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Das Bundesliga-Zeugnis: Borussia Dortmund
Das Spieljahr ist vorbei, und die Bundesliga geht in die Sommerpause. Goal.com rechnet ab und stellt die Saison-Zeugnisse aus. Wer hat bestanden, wo herrscht Nachholbedarf?
Von Daniel Buse
Verein: Borussia Dortmund
Bundesliga: 1. Platz
DFB-Pokal: 2. Runde
Europa League: Gruppenphase
Zielsetzung: Im dritten Jahr unter Trainer Jürgen Klopp sollte, wenn möglich, nach einem sechsten und einem fünften Platz in den Vorjahren eine Verbesserung oder zumindest Stabilisierung erreicht werden. In der Europa League sollte sich das Team für die Platzierung aus der Vorsaison mit schönen Spielen belohnen und die Gruppenphase überstehen.
LIGA & POKAL – Note: sehr gut (1)
Borussia Dortmund ist Deutscher Meister - das reicht für eine Eins. Der BVB überzeugte in der Liga mit tollem Offensivfußball und beherrschte das Spieljahr mit einer überragenden Hinrunde und einer starken zweiten Saisonhälfte. Der Titelgewinn geriet eigentlich nie ernsthaft in Gefahr. Und das Ganze erreichte Trainer Jürgen Klopp mit einer jungen Mannschaft, die nicht teuer zusammengekauft wurde. Das Ausscheiden im Pokal in Offenbach ist daher nur eine Randnotiz, über die sich bei den Borussen niemand mehr ärgert.
EUROPA LEAGUE – Note: noch befriedigend (3-)
In der Gruppenphase des Wettbewerbs erwischte der BVB mit Sevilla und Paris Saint-Germain zwei relativ große europäische Klubs. Am Ende reichte es nicht für die Qualifikation für die nächste Runde, obwohl die Borussen gute Leistungen zeigten: Bei der Heimniederlage gegen Sevilla und dem Unentschieden in Paris waren sie deutlich überlegen, aber es wurden zu viele Chancen vergeben.
UNTERHALTUNG – Note: sehr gut (1)
Den Titel in der Bundesliga hat sich Dortmund erspielt und nicht erkämpft oder gestohlen. Mit dem bedingungslosen Willen, ein Tor zu machen, verblüfften die Schwarz-Gelben in manchen Spielen die eigenen Fans und die Experten. Es wurde mit dem BVB in dieser Saison nie langweilig, denn es gab immer zahlreiche Offensivaktionen zu sehen. Und die Fans dankten es der Mannschaft mit ihrer Unterstützung und dem kollektiven Jubel, als der Titel perfekt gemacht wurde.

TRANSFERMARKT – Note: voll gut (2+)
Verstärkung: Shinji Kagawa, Lukasz Piszczek, Mario Götze
Mitläufer: Robert Lewandowski, Antonio Da Silva
Enttäuschung: -
Transferbilanz: - 2,3 Milllionen Euro
Es waren nicht viele Wechsel, die der BVB vor der Saison machte. Aber die Borussen hatten Glück und das nötige Geschick, dass sich mit Kagawa, Piszczek und Götze drei Neue nicht nur zu Stammspielern, sondern zu Leistungsträgern entwickelten. Besonders der nur 350.000 Euro teure Shinji Kagawa aus der zweiten japanischen Liga und Jungstar Mario Götze machten ganz stark auf sich aufmerksam. Auch Robert Lewandowski hatte Anteil am Erfolg des BVB, auch wenn er nicht immer überzeugen konnte. Für Antonio Da Silva blieb nur die Rolle des Ergänzungsspielers.

GEWINNER DER SAISON: Nuri Sahin
Ein Lob ist immer dann am schönsten, wenn es von Leuten kommt, die sich mit dem Thema auskennen: Die Bundesliga-Profis wählten Sahin zum besten Spieler der Hinrunde - und genauso könnten sie es auch in der Rückrunde tun. Aus dem defensiven Mittelfeld heraus lenkte er das Dortmunder Spiel und überzeugte mit seinen spielerischen und kämpferischen Qualitäten. Auch Real Madrid erkannte die Fähigkeiten des 22-Jährigen und holte ihn nach Spanien. Und deshalb ist Nuri Sahin ein echter Gewinner der Saison.
VERLIERER DER SAISON: Patrick Owomoyela
In der vorletzten Saison war der Rechtsverteidiger Owomoyela noch eine Konstante beim BVB. In der abgelaufenen Spielzeit setzten ihn zwei Verletzungen lange außer Gefecht und er verlor seinen Stammplatz an Neuzugang Lukasz Piszczek. Und so wie der Pole spielt, wird es für "Owo" schwer, wieder in die erste Mannschaft zurück zu kehren.
DAS SCHNÄPPCHEN: Shinji Kagawa
Er kostete ein Hundertstel der Transfersumme von Mario Gomez: Shinji Kagawa kam für 350.000 Euro aus der zweiten japanischen Liga. Schon in der Vorbereitung überzeugte er Trainer Jürgen Klopp, der ihm zu Saisonbeginn gleich einen Stammplatz gab. Mit zwei Toren auf Schalke machte er sich gleich bei den BVB-Fans unsterblich, die ihn ausgiebig feierten. Acht Treffer machte er in der Hinrunde, bevor er sich beim Asian Cup den Mittelfuß brach. Die Dortmunder Fans werden aber noch viel Freude an ihm haben.
TRAINER & UMFELD – Note: sehr gut (1)
Was gibt es zu kritisieren, wenn die Mannschaft Meister wird? Nichts. Trainer Jürgen Klopp hat alles richtig gemacht, als er auf ein junges Team setzte, das mit hohem läuferischen Aufwand immer nach vorne spielt. Im Umfeld wurde lange Zeit das Wort Meisterschaft vermieden, doch allen war klar, dass der Titel nach der überragenden Hinrunde das Ziel sein muss. Die Euphorie im Umfeld war riesengroß und sie gipfelte in der gigantischen Meisterfeier nach dem letzten Spieltag.

GESAMTNOTE: sehr gut (1)
Wenn Bayern München Meister wird, ist das Ziel erfüllt worden. Wenn Borussia Dortmund mit einem jungen Team überraschend und hochverdient den Titel holt, ist das Ziel übererfüllt worden und es kann nur die Höchstnote geben. Es war eine schwarz-gelbe Saison, an die sich auch noch in ein paar Jahren viele Fußballfans erinnern werden.
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