Die Goal.com Bundesliga-Flops des Jahres

Hohe Erwartungen, eine Menge Vorschusslorbeeren, ein Absturz vom Leistungsträger zum Mitläufer. Es gab nicht nur strahlende Sieger und Helden in der abgelaufenen Spielzeit.

Von Nils Reschke

Berlin. So kurios die Saison 2010/11 in der Bundesliga in den oberen Gefilden ablief, so überraschend endete sie auch in Sachen Abstiegskampf und Enttäuschungen. Auf Eintracht Frankfurt wartet nach einer mehr als ordentlichen Hinrunde urplötzlich die Zweite Liga. Die Fans von Werder Bremen zitterten bis zum vorletzten Spieltag, ehe die Klasse gesichert war. Beim Nordrivalen vom Hamburger SV steht man ein weiteres Jahr mit leeren Händen da. Und als Krönung schrammte der Meister von 2009, der VfL Wolfsburg, nur haarscharf am Abstieg vorbei.

Frust, Fehltritte & Enttäuschungen

Die Liste der Enttäuschungen und Fehleinkäufe ist lang. Jeder hat eben sein Päckchen zu tragen. Frustrierte Fans, genervte Trainer: Die die Goal.com-Redakteure haben gewählt und die Flops nominiert, die am meisten für Negativ-Leistungen und -Schlagzeilen gesorgt haben in dieser Saision. Das mag in der kommenden Saison schon wieder ganz anders aussehen. Doch das hier ist das Ergebnis der Fehltritte jeglicher Art. Here we go!

TOR
Diego BENAGLIO - VfL Wolfsburg
 
Was ist nur aus dem Schweizer Schlussmann geworden? In der abgelaufenen Spielzeit verkümmerte der einstige Elfmetertöter mehr und mehr zur Lachnummer. Sicherheit strahlte Diego Benaglio nur noch selten aus. Ein Patzer jagte beim Schweizer den nächsten, als es für den VfL immer enger wurde. Zumindest im alles entscheidenden Match in Hoffenheim parierte er gut.



ABWEHR
Guy DEMEL - Hamburger SV
 
Immer, wenn der Ivorer den Ball zugespielt bekommt, schallen die Guy-Rufe durch die Hamburger Arena. Zuletzt gesellten sich immer öfter Pfiffe dazu. Denn Demel verstand es nicht, auf der rechten Abwehrbahn die Schotten dichtzumachen. Es war nicht die Spielzeit vom Hamburger SV, und ganz besonders nicht von Guy Demel, der ein enttäuschendes Jahr ablieferte.

BRENO - Bayern München
 
Zurück aus Franken, wo er an Nürnberg ausgeliehen war, sollte das hoffnungsvolle Talent die formschwache Innenverteidigung der Bayern beleben. Das gelang zunächst ordentlich, dann immer weniger. Negativer Höhepunkt wurde das Rückspiel in der heimischen Allianz-Arena, in der Breno eine unterirdische Leistung ablieferte und nach dem Champions-League-Aus gegen Inter zum Sündenbock abgestempelt wurde.

Serdar TASCI - VfB Stuttgart
 
Noch bei der Weltmeisterschaft in Südafrika überzeugte Tasci als Teamplayer, der sich unterzuordnen wusste. Beim kriselnden VfB wartete indes eine andere Rolle auf den Innenverteidiger, die er kaum gerecht wurde. Die Schwaben bauten auf Serdar Tasci, der allerdings mit ihnen direkt ins Tief schlitterte und so seinen Beitrag zum unverhofften Abstiegskampf leistete.

Mikael SILVESTRE - Werder Bremen
 
Wer löst Bremens Dauerproblem auf der linken Defensiv-Position? Die Antwort zum Saisonstart lautete: der routinierte Mikael Silvestre. Doch der Franzose erlebte in der Hinrunde seinen ganz persönlichen Albtraum. Eine Horror-Vorstellung jagte die nächste. Von den eigenen Fans nur noch ausgepfiffen stabilisierte sich Silvestre zumindest in der Rückrunde etwas - mit seinem Tordebüt im letzten Heimspiel.



MITTELFELD
JOSUE - VfL Wolfsburg
  In der Meistersaison glänzte der Brasilianer noch als Abräumer und Vorlagengeber in Personalunion. Seitdem zeigt auch seine Formkurve steil bergab und erreichte in dieser Spielzeit ihren Tiefpunkt. Nur selten stabilisierte der Brasilianer das Mittelfeld der Niedersachen so souverän, wie man es von ihm einst doch im beschaulichen Niedersachsen gewohnt war.

Eljero ELIA - Hamburger SV
 
Der linke Flügelflitzer bei den Rothosen verdribbelte sich in der vergangenen Saison meist selbst. Mehr als ein gelungener Saisonauftakt gegen Schalke oder eine tolle Vorstellung gegen den 1. FC Köln war vom Niederländer nicht zu sehen. Kaum Torgefahr, auch als Assistgeber untauglich: Nach der guten Saison 09/10 wurde Eljero Elia ausgebremst.

Marko ARNAUTOVIC - Werder Bremen
 
Wer, wenn nicht Thomas Schaaf, könnte einen schwierigen Charakter wie Arnautovic auf die richtige Bahn lenken? Um es vorweg zu nehmen: Selbst ein lange Zeit geduldiger Schaaf war am Ende ratlos. Geduld wurde dem Österreicher reichlich entgegengebracht. Arnautovic zahlte es aber so gut wie nie zurück und blieb seinem Image auch an der Weser treu.

DIEGO - VfL Wolfsburg
  Als Diego zurück in die Bundesliga kehrte, da gratulierten alle den Niedersachsen zu diesem Transfer. In Erinnerung an die glorreichen Zeiten, für die der Brasilianer im Weserstadion bei Werder Bremen gesorgt hatte. Für derartige Schlagzeilen reichte es beim VfL nie. Vom Versager am Elfmeterpunkt bis hin zur Flucht von der Teamsitzung am letzten Spieltag: Diego zaubert nur noch Skandälchen und Skandale.


STURM
Patrick HELMES - VfL Wolfsburg
 
Die Einkaufstour des VfL führte im Winter auch nach Leverkusen. Patrick Helmes sollte mit seinen Treffern dafür sorgen, Wolfsburg aus der Krise zu schießen. Das Gegenteil trat ein: Helmes, der einstige Knipser vom Dienst, war mehr mit sich selbst und dem eigenen Formtief beschäftigt. Heraus sprang nur ein mickriges Törchen, nicht mehr - eher viel weniger.
Halil ALTINTOP - Eintracht Frankfurt
 
Bruder Hamit feiert seinen Wechsel der Karriere und geht zu Real Madrid. Halil Altintop indes erlebte gerade erst die bittersten Stunden seiner Laufbahn: Abstieg mit Eintracht Frankfurt. Gerade, als viele Leistungsträger bei den Hessen ausfielen, hätten sie auf ihn gut bauen können. Aber in vorderster Front enttäuschte der Türke. Seine Bilanz: 34 Spiele, null Tore. In Worten: Null!

Eure Meinung: Wer gehört hier gar nicht rein? Und welcher Akteur fehlt bei den Flops?


Goal.com-Umfrage
Die Umfrage läuft vom 16.05.2011 bis zum 23.05.2011
Die Umfrage läuft vom 16.05.2011 bis zum 23.05.2011
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