spielzeit zu gehen, doch es ist ein offenes Geheimnis, dass er gerne noch einen zentralen Mittelfeldspieler verpflichten würde. Sportlich würde dies nach den Eindrücken der Vorbereitung Sinn ergeben. Die Abwehr hat sich zwar weiter stabilisiert, doch das Umschalten von Defensive auf Offensive ist oft zu langsam, zu stockend. Sowohl Havard Nordveit als auch Roman Neustädter haben andere Qualitäten, als das schnelle Überbrücken des Mittelfelds, das Schließen der Lücke zwischen Angriff und Abwehr. Mit dem Bosnier Semir Stilic geistert seit Wochen ein Name durch die Gerüchteküche, der diese Aufgabe bei der Borussia übernehmen soll, doch die von seinem Club Lech Posen geforderten 1,5 Millionen Euro kann Borussia erst aufbringen, wenn man selbst Transfererlöse erzielt. Durch den Verkauf von Mo Idrissou, Tobias Levels und vor allem Michael Bradley erhofft man sich, das nötige Geld in die Kasse zu bekommen.
DFB-Pokal in Regensburg
Wenn am kommenden Freitag Borussia bei Jahn Regensburg im DFB-Pokal antritt, wird mit Lukas Rupp vermutlich nur ein Neuzugang in der Startelf stehen; und dies auch nur, weil Juan Arango noch bei der Copa America weilt. Es ist dann die Mannschaft, die in der Rückrunde zwar 26 Punkte geholt und den Klassenerhalt doch noch geschafft hat. Es ist aber auch die Elf, von der Favre sagt, sie habe „über ihrem Maximum“ gespielt. Bleibt für ihn und für die Borussia zu hoffen, dass die Großwetterlage am Borussia-Park keine neuerlichen Maximalleistungen erforderlich macht, um das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen.
Eure Meinung: Was erwartet Ihr in der kommenden Saison von den Gladbachern?
Goal.com-Flutlicht
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