Marc-André ter Stegen ist Gladbachs neue Stütze

In nur sechs Bundesligaspielen avancierte Marc-André ter Stegen zur wichtigen Stütze für Borussia Mönchengladbach. Nun geht er in seine erste Saison als Stammkeeper.

Von Patrick Niedel

Gladbachs junger Keeper Marc-Andre ter Stegen (Getty Images)
Getty
Mönchengladbach. Als Marc-André ter Stegen am 10. April 2011 sein Bundesligadebüt für Borussia Mönchengladbach gab, ausgerechnet im Derby gegen den 1.FC Köln, war er für viele Fans  so etwas wie der personifizierte Neuanfang. So richtig glaubte man ja eigentlich nicht mehr an einen Klassenerhalt der Borussia, und nach den fußballerischen Eskapaden von Logan Bailly und den nicht restlos überzeugenden Auftritten von Christofer Heimeroth erschien die Hereinnahme von ter Stegen in der düsteren Zeit des Abstiegskampfes auch als Zeichen des Aufbruchs. Ein echter „Gladbacher Jong“, der seit seinem vierten Lebensjahr für die Borussia spielt, als Hoffnungsträger für den erhofften Wiederaufstieg nach einer Saison voller Katastrophen, Blamagen und Demütigungen. Ein Spieler, der „die Raute im Herzen trägt“, als Sinnbild für bessere Zeiten inmitten sportlicher Tristesse. Der Stoff, aus dem Fußballromane sind.

Unglaublich souverän mit erst 19 Jahren

Dass Borussia Mönchengladbach doch noch den Klassenerhalt schaffte, ist auch ein großer Verdienst des Torwarts, der trotz (oder gerade wegen?) seiner erst 19 Jahre eine unglaublich Ruhe, Souveränität aber auch Unbekümmertheit ausstrahlt. Im Schlussspurt der Bundesliga sorgte ter Stegen sowohl mit seinen Paraden und Reflexen als auch mit wohldosierter Emotionalität mit dafür, dass die ehemals desaströse Gladbacher Defensive ein immer präziser arbeitendes Bollwerk wurde.  Seine Körpersprache veranlasste einige Kommentatoren schon zum mehr oder weniger gelungenen Vergleich mit Oliver Kahn.

Lautstark und mit viel Körpereinsatz


Marc André ter Stegen ist ein kommunikativer Keeper, der lautstark und manchmal auch mit Körpereinsatz seine Vorderleute dirigiert (unvergessen sein sprichwörtlicher „Wachrüttler“ an Dante in oben genannten Spiel gegen Köln). Gerade diese Körperlichkeit setzt ter Stegen auch gewinnbringend ein. Er ist stark in der Strafraumbeherrschung, geht unerschrocken in 1:1-Duelle und ist enorm reaktionsschnell. Dazu kommt, dass er fußballerisch sehr stark ist und seine Rolle als „mitspielender Torwart“ derart offensiv interpretiert, dass er als eine Art Libero im Spielaufbau mit einbezogen wird (und spätestens hier beginnt dann der Vergleich mit dem ehemaligen „Torwart- Titan“ mächtig zu hinken). Wenn es überhaupt Schwächen gibt, dann vielleicht sein ab und an zu forsches Herauslaufen und die Tatsache, dass er, ob der eben genannten Stärke, zu oft versucht, Situationen fußballerisch zu lösen.

Wichtig: wie wird er mit Krisen umgehen?

Interessant wird es sein zu beobachten, wie der U17- Europameister von 2009 einmal mit Krisensituationen umgehen wird. Wie verhält er sich, wenn er mal daneben greift, am Ball vorbei fliegt oder ihn nicht festhalten kann? Wenn die Medien nicht mehr so wohlwollend über ihn berichten? Ter Stegen selbst wirkt bodenständig. Er gehört nicht zu den Spielern, die an keiner Kamera oder keinem Mikrofon vorbei gehen können, ohne Fußball- oder Lebensweisheiten von sich zu geben. „Die Flaschen zuhause muss ich dennoch runter bringen“, sagte er einmal in einem Radiointerview, angesprochen auf den Medienhype, der kurzzeitig auf ihn hereinbrach. Sollte es ihm gelingen, im Haushalt und bei Borussia weiterhin kräftig anzupacken, steht einer tollen Karriere eigentlich nichts mehr im Weg. Eine wichtige Stütze ist er in jedem Fall schon.

Eure Meinung: Was haltet Ihr von ter Stegen?


 
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