Borussia Mönchengladbach und Michael Fink - ein Missverständnis

Sowohl der Club vom Niederrhein als auch Michael Fink gingen im Winter frohen Mutes an die Zusammenarbeit. Doch letztlich blieb es bei den guten Vorsätzen.

Von Patrick Niedel

Werders Nachwuchshoffnung  Florian Trinks im Duell mit Gladbachs Michael Fink.
Bongarts
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach im Januar 2011. Nach nur zehn Punkten in der Hinrunde bereitet man sich mit vollem Elan auf die Rückserie vor. Trainer Michael Frontzeck und Sportdirektor Max Eberl glauben zu wissen, wo die Hebel angesetzt werden müssen. Nach 47 Gegentoren in 17 Spielen muss in Sachen Defensivverhalten nachgerüstet werden.

Fündig geworden in der Türkei

Die Überlegungen von Eberl und Frontzeck führten schließlich in die Türkei, genauer gesagt zu Besiktas Istanbul. Dort spielte seit Sommer 2009 Michael Fink im zentralen Mittelfeld. Nachdem er dort anfänglich auch einen Stammplatz hatte, saß er immer häufiger auf der Bank und stand einem Wechsel, noch dazu in die Bundesliga, offen gegenüber. Zudem brauchte man am Borussia-Park Ersatz für den zu Aston Villa ausgeliehenen Michael Bradley.

Kompaktheit herstellen

Für etwa 750.000 Euro lieh die Borussia Michael Fink also für den Rest der Saison aus - ohne Kaufoption. Fink sollte gemeinsam mit den ebenfalls im Winter geholten Martin Stranzl und Havard Nordveit der angeschlagenen Gladbacher Defensive Sicherheit und Rückhalt geben. Die Verpflichtung Finks schien Sinn zu machen. Neben dem spielerisch besseren Nordveit, sollte er im Mittelfeld Löcher stopfen, „Kilometer fressen“ und als Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld die dringend nötige Kompaktheit (wieder) herstellen.

Nach dem Trainerwechsel kaum noch Einsatzzeiten


Warum es dann am Ende nur sechs Einsätze wurden, einer davon nur über die vollen 90 Minuten, hat vor allem zwei Gründe. Zum Einen ist da natürlich der Trainerwechsel im Februar von Michael Frontzeck auf Lucien Favre. Der Schweizer Coach legt viel Wert auf taktische Flexibilität und auf technisch versierten Fußball. Favre fordert von seinen Spielern nicht nur, möglichst ohne Fouls auszukommen, sondern auch, nach der Balleroberung schnell umzuschalten. Und Michael Fink ist nun einmal keiner der Spieler, der in der Lage ist, mit einem oder zwei Ballkontakten einen Gegenangriff einzuleiten.

Der „Mann fürs Grobe“


Schon zu seinen Bielefelder und Frankfurter Zeiten galt Fink eher als „Mann fürs Grobe“, der auch einmal ordentlich hinlangt, wenn er meint, dass die Situation es erfordert. Ein weiterer Grund ist, dass es Fink offensichtlich an der richtigen Bindung im Spiel fehlte. Zwar wirkte er bei seinen Einsätzen immer bemüht und rackerte viel, doch stand dieser Aufwand nie im notwendigen Verhältnis zum Ertrag. Viele Stellungsfehler, eine hohe Fehlpassquote und mangelnde Kommunikation sorgten dafür, dass Favre sich entschied, die Mittelfeldzentrale neben Nordveit mit Roman Neustädter zu besetzen. Es drängte sich bei dem einen oder anderen Beobachter der Eindruck auf, dass Fink sich gar nicht richtig bemühte, auf das Leihgeschäft ein „festes Engagement“ bei der Borussia folgen zu lassen.

Keine Präsenz, kaum Leidenschaft. Von seiner Kampfkraft, seiner „Galligkeit“, die ihn spätestens bei Eintracht Frankfurt über die Bundesliga-Stadien hinaus bekannt gemacht hat, war in Mönchengladbach nichts zu sehen.

Eure Meinung: Hätte die Borussia Fink halten müssen?



 
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